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Redaktion

Griechenland braucht bis zu 120 Mrd. Euro für drei Jahre - Trichet und Strauss-Kahn informieren Bundestag

wf/kjo/kra Berlin/Frankfurt - Das Rettungspaket Griechenlands dürfte teurer werden als erwartet. Die Hilfen könnten sich binnen drei Jahren auf 100 bis 120 Mrd. Euro summieren, wurde in Berlin nach einem Gespräch aller Fraktionsspitzen im Bundestag mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) bekannt. Der Anteil Deutschlands könnte damit bis zu 25 Mrd. Euro betragen.

Nur einen Tag nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Portugals und Griechenlands setzte die Ratingagentur Standard & Poor's (S & P) auch Spanien herunter. Dessen Rating wurde um eine Stufe auf "AA" von zuvor "AA +" gesenkt.

Die erhöhten Zahlen für das griechische Rettungspaket wurden in Berlin von Seiten der Bundesregierung, aber auch von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn und EZB-Präsident Jean-Claude Trichet weder bestätigt noch dementiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rief dazu auf, das Ende der Gespräche zwischen EU und IWF mit Athen abzuwarten. "Lasst uns über Zahlen sprechen, wenn das Programm ausverhandelt ist", verlangt Merkel vor der Presse. Bislang waren allein für 2010 bis zu 45 Mrd. Euro zur Stützung der maroden griechischen Staatsfinanzen in der Diskussion - 30 Mrd. Euro von den Euro-Ländern und 15 Mrd. Euro vom IWF. Deutschland wäre am europäischen Paket mit 8,4 Mrd. Euro beteiligt.

Sowohl Trichet als auch Strauss-Kahn drängten zur Eile. Die Verhandlungen mit Athen müssten in einigen Tagen abgeschlossen werden, sagte Trichet. Die Einigung müsse rasch kommen. Auch Strauss-Kahn drückte aufs Tempo: "Jeder Tag, der verloren geht, verschlechtert die Situation." Griechenland benötigt spätestens am 19. Mai Geld, wenn eine Staatsanleihe über 8,5 Mrd. Euro fällig wird. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist mit dem Bundestag in Verhandlung, um rechtzeitig eine gesetzliche Grundlage für eine Bundesbürgschaft des deutschen Kredits zu erwirken.

An den Bond- und Credit-Märkten herrschte am Vormittag wahre Ausverkaufsstimmung. Die zweijährigen Staatstitel aus Griechenland verloren zeitweise rund 13,5 Preispunkte auf 60,53 %. Die Rendite wurde auf knapp 37 % hochkatapultiert. Die zehnjährigen Anleihen der Hellenen rutschten ebenfalls deutlich ab. Der in Basispunkten (BP) gemessene Renditeabstand zu Bundesanleihen wurde vierstellig. Die CDS-Spreads auf hellenisches Kreditrisiko erreichten zeitweise 900 BP. Am Nachmittag kam es zu einer Beruhigung. Das Downgrade von Spanien sorgte bei den CDS kaum noch für Auswirkungen. Die Spreads hatten sich zuvor schon stark ausgeweitet. Der Renditeabstand der zehnjährigen spanischen Staatspapiere zu Bundesanleihen stieg von 116 auf 119 BP.

An Europas Aktienmärkten wuchs nach der Herabstufung Spaniens die Angst davor, dass die Schuldenkrise Griechenlands auf weitere Länder übergreift. Der Dax fiel um 1,2 %, der spanische Ibex 35 um 3 %. Unter Druck standen abermals vor allem Finanzwerte. Zu den Tagesverlierern zählten BBVA und Santander mit Abschlägen von mehr als 4 %. Der Volatilitätsindex VStoxx kletterte auf das höchste Niveau seit neun Monaten.

- Nebenstehender Kommentar

- Schwerpunkt-Seiten 6, 7 und 17

Börsen-Zeitung, 29.04.2010, Autor wf/kjo/kra Berlin/Frankfurt, Nummer 81, Seite 1, 440 Wörter

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