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Geld oder Brief
Von Andreas Heitker, Düsseldorf

Großer Jubel ist nicht ausgebrochen, als Demag Cranes vor drei Wochen den Ausblick für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr konkretisiert hat. Im Gegenteil: Viele Analysten hatten von dem Kranbauer aus Düsseldorf noch etwas mehr erwartet. 2009/10, so die Ansage von Vorstandschef Aloysius Rauen, werde der Umsatz mit etwa 900 Mill. Euro noch um 100 Mill. Euro unter dem Vorjahresniveau bleiben. Und das sogenannte "operative Ebit" (Ebit = Ergebnis vor Steuern und Zinsen) solle eine Größenordnung von 45 Mill. bis 50 Mill. Euro erreichen. Im vergangenen Jahr waren es noch 68 Mill. Euro gewesen.

Auch auf Nachsteuer-Ebene wird es schwarze Zahlen geben. Genaue Prognosen für den Nettogewinn blieb der Düsseldorfer Konzern bislang schuldig. Von Reuters befragte Analysten erwarten im Schnitt aber einen Gewinn je Aktie von 1,34 Euro. Dies wäre nach den etwas kümmerlichen 0,04 Euro des Vorjahres ein großer Schritt nach vorn. Auch deshalb hat sich die Enttäuschung über den eher vorsichtigen Umsatz- und Ebit-Ausblick auch in Grenzen gehalten. Demag Cranes hat am Markt weiterhin ein durchaus gutes Standing. Unter den 18 aktuellen Analysteneinstufungen ist keine Verkaufsempfehlung der Aktie zu finden. Neun "Buy"- und zwei "Outperform"-Einstufungen werden durch sechs "Hold"-Ratings und lediglich eine "Underperform"-Buchung ergänzt.

Deutliches Kurspotenzial

Die Experten sehen nämlich Potenzial für die im MDax gelistete Demag-Aktie. Im Schnitt beträgt das derzeitige Kursziel der Analysten stolze 30,70 Euro. Ein solches Niveau haben die Demag-Papiere in dem nun fast beendeten Geschäftsjahr 2009/10 bislang noch nicht erreicht. Derzeit notiert die Aktie bei rund 25,00 Euro.

Der Konzern kommt damit auf eine Marktkapitalisierung von rund 530 Mill. Euro. "Die aktuelle Bewertung spiegelt den fundamentalen Wert des Unternehmens nicht angemessen wider", meint Thomas Rau von M. M. Warburg. Ein Investor, der heute Demag-Aktien kaufe, zahle nur für das Dienstleistungsgeschäft und bekomme die beiden Sparten Industriekrane und Hafentechnologie quasi umsonst dazu. Rau berechnet einen fairen Unternehmenswert von 640 Mill. Euro. Auch gegenüber den wichtigsten Wettbewerbern - den ebenfalls börsennotierten Konecranes und Cargotec aus Finnland sowie Columbus McKinnon aus den USA - wird die derzeitige Börsenbewertung von zahlreichen Analysten als zu gering angesehen.

Nach Einschätzung unter anderem der UBS-Analysten wird die Demag-Aktie in nächster Zeit von der Rotation in spätzyklische Titel profitieren. Ungeachtet dessen sprechen aber verschiedene Punkte durchaus dafür, dass Demag Cranes in den kommenden Monaten auch im operativen Geschäft vor einem deutlichen Wachstumsschub steht: Zum einen haben alle jüngsten Quartalsberichte eine stetige Stabilisierung des Geschäfts gezeigt. Von April bis Juni erzielte das Dienstleistungsgeschäft zwar als einzige Sparte schwarze Zahlen. Die Verluste in der Hafentechnologie verringerten sich aber weiter, und das schlechte Ergebnis im Industriekrane-Geschäft wurde durch eine Umsatzdelle verursacht, die bereits im laufenden Quartal wieder ausgebügelt wird. Im Schlussquartal sind in allen drei Sparten des Konzerns wieder Gewinne zu erwarten.

Hinzu kommen die wieder anziehenden Bestellungen, die die Grundlage für das Geschäft im nächsten Geschäftsjahr sind. Im dritten Quartal sprang der Auftragseingang um fast 40 % gegenüber dem Vorjahr in die Höhe.

Hoffen auf neue Märkte

Im Wachstumsfokus von Demag Cranes stehen vor allem die Emerging Markets, die sich in der jüngsten Krise relativ robust gezeigt hatten. "Die Eröffnung einer neuen Produktionsstätte in Indien zeigt die Ausrichtung des Unternehmens", meint Nord/LB-Analyst Thomas Wybierek. Andere Analysten erwarten unter anderem in China Akquisitionen, die das organische Wachstum unterstützen sollen. Warburg-Experte Rau sieht als Kerntreiber für künftiges Wachstum in diesem Zusammenhang auch die Ausweitung des Produktangebots auf das Mittelsegment. Bislang liegt der Fokus des Düsseldorfer Kranbauers ausschließlich auf dem Premiumsegment. Die Wachstumsaussichten des Konzerns sollten sich durch "die aggressive Expansion in die Emerging Markets" in Zukunft deutlich und auch schneller als erwartet verbessern, so Analyst Rau.

Bereits in dem im Oktober startenden Geschäftsjahr 2010/11 sollte sich die konjunkturelle Erholung, das Wachstum in Asien und vor allem auch die jüngsten Restrukturierungen positiv in den Zahlen des Konzerns bemerkbar machen. Im nächsten Geschäftsjahr wird auch das Kostensen-kungsprogramm von 60 Mill. Euro seine volle Wirkung entfalten. Unter dem Strich erwarten Analysten 2010/11 einen Gewinnsprung auf 2,16 Euro je Aktie und im Geschäftsjahr darauf sogar auf 2,72 Euro. Auch den Umsatz wird in den Konsensschätzungen Jahr für Jahr höher angesetzt. Hoffnung auf eine Dividende können sich die Anleger bereits für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 machen, nachdem die Ausschüttung für die vergangene Periode ausgefallen war.

Was macht Cevian?

Unsicherheit besteht zurzeit aber weiterhin bei der Frage, was der neue Großaktionär Cevian Capital bei Demag noch vorhat. Cevian verstehe sich als ein aktiver Investor und habe auch schon ein reges Interesse gezeigt, hatte Konzernchef Rauen im August im Interview der Börsen-Zeitung gesagt. Der Finanzinvestor aus Schweden hält seit Mai 10,07 % an Demag Cranes und ist damit der einzige Großaktionär. Es gibt Spekulationen, dass Cevian sich über Optionen bereits weitere 10 % gesichert hat und in der kommenden Zeit auf eine Sperrminorität von knapp über 25 % aufstocken könnte. Dies könnte am Markt weitere Kursfantasie erzeugen - aber auch Unruhe in den Konzern bringen.

Börsen-Zeitung, 03.09.2010, Autor Andreas Heitker, Düsseldorf, Nummer 169, Seite 17, 802 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2010169203&titel=Demag-Cranes-vor-Wachstumsschub
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