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Redaktion

Kommentar
Die Retro-Welle hat nicht nur Mode und Design der sechziger und siebziger Jahre erfasst, auch die jüngsten Forderungen nach einer gesetzlichen Frauenquote muten wie eine Debatte aus der Vergangenheit an. Inzwischen, so könnte man meinen, sollte die Präsenz von Frauen im Arbeitsleben längst kein umstrittenes Thema mehr sein, sondern Realität. Fakt ist, dass die Frauenbewegung Frauenbild, die Stellung der Frau in der Gesellschaft und die Arbeitsteilung in der Familie geändert hat. Frauen haben heute leichteren Zugang zu Bildung und bessere Aufstiegschancen als noch vor Jahren. Fakt ist aber auch, dass an der Spitze der Bundesregierung zwar eine Frau steht, an der Spitze eines Dax-Unternehmens aber keine zu finden ist. In den Chefetagen der 200 größten deutschen Unternehmen liegt der Frauenanteil gerade bei 3 %.

Der Frauendisput in der Regierung läuft gerade hoch. Frauenministerin Kristina Schröder (CDU) setzt mit einer "Pflicht zur Selbstverpflichtung" auf Einsicht und Differenzierung, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) indes auf eine gesetzliche Quote von 30 % in den nächsten zwei Jahren. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) lehnt einen Eingriff in die Vertragsfreiheit ab. Die SPD tut es dagegen nicht unter 40 %; ähnlich wie EU-Kommissarin Viviane Reding, die bis 2020 ebenfalls zu dieser Quote in den Aufsichtsräten gelangen will.

Der Streit über die Höhe der Quote lenkt nur ab. Da die Menschheit zur Hälfte aus Frauen besteht, wäre nichts natürlicher, als wenn auch die Hälfte der Beschäftigten weiblich und ebenso gut bezahlt wäre wie die männlichen Kollegen. Viel wichtiger ist, wie die Frauen in die entsprechenden Positionen gelangen. Vielfalt und Flexibilisierung in der Tarifpolitik hat dem Arbeitsmarkt gutgetan. Branchen und Unternehmen sind unterschiedlich strukturiert und haben individuelle Bedürfnisse. Deshalb hat auch die Corporate Governance Kommission keine dezidierte Quote in den Kodex aufgenommen, sondern verlangt nur, dass Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat "angemessen" berücksichtigt werden sollen. Die Gremienmitglieder in den Unternehmen haben laufende Verträge, die der Gesetzgeber nicht aushebeln sollte. Die nächste große Rochade steht 2013 an. Dann spätestens muss es für die Personalpolitik in den Führungsspitzen und anderswo heißen: Ladies first.


Börsen-Zeitung, 01.02.2011, Autor Angela Wefers, Nummer 21, Seite 1, 334 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2011021016&titel=Ladies-first
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