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Redaktion

KOMMENTAR - SCHULDENKRISE
Die Staatsschuldenkrise in der Eurozone ufert immer mehr aus. Selbst die sicheren Staatsadressen in der Währungsunion werden mit vollkommen neuen Konstellationen auf den Märkten konfrontiert, abzulesen an den Märkten für staatliche Kreditrisiken. Der CDS-Spread Deutschlands erreichte gestern einen Rekord und war zudem erstmals höher als der CDS-Spread Großbritanniens. Der fünfjährige Absicherungskontrakt auf Kreditrisiken des Bundes handelte mit 84 Basispunkten (BP), der Kontrakt der Briten mit 82,5 BP. Unter der Annahme eines Liquidationserlöses für die betreffenden Anleihen von 40 % geht der Markt auf Sicht von fünf Jahren für den Bund von einer Ausfallwahrscheinlichkeit von 6,99 (Anfang Juni: 3) % aus. Beim britischen Staat beträgt die von den Marktteilnehmern erwartete Ausfallwahrscheinlichkeit 6,87 %. Bei Frankreich sieht es schon anders aus: Bei 161 BP ist es eine implizite Wahrscheinlichkeit von fast 13 %. Auf diesem Niveau lag Griechenland 2009.

Ohne Frage besteht das Risiko, dass die krisenbedingten Belastungen für den deutschen Staat zunehmen. Mit weiteren und vor allem größer werdenden Rettungspaketen wird die Last, die die Stärkeren der Gemeinschaft zu tragen haben, größer. Entwickelt sich die Eurozone immer mehr in Richtung einer Transferunion, wonach es unzweifelhaft aussieht, stellen sich Investoren irgendwann die Frage, wie viel die großen, stabilen Länder noch schultern können. Anders ausgedrückt: Wann wird der Bogen überspannt, wann sind die Staatsfinanzen, wann ist das Rating in Gefahr? Das zeigt der CDS-Spread.

Der sich ausweitende CDS-Spread Deutschlands ist aber kein Ausdruck einer Zockerei auf den Ausfall des Bundes. Denn wenn der Verlauf der Staatsschuldenkrise tatsächlich zu dem reihenweisen und nacheinander auftretenden Ausfall aller Staaten der Währungsunion führt, so darf doch angenommen werden, dass die sicheren und soliden Staatsadressen am Ende dieser Kette stehen, d. h. zum Schluss ausfallen.

Wenn allerdings am Ende dieses Armageddon-Szenarios der Bund ausfällt, muss die Frage gestellt werden, was dann überhaupt noch existiert. Wie viele Banken wird es nach einem Kreditausfall des Bundes noch geben, die die im CDS vereinbarten Ausgleichszahlungen noch leisten können? Vermutlich nicht mehr viele. Es ergibt keinen Sinn, auf den Weltuntergang zu zocken. Denn er tritt nur einmal auf. Und wenn der Weltuntergang auftritt, ist eh alles egal - auch der CDS-Spread.


Börsen-Zeitung, 10.08.2011, Autor Kai Johannsen, Nummer 152, Seite 1, 348 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2011152012&titel=Keine-Zockerei-auf-Ausfall
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