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Redaktion

KOMMENTAR - FRANZÖSISCHE BANKEN
Die Einschläge rücken immer näher. Vorgestern die Griechen, gestern die Italiener, heute die Franzosen. Nach der Société Générale stand am Dienstag die BNP Paribas im Zentrum heftigster Spekulationen. Der Aktienkurs sauste zeitweise tief in den Keller. Die noch kürzlich so stabil erscheinenden französischen Banken, die als Krisengewinner galten, stecken tief im Euro-Sumpf.

Hohe Schulden, riesige Engagements in Nordafrika, Osteuropa und vor allem in Euro-Krisenländern wie Griechenland, Italien und Spanien, eine teilweise starke Abhängigkeit vom Investment Banking (SocGen) oder von öffentlichen Finanzierungen (Dexia) lasten schwer auf den Instituten. In den nächsten Tagen wird die Ratingagentur Moody's mehrere von ihnen herunterstufen.

In Paris hat man bisher nicht wahrhaben wollen, was nicht wahr sein durfte, und sein Vertrauen in das doch so stabile und gesunde Bankensystem bekundet. Die Regierung mag sich noch so sehr über die bösen Finanzmärkte und Spekulanten echauffieren. Es hilft alles nichts: Die Lage ist dramatisch. Allgemein wird erwartet, dass Paris dem Spektakel nicht mehr lange zuschaut und die Institute verstaatlicht. Grundsätzliche Bedenken gegen einen solchen Schritt hatte Frankreich ohnehin nie. Und wenn es einen möglichen Credit Crunch mit dramatischen Auswirkungen auch auf die Realwirtschaft zu vermeiden gilt, dann wird man diesbezüglich kaum zimperlich sein.

Das aber wäre ein weiterer Schritt in eine europäische Staatswirtschaft, in der sich das französische "Modell" endgültig gegen das deutsche durchsetzte. Denn in Frankreich, wo man die Expansion etwa der BNP Paribas in die Krisenländer politisch aktiv unterstützt hatte, ist man von der Überlegenheit des Staates als Stratege überzeugt. Dabei wird vergessen, dass gerade der staatliche Schlendrian und der von den Regierungen, leider auch der deutschen, geduldete Verstoß gegen selbst aufgestellte Regeln Europa in diese Situation gebracht haben.

Selbst in der Krise haben die Regierungen etwa in Griechenland, Italien und Frankreich nicht verstanden, welche Stunde es geschlagen hat. Es wird weiter Geld ausgegeben, das man nicht hat, und sparen sollen andere, Deutsche und Niederländer vor allem. Doch der Krug geht nur so lange zum Brunnen, bis er bricht. Für die so oft bemühte europäische Solidarität gibt es Grenzen. Das Ende der Eurozone zumindest in der bisherigen Form rückt näher, wenn nun auch Kernstaaten wie Frankreich im Visier der Märkte sind.


Börsen-Zeitung, 14.09.2011, Autor Gerhard Bläske, Nummer 177, Seite 1, 353 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2011177014&titel=Europas-Kern-im-Visier
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