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Redaktion

MILCHMARKT
wb - Mit Zusammenschlüssen suchen Molkereien einen Weg, der Macht des Handels etwas entgegenzusetzen. Den Milcherzeugern machen Discounter wie Aldi oder Lidl zu schaffen. Gleichzeitig machen große ausländische Milchkonzerne Konkurrenz. Die größten Molkereikonzerne Europas sitzen mit Lactalis/Parmalat in Frankreich, Arla in Dänemark sowie Friesland Campina in Holland.

Ein Löffel Lactalis . . .

Theo Müller betritt das Übernahmekarussell nur wenige Tage, nachdem die wesentlich größere Lactalis angekündigt hat, die zweitgrößte schwedische Molkerei, Skånemejerier, zu übernehmen. Die Franzosen, die erst 2011 die italienische Parmalat schluckten, zahlen 114 Mill. Euro und greifen mit der Akquisition die skandinavische Arla Foods in ihrem Heimatmarkt an. Der Preis wird über zehn Jahre abgestottert - über einen Aufschlag auf den Milchpreis. Der verschwiegene, familieneigene Lactalis-Konzern hatte sich mit der Parmalat-Übernahme für rund 5 Mrd. Euro als größter Milch- und Käsekonzern global positioniert mit 14 Mrd. Euro Umsatz. Lactalis muss einen sehr hohen Anteil des Cash-flow zur Schuldentilgung einsetzen. Skånemejerier holte zuletzt aus umgerechnet 374 Mill. Euro Umsatz 32 Mill. Euro Gewinn. Bezahlt wurde für Parmalat laut Mergermarket ein Vielfaches des operativen Ergebnisses (Ebitda) von 11,2 bzw. 12,1. Als Pepsico zum Wert von 4,6 Mrd. Euro die russische Wimm-Bill-Dann Foods kaufte, lag das Multiple gar bei 20.

. . . und ein Löffel Yoplait

Seit längerem gehen kleine, eher regional tätige Milchproduzenten an große Anbieter und Genossenschaften - auch grenzüberschreitend. Der US-Lebensmittelkonzern General Mills hatte 2011 die französische Yoplait, die Nummer 2 im weltweiten Joghurtgeschäft, erworben. Die dänische Arla hatte sich 2011 die genossenschaftliche Hansa-Milch einverleibt. Arla (Buko) ist weltweit die viertgrößte Molkereigenossenschaft mit mehr als 16 000 Beschäftigen.

2010 machten die beiden deutschen Verarbeiter Nordmilch (Milram) und Humana ernst und schlossen sich nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen in der Vergangenheit zusammen. Die DMK Deutsches Milchkontor bringt es auf 6,7 Mrd. Kilo verarbeitete Milch, geliefert von 11 000 Erzeugern, und verarbeitet an 23 Standorten mit 5 500 Beschäftigten, die für 4 Mrd. Euro Umsatz sorgen. Weltweit liegt Neuseeelands Fonterra vor Dairy Farmers of America (USA) und Nestlé vorn.


Börsen-Zeitung, 17.01.2012, Autor Walther Becker, Nummer 11, Seite 10, 332 Wörter

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