Dax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 11.064,00+0,07% TecDax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 2.593,25+1,32% Euro Stoxx 50 Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.114,00+0,31% US/Dow Jones Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 24.570,00+0,56% Gold: 1.281,73-0,16% EUR/USD: 1,1384-0,01%
Redaktion

Bundesbank: Voraussetzung für Bankenunion - Institute fühlen sich von Regulierungsflut überrollt

bal/sto/bn Frankfurt - Bundesbankpräsident Jens Weidmann fordert eine Beschränkung für Staatsanleihen in den Bankbilanzen. "Erstens sollte eine Obergrenze, eine Art Großkreditbeschränkung, für das Engagement einzelner Banken gegenüber staatlichen Schuldnern ins Auge gefasst werden, zweitens sollten Banken Staatsanleihen oder Kredite an den Staat entsprechend deren Risiko mit Eigenkapital unterlegen", sagte Weidmann zum Auftakt der Euro Finance Week in Frankfurt. Derzeit müssen Banken Staatsanleihen aus Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Gegensatz zu anderen Vermögenspositionen wie Firmenkredite in ihrer Bilanz nicht mit Eigenkapital unterlegen.

Auf Anfrage sagte ein Bundesbanksprecher, dass diese Forderung Weidmanns nur für künftige Käufe gelte, also nicht für die derzeitigen Bestände in den Bankbilanzen. Allerdings sei eine solche Regel eine "unabdingbare Voraussetzung" für eine europäische Bankenunion, für die sich auch die Bundesbank im Grundsatz ausspricht. Auch bei der Bundesbank ist man sich jedoch darüber im Klaren, dass eine solche Änderung der komplexen und international verankerten Bankenregulierung nicht kurzfristig durchführbar ist. Deshalb veranschlagt man dort für die Bankenunion einen zeitlichen Rahmen von drei Jahren. Die Staats- und Regierungschefs hatten jüngst beschlossen, die Bankenunion innerhalb des kommenden Jahres einzuführen.

Die Chefs deutscher Banken beklagten sich einmütig über die Regulierungsflut wie die künftigen Kapitalvorgaben für Banken, Basel III, die entsprechenden Regeln für Versicherer, Solvency II, die Märkterichtlinie Mifid, Bankenrestrukturierungsgesetz, Bankenunion oder Trennbankenvorschläge. "Der Bankensektor steht an der Klippe eines regulatorischen Kollapses, da die Flut immer neuer und untereinander inhaltlich und hinsichtlich ihrer Auswirkungen nicht abgestimmter Vorschläge alleine schon aus Kapazitätsgründen zukünftig nicht mehr zu bewältigen ist", mahnte Hans-Dieter Brenner, Chef der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen. Auch Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ Bank, warnte vor einer Überforderung. Die Regulierungsflut führe zu einem steigenden Kostendruck. Wenn es den Instituten nicht gelinge, hier mit steigenden Erträgen gegenzusteuern, drohe der Abbau von Personal und Geschäftsstellen. Im Hinblick auf Basel III sprachen sich die deutschen Branchenvertreter für eine schnelle Einführung aus. "Es kann nicht sein, dass man fünf vor zwölf wieder so eine Diskussion vom Zaun bricht", sagte der Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen mit Blick auf die USA, die im Hinblick auf die Kapitalregeln blockieren.

Kritisiert wurde auch die Reform des Derivatehandels. Die systemischen Risiken nähmen zu, würden sie auf wenige zentrale Gegenparteien konzentriert, meinte Detlef Hosemann, Risikovorstand der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Für Banken ist die Mitgliedschaft bei einer dieser Gegenparteien mit erheblichen Risiken verbunden, wie Frank Westhoff, Kreditvorstand der DZ Bank, erklärte.

- Nebenstehender Kommentar

- Schwerpunkt Seiten 4 und 5

- Wertberichtigt Seite 8


Börsen-Zeitung, 20.11.2012, Autor bal/sto/bn Frankfurt, Nummer 224, Seite 1, 401 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2012224012&titel=Weidmann-fordert-Unterlegung-von-Staatsanleihen-mit-Eigenkapital
BZ Artikel twitternLinkedInXingFacebook



Serien zu Banken & Finanzen
Themendossiers zu Banken & Finanzen


Termine des Tages
Donnerstag, 24.01.2019

Ergebnisse
American Airlines: 4. Quartal
Bristol-Myers Squibb: 4. Quartal
Intel: 4. Quartal
Kone: Jahresergebnis
Microsoft: 2. Quartal
Southwest Airlines: 4. Quartal
Starbucks: 1. Quartal
Zooplus: 4. Quartal

Presse- und Analystenkonferenzen
Sparda-Bank Hessen: Bilanz-Pk




























21

0.175102 s