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Redaktion

Institut zu Schadenersatz an die Kirch-Erben verurteilt

sck München - Für die Deutsche Bank ist es eine schwarze Woche gewesen. Nach einer Razzia in der Konzernzentrale und einer Gewinnwarnung kam es für den deutschen Branchenprimus am Freitag abermals knüppeldick: Der langjährige Rechtsstreit mit dem Kirch-Lager endete für die Deutsche Bank mit einer Niederlage. Das Oberlandesgericht München (OLG) verurteilte das Frankfurter Geldhaus zu Schadenersatz an die Erben des früheren Medienmoguls Leo Kirch.

An der Börse kam die Nachricht schlecht an. Die Aktie der Deutschen Bank büßte mehr als 2 % auf 32,65 Euro an Wert ein. Der Titel war damit schwächster Wert im Dax.

In seinem Urteil sprach der Vorsitzende Richter Guido Kotschy von berechtigten Schadenersatzansprüchen des Kirch-Lagers. Die Höhe der zu zahlenden Summe will er aber noch über zwei Gutachten feststellen lassen. Für die Deutsche Bank kann es teuer werden. Kotschy nannte zuvor auf Grundlage eines Wertgutachtens von KPMG eine Summe in einer Bandbreite von 120 Mill. Euro bis maximal 1,5 Mrd. Euro. Kurz vor dem Richterspruch bezeichneten die Anwälte der Deutschen Bank dieses Gutachten als "ungeeignet", einen möglichen Schadenersatz festzulegen.

Das Gericht ließ keine Revision zu. Dennoch ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Es wird erwartet, dass die Deutsche Bank mit einer Nichtzulassungsbeschwerde versuchen wird, das Verfahren vor dem Bundesgerichtshof (BGH) neu aufzurollen. Dies hatten die Rechtsvertreter des Geldhauses bereits zuvor angedeutet. Mit seinem Urteil im Zivilprozess hob das OLG eine vorinstanzliche Entscheidung des Landgerichts München vom März 2009 auf. Damals fiel das Urteil zugunsten der Deutschen Bank aus. Die Klage des mittlerweile verstorbenen Leo Kirch wurde seinerzeit abgewiesen. Kotschy verurteilte die Deutsche Bank, nachdem mehrere Versuche einer außergerichtlichen Einigung gescheitert waren. Der Vorsitzende Richter bezweifelte erneut die Glaubwürdigkeit der Beklagten. So habe der frühere Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Rolf Breuer, in seinem Fernsehinterview vom Februar 2002 eine Vertraulichkeitsvereinbarung zwischen der Bank und Kirch-Media verletzt. Das OLG wertete dies als "sittenwidrige vorsätzliche Schädigung".

Breuer, der am letzten Verhandlungstag dem Gericht fernblieb, reagierte zuvor auf Kotschys Vorwürfe empört. Er und die Anwälte der Deutschen Bank bestreiten, die Kirch-Gruppe mit dem Interview geschadet zu haben. Kirch behauptete, dass Breuer seinen Konzern mit den Interview-Äußerungen in die Insolvenz getrieben habe.

- Bericht Seite 3

- Leitartikel Seite 8


Börsen-Zeitung, 15.12.2012, Autor Stefan Kroneck, München, Nummer 243, Seite 1, 356 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2012243014&titel=Deutsche-Bank-unterliegt-vor-Gericht
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