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Redaktion

KOMMENTAR
Die Aufregung hierzulande war groß nach dem Schweizer Referendum über Managergehälter - und sie ist es noch. Müssen die Deutschen sich erst von den wirtschaftsfreundlichen Eidgenossen zeigen lassen, dass es auch anders geht? In Sachen überhöhte Managergehälter scheint eben doch etwas zu machen zu sein. Die schwarz-gelbe Koalition steht seitdem unter erhöhtem Druck. Tut sie nichts und verweist auf die geltende, noch gar nicht alte und im Vergleich zur Schweiz deutlich schärfere Rechtslage, muss sie sich womöglich Untätigkeit vorwerfen lassen. Das Thema birgt Sprengstoff im Wahlkampf. Der muss - offenkundig ohne Ansehen der Folgen - entschärft werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit ihrer öffentlichen Feststellung, die "Selbstregulierung der Wirtschaft" reiche nicht aus, den Startschuss gegeben, um dieses Wahlkampfthema aktionistisch abzuräumen. Es soll noch vor der Wahl zu einer Gesetzesänderung kommen. Das FDP-geführte Bundesjustizministerium sucht nun nach einer aktienrechtlich sauberen und in der Koalition konsensfähigen Lösung. Der führende Rechtspolitiker der CDU/CSU-Fraktion, Günter Krings, brauchte dafür nicht so viel Zeit. "Ich will, dass jedes einzelne Top-Gehalt offen genannt wird", verlangte er in der "Bild". Was die Kanzlerin will, ist - wie so oft - unklar. Auf jeden Fall will sie keine "Maßlosigkeit".

Fakt ist, dass die Hauptversammlung hierzulande schon heute über die Vergütungsstruktur des Vorstands entscheiden kann. Dies zu ermöglichen war die Stoßrichtung des Schweizer Referendums. In den großen börsennotierten Unternehmen ist dies in Deutschland Praxis. Sorge tragen, dass die Vergütung, wie es das Gesetz vorschreibt, "angemessen" ist, muss der Aufsichtsrat. Das Kontrollorgan haftet auch dafür. Bestimmt künftig die Eigentümerversammlung, wie es nun überlegt wird, weicht der Druck vom Aufsichtsrat.

Mag sein, dass die Kontrolle der Vergütung nicht gelingt, weil der Aufsichtsrat die komplexen Vergütungsmodelle mit mehreren Variablen nicht ausreichend durchschaut. Ist die Hauptversammlung dann das kundigere Gremium? Mag sein, dass der Aufsichtsrat dem Vorstand zu nahe steht und zulasten der Aktionäre agiert. Dann sollte die Hauptversammlung für bessere Vertreter sorgen. Die Offenlegung der "Top-Gehälter" wird ex ante nicht möglich sein, denn eine flexible Vergütung richtet sich gerade nach veränderlichen Kennzahlen. Gegen Maßlosigkeit hilft nur eine Deckelung, wie sie die Corporate-Governance-Kommission empfiehlt. Gerade die will Schwarz-Gelb zu Recht nicht im Gesetz haben.


Börsen-Zeitung, 15.03.2013, Autor Angela Wefers, Nummer 52, Seite 6, 350 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2013052063&titel=Schwarz-Gelb-in-der-Verguetungsfalle
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