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Redaktion

Konservative und Liberale lehnen Begrenzung von Managerboni ab

fed Brüssel - Investmentfonds für Kleinanleger (Ucits) können aller Voraussicht nach auch in Zukunft erfolgsabhängige Gebühren (Performance Fees) verlangen und den Managern hohe variable Gehälter anbieten. Denn eine Initiative im EU-Parlament, die Novelle der EU-Fondsrichtlinie (Ucits V) durch eine ausdrückliche Begrenzung der Boni und strikte Vorgaben für erfolgsabhängige Gebühren zu ergänzen, wurde gestern von einer Mehrheit der Abgeordneten abgelehnt. Konservative und Liberale stimmten gegen die Vorschläge, für die sich vor allem die Grünen und deren Berichterstatter für dieses Dossier, Sven Giegold, starkgemacht hatten.

Die EU-Novelle muss jetzt noch mit den nationalen Regierungen verhandelt werden. Aber es ist kaum zu erwarten, dass die Finanzminister die Initiativen für eine Bonus-Deckelung für Fonds oder für eine symmetrische Gestaltung von Performance Fees aufgreifen. Giegold und seine Mitstreiter hatten sich dafür eingesetzt, dass Gebühren für besondere Anlageerfolge nur dann erhoben werden dürfen, wenn andersherum im Falle negativer Wertentwicklung entsprechend ein Malus berechnet werden würde. Das ging CDU-Abgeordneten wie Thomas Mann aber zu weit. Die vorgeschlagene symmetrische Ausgestaltung von Performance Fees sei "unausgewogen". Es sei problematisch, wenn der Fondsmanager für Verluste geradestehen müsse, wenn sich der Fonds ungünstiger entwickele als der Index.

Mann sprach sich allerdings auch dafür aus, "das allgemeine System der leistungsabhängigen Gebühren generell auf seine Schwächen hin zu überprüfen". Dazu bedürfte es einer fundierten Analyse. Der Abgeordnete signalisierte seine Erwartung, dass die EU-Kommission "geeignete Vorschläge unterbreiten werde". Die europäische Fondslobby Efama kommentierte die Abstimmung nur äußerst vorsichtig. Sie werde die weiteren Arbeiten an der Novelle unterstützen und hoffe auf ein "gutes Resultat für die Investoren".

Grüne enttäuscht

Auch der Berichterstatter Giegold meldete sich zu Wort. "Konservative und liberale Abgeordnete haben eine Begrenzung der Boni für Fondsmanager und ein Ende des Missbrauchs mit ertragsbezogenen Fondsgebühren verhindert", schimpfte der Grüne. Er zeigte sich vor allem verärgert darüber, dass die "kürzlich für Banker beschlossene Deckelung (der Boni) damit nicht auf sie ausgeweitet" werde. Das EU-Parlament "konterkariert damit seinen eigenen Erfolg bei der Begrenzung von Bonizahlungen an Banker". Giegold sprach von einem "schwarzen Tag für den Anlegerschutz in Europa".

Jenseits der Streitpunkte Boni und Performance Fees geht es in der Novelle der EU-Fondsrichtlinie vor allem um eine Reaktion auf den Madoff-Skandal. Der Schutz der Anleger soll durch eine strikte Haftung der Depotbanken für Einlagen gestärkt werden. Auch sind weitergehende Sanktionen vorgesehen. "Existierende Regelungen sollten gestärkt und europäisch harmonisiert werden, um die Umgehung der Vorschriften zu verhindern", erläuterte Giegold. Er forderte den Ministerrat auf, nun umgehend seine Position festzuzurren, um die Schlussverhandlungen starten zu können.

Börsen-Zeitung, 04.07.2013, Autor Detlef Fechtner, Brüssel, Nummer 125, Seite 3, 405 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2013125012&titel=EU-laesst-Fondsgebuehren-unangetastet
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