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Bilanzregeln für Finanzinstrumente verzögern sich

sto Frankfurt - Die Finanzbranche bekommt zum wiederholten Male eine Gnadenfrist für die neuen Bilanzregeln rund um die Bewertung von Finanzinstrumenten. Weil der internationale Standardsetzer IASB den Zeitrahmen erneut sprengte, wird der bereits um zwei Jahre verzögerte Starttermin 2015 erneut gekippt und zunächst auf unbestimmte Zeit vertagt. Dies beschloss das IASB nach Angaben von Wirtschaftsprüfern bei seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause.

Das neue Regelwerk IFRS 9 soll die derzeit gültigen Vorgaben IAS 39 ablösen. Doch angesichts immer neuer und komplexer Fragestellungen wird der finale Standard frühestens im 3. Quartal 2013, vielleicht auch erst zum Jahreswechsel 2013/ 2014 fertig sein. Damit ist aber eine Umsetzung bis zum 1. Januar 2015 für die Banken und Versicherer unmöglich, zumal Erstere sogar zumindest für Teile des Regelwerks eine Übergangsfrist von drei Jahren für sich reklamieren.

"Die Banken haben dem IASB in den vergangenen Wochen das Feedback gegeben, dass sie sogar eigentlich drei Jahre Vorlaufzeit für die Umsetzung der Regelungen für Risikovorsorge bräuchten", berichtet KPMG-Partner Gerd Straub. "Eine Umsetzungsfrist von drei Jahren wäre vernünftig", meint Burkhard Eckes, Leiter Banken und Kapitalmärkte von PwC. Zwei Drittel des großen Reformwerks sind nämlich noch völlig offen. Bei Klassifizierung und Bewertung (Phase 1) sowie Wertminderung (Phase 2) gibt es noch viele ungeklärte Punkte. Lediglich die Bestimmungen rund um die Sicherungsgeschäfte sind als weitestgehend in trockenen Tüchern zu betrachten, mit Ausnahme der Portfolioabsicherung.

In der Phase 1 scheint die politisch gewollte Konvergenz zwischen den Rechnungslegungsvorschriften Europas und der USA in greifbarer Nähe zu sein. Aber im zentralen Bereich Impairment trennen die beiden Regionen Welten, wie sich bei der IASB-Sitzung erneut zeigte. Zu unterschiedlich sind die Kreditmärkte dies- und jenseits des Atlantiks ausgestaltet, als dass gemeinsame Regeln von Beobachtern noch als realistisch betrachtet werden. Zwar soll es im September erneut ein Treffen mit dem US-Standardsetzer FASB geben. Doch die Wetten, dass die Konvergenz doch noch gelingt, stehen schlecht.

- Bericht Seite 5


Börsen-Zeitung, 25.07.2013, Autor Silke Stoltenberg, Frankfurt, Nummer 140, Seite 1, 311 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2013140005&titel=Banken-und-Versicherer-bekommen-Aufschub
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