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Redaktion

Mit der Diversifikationsstrategie auf dem richtigen Weg - Regierung setzt immer mehr auf geografische Vielfalt

Die Größe unseres Landes hat die Akteure des Luxemburger Finanzplatzes schon immer veranlasst, ihr Glück nicht auf dem nationalen Markt zu suchen. Die internationale Ausrichtung unserer Dienstleistungen und die ständige Diversifizierung der Aktivitäten des Finanzplatzes haben vor allen Dingen zu einem geführt: einer Stabilität, die in Europa ihresgleichen sucht. Und so kommt es, dass die anhaltende positive Entwicklung der Luxemburger Wirtschaft die beiden großen Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor's dazu bewegt hat, Luxemburgs AAA-Rating zu bestätigen. Diese Stabilität verleiht Luxemburg einen unbestrittenen Standortvorteil. Trotzdem darf man Stabilität nicht mit Stillstand verwechseln.

Weiterhin führende Rolle

Ab dem 1. Januar 2015 werden wir in Luxemburg den automatischen Informationsaustausch auf Zinserträge einführen, eine Nachricht, die in der Presse allgemein als Paradigmenwechsel aufgenommen wurde. Tatsächlich steht diese Entscheidung am Ende einer globalen Entwicklung hin zu mehr Transparenz im Finanzsektor, der auch wir uns anschließen. Mit dieser Entscheidung wird Luxemburg weiterhin eine führende Rolle unter den europäischen Finanzplätzen spielen, da die stetige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und die Diversifikation der anzubietenden Produkte und Dienstleistungen wesentliche Elemente der Luxemburger Finanzplatzstrategie sind.

Seit Langem breit aufgestellt

Der Finanzplatz Luxemburg ist seit Langem schon mit seinen fünf Standbeinen Vermögensverwaltung, Investmentfonds, internationale Kredite, Versicherungen und Finanzstrukturierung breit aufgestellt. Darüber hinaus versuchen wir, in Zusammenarbeit mit dem Privatsektor unser Dienstleistungsangebot weiter auszubauen, um den Bedürfnissen unserer Kunden gerecht zu werden. Zahlreiche Initiativen, von denen ich hier einige vorstellen möchte, werden die Nachhaltigkeit der Finanzindustrie für die Zukunft sichern.

Am 10. Juli 2013 hat das Luxemburger Parlament das Gesetz zur Umsetzung der europäischen Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds verabschiedet, nur zwei Jahre nach Annahme der Richtlinie durch den EU-Rat. Luxemburg ist damit das erste Land in der Europäischen Union nach Deutschland, welches die Direktive in nationales Recht umgesetzt hat. Jedoch handelt es sich im Falle Luxemburgs nicht um eine bloße Umsetzung einer EU-Direktive in nationales Recht. Um die Attraktivität des Finanzplatzes gegenüber seinen Konkurrenten zu steigern, wurde ein spezielles Statut der Kommanditgesellschaften ohne Rechtspersönlichkeit eingeführt, das sich am angelsächsischen Modell der "limited partnership" orientiert.

Im Bereich der privaten Vermögensstiftungen wurde ein Gesetzesentwurf für Stiftungen ausgearbeitet, dernun dem Parlament zur Abstimmung vorliegt. Er bietet wohlhabenden Familien und Unternehmen die Möglichkeit, über Luxemburg eine effiziente Vermögensverwaltung innerhalb Europas umzusetzen und das Weiterbestehen einer Firma zu sichern.

Neues aus anderen Bereichen

Auch wenn die Fondsindustrie zusammen mit dem Wealth Management zweifelsohne die wichtigsten Standbeine des Finanzplatzes sind und auch bleiben werden, gibt es auch in den anderen Wirtschaftszweigen Neues zu berichten. So wurde ein neues Statut für Gewerbetreibende des Versicherungssektors gegründet, welches das Outsourcing bestimmter Aktivitäten von Versicherern erleichtert. Zusätzlich hat Luxemburg als erstes Land Europas die Aktivität der Family Offices reglementiert. Diese neue Kategorie von Gewerbetreibenden des Finanzsektors soll als eine Ergänzung der Private-Banking-Branche angesehen werden und vermögenden Privatpersonen eine optimale Vermögensverwaltung gewährleisten.

Die Diversifikationsstrategie der Luxemburger Regierung beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Ausbauen neuer Produkte und Dienstleistungen. Um den internationalen Erfolg des Finanzplatzes sichern zu können, wird immer mehr auf geografische Diversifikation gesetzt.

Die letzte Initiative, auf die ich hier zu sprechen kommen möchte, steht in Zusammenhang mit der Öffnung des chinesischen Marktes und der damit verbundenen schrittweisen Zulassung des Yuan als frei handelbare Währung. Schon heute ist Luxemburg das wichtigste Zentrum für den Handel mit Renminbi (RMB) in der Eurozone. Die Zahlen sprechen für sich: 241 Mrd. Vermögenswerte in RMB werden von internationalen Fondspromotern in Luxemburg verwaltet. In Luxemburger Banken liegen Einlagen im Wert von 40 Mrd. RMB, zugleich wurden Kredite im Wert von 62 Mrd. RMB vergeben. Zu guter Letzt sind 40 Dim-Sum-Anleihen an der Luxemburger Börse mit einem Volumen von 24,5 Mrd. RMB gelistet. Auch diesen Wirtschaftszweig gilt es in Zukunft weiter zu fördern.

Agenturen bestätigen Erfolg

Es bedarf nicht zwingend des Urteils von Ratingagenturen, um den Erfolg unserer Diversifizierungsstrategie zu bestätigen, dennoch beweist die positive Beurteilung, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Ja, der Finanzsektor ist die wichtigste Säule der Luxemburger Wirtschaft und trägt somit auch zur Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Binnenmarktes bei. Dank seiner Vielfältigkeit wird er auch weiterhin zum Wohlergehen des Landes beitragen.

Von Luc Frieden, Finanzminister des Großherzogtums Luxemburg

Börsen-Zeitung, 28.09.2013, Autor Luc Frieden, Finanzminister des Großherzogtums Luxemburg, Nummer 187, Seite B 2, 673 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2013187802&titel=Initiativen-sichern-Nachhaltigkeit-der-Finanzindustrie
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