Dax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 11.420,50-0,11% TecDax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 2.598,00-0,74% Euro Stoxx 50 Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.264,00-0,05% US/Dow Jones Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 25.864,00-0,42% Gold: 1.332,97-0,57% EUR/USD: 1,1344-0,02%
Redaktion

GELD ODER BRIEF
Von Markus Gärtner, Vancouver

Der CEO der kanadischen Potash, Bill Doyle, weist Anleger gerne darauf hin, dass ein Investment in dem führenden Düngemittelproduzenten der Welt seiner Ansicht nach ein Marathonlauf ist und kein Sprint. Seit Jahresbeginn sieht der Kursverlauf der Potash-Aktie jedoch eher wie ein Berglauf aus. Nach dem schroffen Absturz um 30 % Ende Juli, den der Ausstieg der russischen Uralkali aus ihrem europäischen Marketing-Kartell auslöste, begann die Aktie des Produzenten aus dem kanadischen Saskatchewan eine langsame Erholung. Diese hat sich seit Jahresbeginn aber sichtbar beschleunigt und den Kurs auf nunmehr über 38 kan. Dollar (24,70 Euro) in die Höhe getrieben. Damit konnte sich die Potash-Aktie schon wieder 31 % von ihrem 52-Wochen-Tief Ende Juli entfernen. Mit Notierungen sowohl über der 200-Tagelinie als auch über der 50-Tagelinie sieht der Chart gut aus. Die aktuelle Dividendenrendite von knapp über 4 % steuert ihren Teil zur Attraktivität der Aktie bei. Analysten erwarten in den kommenden Jahren sogar noch höhere Ausschüttungen.

Überkapazitäten

Doch der Markt für Kali, in dem die Potash den Großteil ihrer Verkaufserlöse erzielt, hat das Schlimmste vielleicht noch nicht überwunden. Die großen Produzenten leiden unter Überkapazität. Und der australische Minengigant BHP Billiton hat das grüne Licht für seine riesige Jansen-Mine in Saskatchewan noch nicht erteilt. Das lässt auf eine vorsichtige Einschätzung der Perspektiven schließen.

Auf der Nachfrageseite steht der Markt weiter unter Druck. Indien will im Finanzjahr 2014, das im April beginnt, die Subventionen für Kali um knapp ein Fünftel kürzen. Indiens Einfuhren könnten im schlimmsten Fall 2014 weiter zurückgehen. Die Branche hofft jedoch derzeit darauf, dass sich der Staub, den das Zerbrechen des Uralkali-Kartells im vergangenen Sommer aufwirbelte, langsam legt. Bill Doyle, der sein Unternehmen für 2014 gut aufgestellt sieht, rechnet mit einer Produktionskapazität von über 10 Mill. Tonnen im laufenden Jahr. Das wäre nur leicht weniger als im Vorjahr. Und die Preise scheinen sich für Kali bei etwa 300 Dollar je Tonne stabilisiert zu haben. Potash gibt einen durchschnittlichen realisierten Verkaufspreis von 282 Dollar für das Quartal an. Die Kalinachfrage hat laut dem jüngsten Quartalsbericht von Ende Januar im Schlussquartal 2013 bereits mit einer Erholung begonnen. Die Lieferungen nordamerikanischer Hersteller wie Potash legten von Oktober bis Dezember im Jahresvergleich um 38 % zu. Derzeit lasse die Unsicherheit am Düngemittelmarkt schon wieder etwas nach, weil für 2014 eine um bis zu 5 % höhere Nachfrage zu erwarten sei. In Nordamerika helfe ein stärkerer Kalieinsatz. China wolle derweil die Ernteerträge steigern, um die Kosten wachsender Getreideimporte zu begrenzen. Käufer in Lateinamerika und anderen Teilen Asiens außerhalb China blieben aktiv. Der Druck auf die Kalipreise scheine daher nachzulassen. Die Stickstoff-Produktion, bei der Potash 2 % zum weltweiten Angebot beisteuert, profitiert derzeit von den Erdgaspreisen in Nordamerika. Bei den Phosphaten, wo Potash 4 % des Weltmarktes beherrscht, hellt es sich auf.

Analysten zurückhaltend

Die Analysten sind in ihrer Einschätzung allerdings noch nicht so sicher wie die Anleger, die kräftig kaufen. Von 21 Potash-Analysten, die man bei Zacks zählt, empfehlen 6 die Aktie zum Kauf, 12 raten zum Halten, 3 haben eine Verkaufsempfehlung gegeben. Die Zacks-Analysten selbst erwarten von der Aktie wegen der schwachen Kalipreise und des volatilen Marktumfeldes ein schwächeres Abschneiden als der Gesamtmarkt. Im Januar musste Uralkali im jüngsten Halbjahresvertrag für Lieferungen nach China mit einem Volumen von 700 000 Tonnen 24 % niedrigeren Preisen zustimmen. Das könnte bei steigenden Lieferungen dazu führen, dass die Preise vorerst nicht anziehen.

Analysten in Kanada sind dagegen optimistischer. Don Vialoux von Jov Investment Management, einer Vermögensberatung in Toronto, empfiehlt die Aktie zum Halten: "Das Chart sieht beeindruckend aus, die Aktie ist in einem Aufwärtstrend", sagt er. Lyle Stein, Präsident beim Vermögensberater Red Barn Capital, bezeichnet Potash gar als einen seiner Favoriten: "Eine großartige Cash-Maschine, die Kalipreise haben bei 300 Dollar einen Boden gefunden, die Dividende wird vom Cash-flow gedeckt und die Bilanz ist makellos."

In der Tat: Der Cash-flow aus dem operativen Geschäft erreichte bei Potash 2013 immerhin 3,2 Mrd. Dollar. Das war der dritthöchste Wert in der Firmengeschichte. Mit einem Gewinn je Aktie von 2,04 Dollar schnitt das Unternehmen 2013 jedoch nicht so gut ab wie im Vorjahr, als 2,04 Dollar je Aktie erzielt wurden. Zu jenen, die mit Blick auf die Potash-Aktie weniger optimistisch sind, gehört in Kanada Stan Wong, ein Portfoliomanager bei Macquarie Private Wealth in Markham, Ontario. Er sieht Margendruck bei den Bauern, die Kali kaufen, und ist nicht sicher, ob das Geschäft mit Düngemitteln auf kurze Sicht stark sein wird. Interessant ist, dass eines der größten Fragezeichen - die Nachfrage in Indien - vom Konkurrenten Mosaic positiver eingeschätzt wird als bei Potash.

Distribution verhindert

Bei Mosaic vermutet man, die Nachfrage habe ihren Tiefpunkt erreicht und werde sich erholen. Zudem hätten in Nordamerika die arktischen Wettereinbrüche in diesem Winter die Distribution behindert, was in den nächsten Monaten zu größeren Bestellungen führen kann. Das könnte die Kalipreise nach oben in Bewegung bringen. Die Anleger scheinen Potash dafür besser aufgestellt zu sehen als die Konkurrenz. Während die Potash-Aktie seit Jahresbeginn 10,2 % zulegen konnte, betragen die Zuwächse bei Agrium 2,9 %, bei Mosaic 3,3 %. Und während sich Potash 31 % vom 52-Wochen-Tief verbessern konnte, verzeichnet Agrium lediglich ein Plus von 21 %. Bei Mosaic beträgt der Zuwachs 23 %.

Börsen-Zeitung, 21.03.2014, Autor Markus Gärtner, Vancouver, Nummer 56, Seite 17, 856 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2014056087&titel=Anleger-setzen-bei-Potash-auf-eine-Erholung
BZ Artikel twitternLinkedInXingFacebook

Artikel-PDF    
Unternehmensbereich: Potash Corp. of Saskatchewan Inc.
Übersicht Kurse / Charts Redaktionelle BerichteResearch
Ad-hocFinanzanzeigenAktionärsstrukturDirectors’ Dealings
Termine Wertpapiersuche Audio / Video


Potash Corp. of Sa...in den Pushdienst einfügen


Serien zu Kapitalmärkte
Themendossiers zu Kapitalmärkte
Länderratings
Neue Produkte
Zusatztabellen zur Analyse "Geld oder Brief"


Termine des Tages
Freitag, 22.02.2019

Ergebnisse
Dr. Hönle: 1. Quartal
Pearson: Jahreszahlen
Rhön-Klinikum: Jahreszahlen
RIB Software: Jahreszahlen
Sika: Jahreszahlen




























21

0.898175 s