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Redaktion

8. CORPORATE BANKING TAG DER BÖRSEN-ZEITUNG
RHJI-Chef Fischer: Bankensektor teilt sich in Spezialisten und universelle Institute - Komplexität ist Problem
Der Finanzinvestor RHJI sieht Banken am Scheideweg: Sie müssen sich als Spezialisten positionieren oder auf Standardisierung setzen. Die HypoVereinsbank warnt derweil vor unruhigen Zeiten im Firmenkundengeschäft.

jsc Frankfurt - Banken müssen sich aus Sicht von RHJ International (RHJI) festlegen, ob sie als Spezialist oder als Institut mit universellem Geschäftsanspruch an Firmenkunden herantreten. Wie Leonhard Fischer, Chef des hinter der BHF-Bank stehenden Finanzinvestors am Donnerstag zum 8. Corporate Banking Tag von Börsen-Zeitung, Capco und RBS erklärte, hat die Informationstechnologie zu einer "Konvergenz zu immer größeren Einheiten" geführt, "die sich einer einheitlichen Plattform bedienen". Das befördere Großanbieter, die nach der Logik der Industrialisierung - wie einst beim T-Modell von Ford in der Automobilindustrie - Prozesse standardisierten und Skalenerträge ernteten. Da nicht alle Leistungen vereinheitlicht werden könnten und die Komplexität große Finanzkonzerne bremse, bleibe zugleich Raum für spezialisierte Häuser, die sich auf wenige Dienstleistungen beschränken - wie ein Friseur, der jedem einen anderen Haarschnitt verpasse. "Daher denke ich, dass sich das Bankgeschäft in hohem Maße aufspalten wird in der nächsten Dekade", sagte Fischer.

Der RHJI-Chef sprach sich für einen Finanzdienstleister für "Unternehmer und ihre Unternehmen" aus, der auf Spezialisierung setze. Neben dem Firmenkundengeschäft, zu dem etwa Finanzierung, Beratung und Kapitalmarktfähigkeit zählten, gehörten das Private Banking und das Asset Management unter ein Dach. Gerade in Deutschland, dessen Wirtschaft von besitzergeführten Unternehmen dominiert werde, trage ein solches Geschäftsmodell Früchte, befand er.

In Abgrenzung zum Modell einer universell auftretenden Bank sagte er, dass die Gesellschaft nicht produktbezogen, sondern kundenbezogen agieren müsse. Die Abhängigkeit von einzelnen Kunden sei mangels Größe hoch. Ein spezialisierter Anbieter solle seinen Kundenbetreuern Entscheidungen zutrauen und eine dezentrale Organisation anstreben. Ziel sei es, eine Dienstleistung jenseits von Standards zu bieten. "Sie müssen dem Kunden etwas sagen können, was er nicht googeln kann", betonte er.

Groß und kundennah

Auch die HypoVereinsbank (HVB) präsentierte sich als spezialisierter Anbieter für Firmenkunden, verwies aber auch auf Vorteile, die sich aus einer großen Organisation ergeben dürften. So erklärte Vorstand Lutz Diederichs, der für die Unternehmer Bank im Konzern zuständig ist, ein Institut müsse erstens "Kernbank" von Firmenkunden sein, um per Cross Selling verschiedene Leistungen zu vermarkten. "Wer als Nebenbank in eine Kundenverbindung reingeht, muss sich gut überlegen, ob er durch Zyklen hindurch nur aus der Finanzierung heraus eine Profitabilität erzielen kann", erklärte er.

Zweitens bündele die Bank die Beratung für einfache Dienstleistungen wie Zahlungsverkehr und Kontokorrentkredite auf einer Plattform und erreiche so rund 125 000 Firmenkunden. Jedem Unternehmer sei ein fester Berater zugeordnet, den er online oder per Telefon kontaktieren könne. Für das "gehobene Mittelstandsgeschäft" reiche die Plattform jedoch nicht aus. "Alles, was Beratung braucht, lässt sich nicht digitalisieren." Drittens biete die HVB als Tochter der italienischen Großbank Unicredit, die etliche Töchter in Osteuropa besitzt, auch einen vereinfachten Zugang für Firmenkunden in diese Region, argumentierte er. Um Komplexität der Organisation zu stemmen, beschäftige der Konzern "International Experts". Diese organisierten die Vernetzung zwischen den Unicredit-Töchtern, etwa wenn ein deutscher Kunde eine Finanzierung in Rumänien anstrebe.

Ähnlich wie zuvor Fischer sagte Diederichs, dass die HVB verschiedene Bereiche - das Wealth Management und Private Banking für Unternehmer - mit dem Firmenkundengeschäft unter einem Dach bündele. Berater der Unternehmer Bank konzentrierten sich auf bestimmte Branchen, um in der Beratung mit Expertise glänzen zu können.

Trübe Aussichten

Eindringlich warnte Diederichs vor falschem Optimismus im Firmenkundengeschäft. Die Konjunkturaussichten trübten sich bereits ein. Die Provisionen und Zinszahlungen, die Firmenkunden an Banken leisten, lagen 2013 bei 25,9 Mrd. Euro, wie er aufschlüsselte. Dieser Wert bewege sich seit 2010 kaum vom Fleck und werde 2015 und 2016 "tendenziell eher zurückgehen". Nur wenige Banken verdienten noch ihre Kapitalkosten, die Bruttobeiträge und der Gewinn vor Steuern seien im Corporate Banking zuletzt rückläufig gewesen. Die Kreditrisikokosten könnten nicht weiter sinken, die Regulierung gehe aber mit steigenden Kosten einher. "Ich finde es manchmal erstaunlich, dass Planungen von Banken für die kommenden Jahre auch im Corporate Banking nur nach oben zeigen", sagte er.

Börsen-Zeitung, 07.11.2014, Autor Jan Schrader, Frankfurt, Nummer 214, Seite 5, 637 Wörter

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