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Redaktion

GELD ODER BRIEF
Von Thesy Kness-Bastaroli,

Mailand

Eine Vielzahl der Analysten ist derzeit vom Aufwärtspotenzial der Banca-Intesa-Sanpaolo-Kurse überzeugt. Gemäß Angaben von Bloomberg empfehlen 63 % von 38 befragten Aktienexperten den Kauf, knapp 31 % plädieren für "Halten" und nur 5 % raten zum Verkauf. So haben beispielsweise die Analysten der Mediobanca ebenso wie jene von Kepler Cheuvreux das Kursziel auf 2,80 Euro angehoben, Jefferies auf 3 Euro. Das Analysehaus Independent Research hat das Kursziel für Intesa Sanpaolo nach den jüngst vorgelegten Zahlen von 2,40 auf 2,50 Euro erhöht, denn das Nettoergebnis der italienischen Großbank hat im dritten Quartal die Analystenerwartungen deutlich übertroffen. Der Konsensus (Bloomberg) hält derzeit einen Kurs von 2,68 Euro für angemessen. Aktuell notieren die Aktien der Mailänder Bank bei rund 2,50 Euro. Damit notiert die Aktie leicht unter ihrem Jahreshoch von 2,66 Euro, das Mitte Juni erreicht worden war, aber deutlich über ihrem Jahrestief von 1,78 Euro von Jahresbeginn. Innerhalb eines Jahres hat der Aktienkurs rund 48 % dazugewonnen. Damit wies Intesa Sanpaolo im Vergleich zu den anderen italienischen Bankwerten den höchsten Kursgewinn auf.

Favorit der Analysten

Bei Morgan Stanley zählt Intesa Sanpaolo gemeinsam mit Unicredit zu den Favoriten. Jernej Omahen, Aktienanalyst von Goldman Sachs, stuft den Titel in einer aktuellen Branchenstudie als attraktivste Bankaktie des Euroraums ein und rät, die Aktie zu kaufen. Mehrere Analysehäuser warnen jedoch vor den Herausforderungen auf dem Inlandsmarkt, welche das Wachstum bremsen könnten. Intesa Sanpaolo erwirtschaftet noch 70 % des Ergebnisses am Inlandsmarkt.

Im dritten Quartal hat die Mailänder Großbank erneut mehr verdient als erwartet. Der Nettogewinn hat sich im Vorjahresvergleich auf 483 Mill. Euro mehr als verdoppelt. Analysten hatten lediglich mit 287 Mill. Euro gerechnet. Die Ergebnisse sollen deutlich gesteigert werden: Der Geschäftsplan sieht bis 2017 einen Jahresgewinn von 4,5 Mrd. Euro vor. Die Einnahmen wuchsen im Quartal auf 4,21 Mrd. Euro statt der erwarteten 4,14 Mrd. Euro.

Angesichts der niedrigen Zinsen soll in Zukunft den auf Provisionen basierenden Geschäftsfeldern, etwa der Vermögensverwaltung, mehr Bedeutung zukommen. Wachstumsmotor waren bereits im laufenden Jahr die Provisionserträge, die um 10 % zunahmen. Der positive Trend soll sich gemäß den Erwartungen des Managements auch im kommenden Jahr fortsetzen. Die Bank will auch im Inland bei der Vermögensverwaltung zulegen. Geplant ist auch der Verkauf von Sparten, die nicht zum Kerngeschäft gehören. 1,9 Mrd. Euro will Intesa damit bis 2017 erlösen. Unter anderem sollen auch die Beteiligungen an Alitalia und dem Superschnellzugbetreiber NTV abgegeben werden.

Kräftig zugegriffen

Die Mailänder Großbank hat bei den an Auflagen gebundenen Langfristtendern der Europäischen Zentralbank kräftig zugegriffen. Banca Intesa Sanpaolo hat bei den ersten beiden Tranchen im September und Dezember rund 12 Mrd. Euro aus den Targeted Longer Term Refinancing Operations (TLTRO) bezogen. Die Mailänder Großbank ist Italiens größter Kreditgeber und hat allein im Zeitraum Januar bis September 2014 mittel- und langfristige Darlehen im Wert von 20 Mrd. Euro an Unternehmen gewährt.

Einer der Schwachpunkte der Mailänder Bank sind zweifellos die hohen Personalkosten. Mit 90 000 Angestellten (davon 20 000 in Osteuropa) machen die Personalkosten 59,4 % der Gesamtkosten aus. Nach den Prognosen der Mediobanca-Analysten soll diese Quote bis 2016 noch auf 61,2 % steigen.

Weniger Problemkredite

Die Zeit gewaltiger Wertberichtigungen und Rückstellungen auf Problemkredite der Vorjahre (2013: 12,9 Mrd. Euro) dürfte vorüber sein. Die Zunahme der Problemkredite habe sich im dritten Quartal erstmals verlangsamt, heißt es bei der Bank. Intesa Sanpaolo weist Deckungsgrade von 46,7 % nach Maßgabe der Bargeldreserven und sogar von 129 % auf, sofern die Pfandrechte mitberücksichtigt werden.

Im Gegensatz zu vielen kleinen italienischen Banken ist Italiens zweitgrößte Bank locker durch den Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) gekommen. In einem Interview sagte Vorstandschef Carlo Messina der Börsen-Zeitung, sein Haus habe inzwischen 16 Mrd. Euro überschüssiges Kapital. Damit könne Intesa eine aktive Rolle bei Übernahmen spielen: "Wir sind per Definition ein möglicher Konsolidierer", betonte er. Ganz oben auf seiner Liste stehen dabei Großbritannien, die Schweiz und die USA. Er könne sich dabei die Übernahme von Vermögensverwaltern, Versicherern oder Banken mit Ausrichtung auf reiche Privatkunden vorstellen. Messina will 8 Mrd. Euro für Akquisitionen ausgeben. Sollte nicht der gesamte Betrag ausgegeben werden, so stehen auch höhere Dividenden an.

Positiv wird auch das Engagement ausländischer Investoren gewertet. Im Februar 2014 erwarb der US-Investor BlackRock 4,9 % des Kapitals von Intesa Sanpaolo und avancierte damit nach der Stiftung Compagnia di Sanpaolo (9,5 %) und noch vor dem langjährigen Anteilseigner Stiftung Cariplo (4,8 %) zum zweitgrößten Aktionär. 73 % des Kapitals sind breit gestreut. Eine künftige Straffung der Kapitalstruktur wird bei den Mailändern nicht ausgeschlossen, denn Intesa Sanpaolo hat an der Mailänder Börse noch Sparaktien, also dividendenbegünstigte Aktien ohne Stimmrecht, mit einer Kapitalisierung von 1,7 Mrd. Euro in der Hand. Das sind knapp über ein Viertel der gesamten im Umlauf befindlichen Sparaktien an der Mailänder Börse.

Höhere Dividende avisiert

Auch wird eine Dividendenerhöhung in Aussicht gestellt. Während für 2014 noch eine Dividende von 0,06 Euro bezahlt wird, erwarten die Analysten von Kepler Cheuvreux für das kommende Jahr eine auf 0,12 Euro verdoppelte Dividende, die dann 2016 auf 0,16 Euro steigen soll. Das Dividendenrendite soll von 2,2 % im Jahr 2013 auf 8,1 % im Jahr 2016 ausgeweitet werden.

Börsen-Zeitung, 19.12.2014, Autor Thesy Kness-Bastaroli, Mailand, Nummer 244, Seite 17, 836 Wörter

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