Redaktion

KOMMENTAR - ALPHABET
Alphabet ist mit 535 Mrd. Dollar aktuell der wertvollste Konzern der Welt. Das unter dem Namen Google bekannt gewordene Unternehmen hat nach einem unerwartet robusten Weihnachtsquartal den Erzrivalen Apple als Alphatier an der Börse abgelöst. Die aktuellen Geschäftszahlen waren nur der finale Auslöser für die Wachablösung, die sich seit Wochen abzeichnete.

Betrachtet man nur die Fundamentaldaten, ist diese ohnehin kaum zu erklären. Apple hat im jüngsten Quartal unter dem Strich einen Rekordgewinn von 18,4 Mrd. Dollar eingefahren und damit in drei Monaten mehr verdient als Alphabet im gesamten Jahr. Zudem kommt die Google-Mutter mit 73 Mrd. Dollar auf nicht einmal ein Drittel der liquiden Mittel, die Apple vorweisen kann.

Die Börsenbewertung fußt indes natürlich im Wesentlichen auf der Einschätzung der Zukunft der beiden Unternehmen. Und hier wird Google schon seit einer Weile mehr zugetraut als Apple. Mit der neuen Konzernstruktur, die das hochprofitable Kerngeschäft mit Internetwerbung von den als "sonstige Wetten" bezeichneten Zukunftsprojekten separiert, ist die Fantasie der Anleger noch weiter angeheizt worden. In Kommentaren zur Aufteilung fabulierten Analysten bereits von mehreren starken Konzernen unter einem Holding-Dach wie etwa bei Berkshire Hathaway.

Fantasie und Realität klaffen dabei meilenweit auseinander. Die "Sonstigen Wetten" - hier subsumiert Alphabet ihre Zukunftsprojekte - haben ihren Umsatz 2015 zwar um mehr als ein Drittel auf 448 Mill. Dollar gesteigert. Dabei wurde der Verlust der Aktivitäten aber auf 3,1 Mrd. Dollar praktisch verdoppelt. Alphabet profitiert derzeit davon, dass die Erwartungen an neue Projekte weit geringer ausfallen als bei Apple. Als deren Börsenwert über 700 Mrd. Dollar geklettert war, hatte der iPhone-Anbieter dies nicht zuletzt der Wachstumsfantasie für die Apple Watch zu verdanken. Diese füllt seit Monaten die Regale im globalen Einzelhandel, bleibt aber bislang den Nachweis schuldig, ein wichtiges Standbein für Apple werden zu können. Der Vorteil von Alphabet ist, dass keine konkreten Erlös- und Ergebniserwartungen an die "Sonstigen Wetten" geknüpft sind. Ein ähnlicher Kursabsturz wie der des iPhone-Anbieters ist deshalb jedoch kaum unwahrscheinlicher. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von Alphabet beträgt 34. Verglichen mit Apple, die auf 10 kommt, bietet das neue Alphatier eine enorme Fallhöhe bei vergleichsweise wenig Luft nach oben.


Börsen-Zeitung, 03.02.2016, Autor Sebastian Schmid, Nummer 22, Seite 1, 342 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2016022005&titel=Enorme-Fallhoehe
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