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Redaktion

Chefberater der Allianz sieht Grenzen der Geldpolitik erreicht

scd New York - Der Ölpreis unter 30 Dollar, die höchste Volatilität seit Jahren: Der Start ins Jahr hätte 2016 kaum nervöser ausfallen können. Nur an einer Handvoll Tage hat sich der Dow Jones Industrial Index um weniger als eine dreistellige Punktzahl nach oben oder unten bewegt. Jahrelang haben die Notenbanken die Märkte mit billigem Zentralbankgeld geflutet und so geholfen, wirtschaftspolitische Defizite zu überdecken. Mohamed El-Erian, Chief Economic Advisor der Allianz, ist überzeugt, dass es kein Weiter-so geben kann. Investoren müssten sich an die dramatisch gestiegene Volatilität wohl vorerst gewöhnen.

"Die massiven Kursbewegungen zeigen mir vor allem, wie wenig Liquidität im Markt ist", erklärt er im Interview der Börsen-Zeitung. "Sobald sich die Einschätzung zu einem Unternehmen nur ein wenig ändert - egal ob positiv oder negativ -, sieht man derzeit massive Kursbewegungen." Die Notenbanken hätten ihre Möglichkeiten bis an die Grenzen ausgeschöpft, um die Konjunktur zu stützen. Nun sei man an einer Weggabelung angekommen. "Es gibt keinen Zweifel daran, dass das politische System die Wirtschaft im Stich gelassen hat."

Trotz der jahrelang unzureichenden Tätigkeit in der Politik gibt er die Hoffnung auf einen "ökonomischen Sputnik-Moment" nicht auf. Manchmal brauche es eine besondere Herausforderung, um eine gemeinsame Anstrengung zu unternehmen - etwa bezogen auf die gestiegene Ungleichheit. In den USA habe die ungleiche Verteilung der Einkommenszuwächse in den vergangenen Jahren das Wachstum gebremst. "Doch der Weckruf sollte angekommen sein", glaubt El-Erian, der US-Präsident Barack Obama als Leiter des Ausschusses für globale Entwicklungen berät.

Dem Bankensektor prognostiziert der 57-Jährige einen Schrumpfungsprozess. Und dies nicht nur, weil die Regulierer dafür sorgen, dass Geschäftsbereiche veräußert werden, um die Risiken in der Bilanz zu reduzieren. Firmen im Silicon Valley seien bereits sehr interessiert daran, Finanzdienstleistungen anzubieten. "Sie sehen sich an, was Uber im Taxigeschäft geschafft hat, und sind überzeugt, dass etwas in gleicher Tragweite auch im Bankensektor möglich ist."

- Interview Seite 17

Börsen-Zeitung, 16.02.2016, Autor Sebastian Schmid, New York, Nummer 31, Seite 1, 306 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2016031002&titel=El-Erian-hofft-auf-"Sputnik-Moment
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