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Redaktion

KOMMENTAR - VOLKSWAGEN
Volkswagen hat sich in einem beispiellosen Streit mit zwei mittelständischen Zulieferfirmen, der einem Machtkampf glich und sogar die Bundesregierung auf den Plan rief, auf einen Kompromiss eingefunden. Diese Verständigung war dringend nötig. Denn es galt nicht nur, einen größeren wirtschaftlichen Schaden für beide Seiten abzuwenden. Im Interesse der gesamten deutschen Automobilindustrie musste ein Feuer ausgetreten werden, ehe daraus ein Flächenbrand entstehen konnte.

Für das chronisch spannungsgeladene Verhältnis zwischen den Auto- und Teileherstellern gilt unverändert, dass die Liefer- und Logistikkette nicht abreißen darf. Trotz des latenten Preisdrucks, trotz der häufig rüden Methoden im Umgang miteinander muss nach wie vor alles vermieden werden, was die Produktion lahmlegen könnte. Diese Lehre zieht Volkswagen gerade aus dem jüngsten, am Ende leider in der Öffentlichkeit ausgetragenen Streit mit einer Lieferantengruppe, die sich die Bedingungen des großen Autokonzerns nicht länger diktieren lassen wollte.

Diese Lehre, die eigentlich eine Binsenweisheit ist, sollte aber auch die Konkurrenz noch einmal auf sich wirken lassen. Denn der Streitfall Volkswagen vs. Prevent-Gruppe hat die Gefahren und Risiken der gegenseitigen Abhängigkeit zwischen den spezialisierten Zulieferern und den Autoherstellern als ihren Großabnehmern exemplarisch deutlich werden lassen.

Der Kompromiss, auf den sich Volkswagen und die Prevent-Gruppe geeinigt haben, lässt nicht nur das Bemühen erkennen, die Beziehungen der beiden Unternehmen zueinander zu kitten. Über den Streitfall hinaus musste wohl auch ein Zeichen der Bereitschaft gesetzt werden, keine der beiden Seiten zu überfordern. Auf Schadenersatzansprüche verzichten die Parteien. Volkswagen trägt damit die Ertragsausfälle und Kosten im Zusammenhang mit dem Lieferstopp allein. Zudem wurden die Beziehungen nicht gekappt: Volkswagen bleibt noch mindestens sechs weitere Jahre ein wichtiger Abnehmer der Prevent-Lieferanten. Umgekehrt machen sich die Wolfsburger unabhängiger von der Gruppe, indem sie sich einen zusätzlichen Lieferanten für ein wichtiges Bauteil suchen dürfen. Vertragsstrafen sollen künftige Lieferstopps verhindern.

Der Volkswagen-Konzern hat sich von einem Konflikt befreit, den er so gar nicht brauchen konnte. Jetzt, nach dem leidigen Sommerloch-Thema, kann man sich in Wolfsburg wieder mit der Bewältigung der Dieselabgas-Affäre befassen und mit der Ausrichtung auf die Mobilität von morgen und übermorgen.


Börsen-Zeitung, 24.08.2016, Autor Carsten Steevens, Nummer 162, Seite 1, 329 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2016162004&titel=Feuer-ausgetreten
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