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Redaktion

KOMMENTAR - DEUTSCHE BANK
Deutsche Bank AG
Quelle: Deutsche Bank AG (Handelssaal der Deutschen Bank)
Die Linke kann schon mal den Rotkäppchen-Sekt kaltstellen. Der Traum vom VEB Deutsche Bank könnte Wirklichkeit werden, wie es die Partei etwa im Wahlprogramm 2013 postuliert hat: "Private Großbanken wollen wir in öffentliches Eigentum (...) überführen." Das Tolle daran: Es scheint sogar aus der Opposition heraus zu gelingen! Denn die Blauen hätten sich "zu Boden gewirtschaftet", stellt Linke-Chef Bernd Riexinger fest. Schlimm genug: Seiner Zustandsbeschreibung kann man nicht mal aus voller Überzeugung widersprechen.

Ach du Schande! Braucht die Deutsche Bank, die im Ausland eh immer mit der Bundesbank verwechselt wurde, wirklich Staatshilfe? Oder erleben wir wieder einmal eine Diskussion, deren Teilnehmer in Politik und Medien gerade vom Stadium der Zappeligkeit in die hysterische Phase wechseln und noch mehr Krise herbeireden, als wir ohnehin haben und gebrauchen können? Wobei die 2007 ausgebrochene Bankenkrise ja noch von keiner dazu befugten Instanz abgepfiffen wurde, auch wenn meistens im Präteritum von ihr gesprochen wird. Wie sollte sie vorbei sein, wenn wir alle naslang von der teuren finanziellen und juristischen Aufarbeitung eingeholt werden?

Es gibt untrügliche Indizien dafür, dass die Diskussion eine sehr hohe Eskalationsstufe erreicht hat, was die Bewältigung der zugrundeliegenden Situation nicht erleichtert, wie ernst auch immer sie sein mag. Wenn CEOs in Zeitungen mit großen Buchstaben und Bildern Interviews zur Lage geben und obendrein betonen, diese sei besser, als sie aussehe, wenn ungewöhnlich viele Dementis über die Bildschirme irrlichtern und wenn Banalitäten zu Nachrichten gerinnen ("Bank of England beobachtet Situation genau"), dann Vorsicht an der Bahnsteigkante!

Versuchen wir es unsererseits mit ein paar Plattitüden: Die Meldung, dass die Bundesregierung bereits an einem Notfallplan für die Deutsche Bank arbeite, sei falsch, sagt das Finanzministerium. Das Dementi ist sogar glaubhaft. Wenn in Berlin und Bonn, bei der BaFin, nach den Erfahrungen seit 2007 nicht längst Notfallpläne für Deutsche Bank & Co. auch über die Sanierungs- und Abwicklungspläne der Institute hinaus fertig in den Schubladen lägen, müsste man die Verantwortlichen in Politik und Aufsicht davonjagen.

Und noch eine: Notfälle werden zumeist nicht öffentlich angekündigt. Notfall ist, wenn sich sonntags eine Runde wichtiger Damen und Herren trifft, zu fortgeschrittener Stunde der BaFin-Präsident die Contenance verliert und wir am Montagmorgen im Radio hören, wie viel uns Steuerzahler das wieder kostet.


Börsen-Zeitung, 29.09.2016, Autor Bernd Wittkowski, Nummer 188, Seite 1, 360 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2016188006&titel=Ach-du-Schande!
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