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Redaktion

Öffentliche Banken und kommunale Unternehmen sind für das Funktionieren regionaler Wirtschaftskreisläufe unerlässlich

Glückwunsch zu 100 Jahren VÖB an alle Mitarbeiter und an die vielen Mitgliedsbanken. Dies ist ein wirklich eindrucksvolles Jubiläum. Einhundert Jahre Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) bedeuten vor allem, dass seit 100 Jahren Förder- und Landesbanken für eine zuverlässige und faire Finanzversorgung vor Ort stehen. Und dies in allen Krisen, die in einem so langen Zeitraum die Wirtschaft in einer großen Volkswirtschaft wie der deutschen hinter sich gebracht hat. Die verlässliche Versorgung mit Finanzmitteln durch die öffentlichen Banken ist von elementarer Bedeutung für eine Volkswirtschaft.

Sie ist von ebenso großer Bedeutung wie die reibungslose Versorgung mit Strom, Gas und Trinkwasser oder die effiziente und umweltschonende Entsorgung von Abfällen und Abwasser, wofür die über 1 450 kommunalen Unternehmen im Verband kommunaler Unternehmen (VKU) stehen. Auch wir organisieren dies bereits seit über hundert Jahren, auch wenn es den VKU "erst" seit 1949 gibt. Zwischen den Mitgliedsbanken im VÖB und den Stadtwerken im VKU gibt es eine zweite wichtige Parallele und dies ist die Ausrichtung: Wie die öffentlichen Banken stehen auch die kommunalen Unternehmen für Regionalität, sind nah an den Bürgern und schaffen nachhaltig Mehrwerte vor Ort. Beide Gruppen sind für das Funktionieren regionaler Wirtschaftskreisläufe unerlässlich.

So kann es auch nicht verwundern, dass es vielfältige Geschäftsbeziehungen zwischen den öffentlichen Banken und den Mitgliedern des VKU gibt. Die Mitglieder des VÖB gehören ohne Zweifel zu den wichtigsten Fremdkapitalgebern für die Unternehmen der kommunalen Ver- und Entsorgungswirtschaft. Die Mitglieder des VKU schätzen die Landesbanken und Förderinstitute des Bundes und der Länder seit jeher als kompetente und verlässliche Partner, die als Kreditgeber großen Anteil daran haben, dass gleichermaßen wichtige und aufwendige Infrastrukturprojekte auf kommunaler Ebene umgesetzt werden können. Man könnte auch sagen: Gemeinsam halten wir Deutschland am Laufen.

Verbände sind sich nahe

Die Nähe zwischen unseren beiden Verbänden zeigt sich alleine schon daran, dass die öffentlichen Banken auch im VKU eine ganz besondere Rolle spielen. Viele von ihnen sind Mitglieder im Finanz- und Wirtschaftsrat beim VKU, der uns seit vielen Jahren bei finanzwirtschaftlichen Fragestellungen beratend zur Seite steht.

Die inhaltliche Zusammenarbeit zwischen VÖB und VKU ist dabei in den letzten Jahren stark geprägt durch die sich sowohl für Banken als auch für kommunale Versorgungsunternehmen stetig ändernden Rahmenbedingungen. Während Energieversorger sich immer stärker im liberalisierten Wettbewerb behaupten, die Herausforderungen aus der Netzregulierung annehmen und die Energiewende mitgestalten müssen, hat sich als Folge der weltweiten Finanzkrise für die Banken der regulatorische Rechtsrahmen deutlich verschärft.

Beide Entwicklungen bleiben für die Finanzierung insbesondere der Stadtwerke nicht ohne Folgen. Sinkende Margen und niedrige Börsenpreise für Strom haben in den Bilanzen der kommunalen Energieversorger ohne Frage ihre Spuren hinterlassen und wirken sich nachteilig auf die Bonität der Unternehmen aus. Andererseits ergeben sich aus Basel III für die Banken höhere Anforderungen, etwa an die Eigenkapitalunterlegung von Krediten. Dies alles wirkt sich auf die Preisgestaltung bei Kreditvergaben durch Banken aus, auch wenn das anhaltend niedrige Zinsniveau derzeit noch zu deutlich preissenkenden Gegeneffekten führt.

Vor diesem Hintergrund steigt die Bedeutung von Finanzierungsthemen für Stadtwerke kontinuierlich und das Finanzmanagement wird - auch aufgrund der Empfehlungen von VÖB und VKU - immer mehr als strategische Aufgabe angenommen. So haben die Mitglieder des Finanz- und Wirtschaftsrats gemeinsam mit dem VKU schon früh für alternative Finanzierungsformen und gegenseitige Transparenz geworben und den Blick vieler Versorger auf Zinsänderungsrisiken oder die Entwicklung der für die Bonität wichtigen Bilanzkennzahlen geschärft.

Trotz der genannten Entwicklungen im Energie- und Finanzsektor ist die Kreditversorgung der kommunalen Unternehmen noch nie ernstlich gefährdet gewesen. Daran haben die öffentlichen Banken einen großen Anteil und mit der Zusammenarbeit zwischen VKU und VÖB stellen wir Verständnis für die jeweils andere Branche her.

Auch in anderen Bereichen zeichnet sich die Zusammenarbeit mit dem VÖB immer wieder dadurch aus, dass man sich nicht scheut, Zukunftsthemen anzugehen und hierfür erste Positionierungen und für die Finanzierung relevante Eckpunkte zu formulieren. So hat sich der Finanz- und Wirtschaftsrat bereits vor fünf Jahren an eine der ersten Publikationen gewagt, die sich mit der Finanzierung des Breitbandausbaus durch kommunale Unternehmen auseinandergesetzt hat. Die Arbeit daran profitierte dabei sehr davon, dass sich aus Reihen der VÖB-Mitgliedschaft einige Mitarbeiter schon sehr früh intensiv mit dem Thema befasst hatten.

Obwohl oder gerade weil in der Veröffentlichung auch die bestehenden Probleme bei der Finanzierung des Glasfaserausbaus offen angesprochen wurden, ist sie bei Mitgliedern des VKU wie auch des VÖB gleichermaßen positiv aufgenommen worden. Nach wie vor tauschen sich VÖB und VKU intensiv zu dem Thema aus und haben somit einen großen Anteil daran, dass auch im ländlichen Raum die Versorgung der Bevölkerung mit einer zeitgemäßen Bandbreite immer weiter voranschreitet.

Beliebter Branchentreffpunkt

Im Rahmen der Zusammenarbeit der Verbände wurde zudem schon vor vielen Jahren mit den VKU-Finanzierungskonferenzen das erste, auf Stadtwerke zugeschnittene Veranstaltungsformat entwickelt, das Themen rund um die Finanzierung kommunaler Unternehmen behandelt. Diese Veranstaltungen sind zu einem etablierten und beliebten Branchentreffpunkt geworden, den Vertreter von Mitgliedsunternehmen beider Verbände jährlich nutzen, um sich über aktuelle Finanzierungsfragen im Energiesektor auszutauschen. Wir möchten dem VÖB und den Mitarbeitern seiner Geschäftsstelle wie auch seinen Mitgliedsinstituten an dieser Stelle ganz herzlich für diese seit vielen Jahren bestehende, fruchtbare Zusammenarbeit danken.

Wenn ein Verband 100 Jahre alt wird, dann muss er vieles richtig gemacht haben. Vor allem, wenn man bedenkt, dass das Vertrauen der Mitglieder in den Verein immer wieder aufs Neue erworben werden muss. Dies ist nur möglich, wenn man sich immer wieder neu erfinden und dennoch die Kontinuität wahren kann. Der VÖB hat sich gerade in der jüngsten Vergangenheit strategisch neu aufgestellt und noch stärker an den Interessen seiner Mitglieder ausgerichtet. Dafür ein Kompliment an die Hauptgeschäftsführerin und ihre Mitarbeiter! Die Relevanz des VÖB zeigt sich alleine daran, dass es keinen Verband in Europa gibt, der mehr direkt von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigte Institute in seinen Reihen hat als der VÖB.

Der VKU und seine Mitgliedsunternehmen wissen um diese hohe Bedeutung der öffentlichen Banken, und wir wollen auch in der Zukunft in gewohnter, partnerschaftlicher Weise mit ihnen eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Dies könnte künftig sogar noch wichtiger werden als bislang, denn beide Verbände stehen im Zeitalter der Digitalisierung vor weiteren, großen und durchaus vergleichbaren Herausforderungen. Sowohl im Energie- als auch im Bankensektor ist noch nicht absehbar, wie sich bestehende Prozesse in den nächsten Jahren verändern müssen und wie sich die Positionierung neuer Akteure mit neuen Produkten im Markt auf den Wettbewerb insgesamt auswirken wird. Welche altbewährten Geschäftsmodelle drohen im Zuge der Digitalisierung wegzubrechen und welche neuen Geschäftsfelder lassen sich möglicherweise stattdessen erschließen? Und beide Verbände stehen vor der Herausforderung, dass wir unser spezifisches Geschäftsmodell, was in Europa fast einzigartig ist, immer wieder in Brüssel erklären, erläutern und manchmal auch verteidigen müssen.

Impulse geben

Die Mitglieder beider Verbände erhoffen sich von diesen mit Recht, dass sie als Impulsgeber fungieren und den Unternehmen Hilfestellungen für die anstehenden grundlegenden Veränderungen anbieten. Diesen Ansprüchen will der VKU gerecht werden und auch der Ideen- und Erfahrungsaustausch mit dem VÖB und seinen Mitgliedern könnte hier für beide Seiten zu wertvollen Erkenntnissen führen.

In diesem Sinne wünschen wir dem VÖB und seinen Mitgliedern auch für die Zukunft alles Gute!

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Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU)

Börsen-Zeitung, 10.11.2016, Autor Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Nummer 217, Seite B 8, 1155 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2016217811&titel=Gemeinsam-halten-wir-Deutschland-am-Laufen
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