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Redaktion

KOMMENTAR - US-KABINETT
Fünf Wochen sind seit der Wahl des nächsten US-Präsidenten vergangen, und Donald Trump hat kaum einen Tag verstreichen lassen, ohne in der Lobby des Trump Tower mit Kandidaten für sein Kabinett vor den Fotografen zu posieren. Fand sich einmal kein Bewerber ein, hielt der President Elect die Öffentlichkeit auf Twitter bei Laune, wo er abwechselnd die Medien, abwanderungswillige Unternehmen oder den Schauspieler Alec Baldwin wegen seiner Auftritte als Trump-Double in einer TV-Show attackierte.

Nicht nur die Art und Weise, wie Trump die Wahl seiner Kabinettsmitglieder inszeniert hat, ist so ungewöhnlich, wie es über die vergangenen 18 Monate schon die Kampagne des New Yorker Immobilienunternehmers gewesen war. Auch die Zusammensetzung der künftigen Regierung sucht in der US-Geschichte ihresgleichen - erst recht seit gestern offiziell der Öl-Manager Rex Tillerson als künftiger Außenminister bestätigt wurde. Trump, der im Wahlkampf voll auf die Verachtung gegenüber den Eliten aus Washington setzte, hat sie einfach durch Vertreter des Geldadels ersetzt. Insgesamt bringt es seine Regierung auf ein Privatvermögen von knapp 15 Mrd. Dollar. ExxonMobil-Chef Tillerson gehört da noch zu den vergleichsweise armen Schluckern.

Auch das Faible für hochdekorierte Generäle außer Dienst ist auffallend. Noch nie seit Ende des Zweiten Weltkrieges waren so viele Ex-Militärs für Regierungsposten im Gespräch. Für die Spitzen von Arbeitsministerium, Umweltbehörde und der Behörde für Lebens- und Arzneimittel hat Trump derweil Kandidaten gewählt, die den Sinn eines bundesweiten Mindestlohns, die Existenz des Klimawandels und die Notwendigkeit der Prüfung von Medikamenten vor der Markteinführung in Zweifel gezogen haben. Der ehemalige texanische Gouverneur Rick Perry, der gestern als Energieminister berufen wurde, hatte die Behörde im Vorwahlkampf für die Präsidentschaftswahl 2012 noch auf der Liste der drei Ministerien stehen, die er ganz streichen wollte, auch wenn er sich in einer legendären Fernsehdebatte daran nicht erinnern konnte.

Ist das die Abschaffung der Politik mit den Mitteln der Politik, wie die alarmierten Widersacher Trumps rufen? Es ist das Kabinett eines Unternehmers, der mit dem Versprechen die Wahl gewonnen hat, Amerika nach dem Vorbild seines Büroturms wieder in die Höhe zu bauen. Die Pressekonferenz, in der Trump am Donnerstag erklären wollte, wie er dabei seinen Interessenkonflikten als Unternehmer aus dem Weg gehen will, wurde gestern erst einmal abgesagt.


Börsen-Zeitung, 14.12.2016, Autor Stefan Paravicini, Nummer 241, Seite 1, 357 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2016241005&titel=Der-Bautrupp-ist-komplett
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