Dax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 12.635,00+1,23% TecDax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 2.807,50+0,17% Euro Stoxx 50 Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.599,00+1,24% US/Dow Jones Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 27.042,00+0,90% Gold: 1.480,80-0,71% EUR/USD: 1,1030+0,04%
Redaktion

KOMMENTAR - ARBEITSMARKT
Egal was 2016 auch passiert ist, ob nun Ängste um Chinas Wirtschaft, Finanzmarktturbulenzen, der Flüchtlingszustrom, das Brexit-Votum oder die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten - die deutsche Konjunktur brummt und treibt den Arbeitsmarkt und damit auch die Erwerbstätigenzahl von Rekord zu Rekord. 2016 stieg die Zahl auf 43,5 Millionen. Und es sieht nicht so aus, als würde der konjunkturelle Höhenflug 2017 ein jähes Ende finden. Vor allem Stimmungsindikatoren wie der Ifo-Geschäftsklimaindex oder die Einkaufsmanagerindizes versprechen anhaltendes Wachstum. Zudem strotzen die Verbraucher nur so vor Zuversicht.

Um den Arbeitsmarkt muss man sich also aktuell keine ernsthaften Sorgen machen. Für eine Fortsetzung des Booms spricht nicht zuletzt die anhaltend hohe Arbeitskräftenachfrage, und es wird erwartet, dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) am heutigen Dienstag erneut Rekordwerte sowohl für Dezember als auch das Gesamtjahr 2016 meldet. Trotzdem wäre es töricht, erste Warnsignale zu übersehen.

Aufmerken lassen sollte etwa, dass die Beschäftigungskomponente des IAB-Arbeitsmarktbarometers auf hohem Niveau den dritten Monat in Folge nachgegeben hat - und somit weniger Dynamik beim künftigen Jobaufbau signalisiert. Auch der Flüchtlingsstrom wird wohl kräftiger als bislang seine Spuren hinterlassen. Derzeit ist rund die Hälfte der Flüchtlinge noch nicht am Arbeitsmarkt angekommen, da sie beispielsweise noch an Integrationskursen teilnehmen. Nicht zu vergessen sind auch die vielen politischen Stolpersteine wie die anstehenden Wahlen in Euroland, die Brexit-Verhandlungen, die künftige US-Wirtschaftspolitik oder die weiter erheblichen Probleme in den Schwellenländern.

Zumindest vor dem Schreckgespenst Mindestlohn aber scheint kaum noch jemand Angst zu haben. 2015 unter großem Wehklagen und Sorgen ob der Beschäftigungswirkung eingeführt, ist die Aufstockung zum 1. Januar 2017 um 0,34 auf 8,84 Euro brutto recht geräuschlos über die Bühne gegangen. Kein Wunder, haben doch Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter in der zuständigen Mindestlohnkommission zwar hart gerungen, doch einen Kompromiss mit Augenmaß gefunden.

Genau dieses Augenmaß gilt es auch künftig zu wahren - egal ob es um Tarifrunden, den Mindestlohn oder sonstige den Arbeitsmarkt betreffende (politische) Maßnahmen geht. Im Aufschwung muss die Grundlage gelegt werden, damit das deutsche Beschäftigungswunder auch die nächste Konjunkturflaute übersteht.


Börsen-Zeitung, 03.01.2017, Autor Alexandra Baude, Nummer 1, Seite 1, 327 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017001003&titel=Augenmass-wahren
BZ Artikel twitternLinkedInXingFacebook



Serien zu Konjunktur & Politik
Themendossiers zu Konjunktur & Politik
Länderratings


Termine des Tages
Mittwoch, 16.10.2019

Ergebnisse
Abott: 3. Quartal
Alcoa: 3. Quartal
Ally Financial: 3. Quartal
ASML: 3. Quartal
Asos: Jahr
Bank of America: 3. Quartal
Bank of New York Mellon: 3. Quartal
BHP: 1. Quartal
Enagas: 3. Quartal
IBM: 3. Quartal
Netflix: 3. Quartal
Roche: 3. Quartal
Temenos: 3. Quartal
Tomtom: 3. Quartal
U.S. Bancorp: 3. Quartal

Sonstiges
Acea, Kfz-Neuzulassungen
Bankenverband VÖB zur Kapitalmarktprognose, Frankfurt
Commerzbank-Studie zum Finanzanlageverhalten von Unternehmen in der Zinsflaute, Frankfurt
Moody’s Banking Summit, Frankfurt




























22

0.191438 s