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Redaktion

Hufeld pocht auf Risikosensitivität der Eigenkapitalvorgaben für Banken
Kai Hartmann Photography / BaFin

bn Frankfurt - Wenige Tage nach der kurzfristigen Absage der entscheidenden Sitzung im Ringen um neue Kapitalregeln für Banken hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ihre Verhandlungslinie skizziert. Einen Kompromiss "um jeden Preis" könne es nicht geben, erklärte BaFin-Präsident Felix Hufeld auf dem Neujahrspresseempfang am Dienstagabend. Man halte es für richtig, die Risikosensitivität des Baseler Regelwerks in sinnvoller Weise zu beschränken. "Wir sind aber nicht dazu bereit, die Risikosensitivität als regulatorisches Prinzip faktisch aufzugeben", sagte Hufeld.

Auf globaler Ebene ringen die Aufseher seit Monaten darum, wie stark zum Abschluss des Regelwerks Basel III die Nutzung interner Modelle von Banken bei der Kalkulation ihres Eigenkapitalbedarfs eingeschränkt und standardisiert werden soll. Ein für den vergangenen Sonntag anberaumtes Treffen des Verwaltungsrats des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht war am Dienstag vergangener Woche ohne neuen Termin verschoben worden. "Auch mein Ziel bleibt es, Basel III zu einem guten Ende zu führen und einen tragfähigen globalen Kompromiss zu finden", sagte Hufeld, der neben Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in diesem Verwaltungsrat, der Group of Central Bank Governors and Heads of Supervision (GHOS), sitzt. Die meisten Fragen seien beantwortet. Nun gehe es im Wesentlichen noch um das Design und die Kalibrierung eines Output Floors, mit dem die Variabilität bei der Verwendung interner Modelle begrenzt werden soll. Diese Untergrenze soll den Anteil bestimmen, zu dem ein mit internen Modellen berechneter Kapitalbedarf einer Bank der per Standardansatz kalkulierten Eigenmittelunterlegung entsprechen muss. Ein Mitte Dezember publik gewordenes Kompromisspapier des Baseler Ausschusses sieht einen Output Floor von 75 % vor. Damit dürfte der intern ermittelte Eigenkapitalbedarf um maximal 25 % unter dem Volumen gemäß Standardansatz liegen. Europäische Banken, die sich vielfach stärker auf interne Modelle stützen als US-Institute, kritisieren diese Untergrenze als zu hoch. Im Markt geht man davon aus, dass das GHOS noch im Laufe des ersten Quartals einen Kompromiss finden wird.

- Bericht Seite 2

Börsen-Zeitung, 11.01.2017, Autor Bernd Neubacher, Frankfurt, Nummer 7, Seite 1, 304 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017007003&titel=BaFin-lehnt-Kompromiss-"um-jeden-Preis"-in-Basel-ab
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