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Redaktion

DAS CFO-INTERVIEW
Finanzchef: Jede Arbeitsgruppe in Basel befasst sich mit neuen Regeln - Vorbereitung auf Zinswende

ab Düsseldorf - Die Debatte um die Nachschärfung von Basel III ist noch in vollem Gange, dennoch stellen sich Banken bereits auf höhere Eigenkapitalanforderungen ein. So sammelte HSBC Deutschland im Dezember über die Emission einer Nachranganleihe (Additional Tier 1) zusätzliches Kernkapital ein. Weitere Kapitalmaßnahmen will Finanzchef Paul Hagen im Interview der Börsen-Zeitung nicht ausschließen.

Zwar hätten die Aufseher in Aussicht gestellt, dass es im Zuge der auch als "Basel IV" bekannten Regeln zu keinen zusätzlichen Kapitalanforderungen komme, "aber da jede Arbeitsgruppe in Basel derzeit an neuen Regeln arbeitet, wird sich der Kapitalbedarf zwangsläufig erhöhen", begründet Hagen seine Einschätzung. Zwar könne sich sein Haus den zusätzlichen Kapitalbedarf, der sich beispielsweise bis 2019 aus dem Kapitalerhaltungspuffer ergebe, leisten. "Aber es heißt natürlich auch, dass Banken bei gleichem Geschäft mehr Kapital brauchen und deswegen tendenziell weniger profitabel werden."

Das mit der Nachranganleihe von 235 Mill. Euro verbundene zusätzliche Kreditpotenzial taxiert der Banker auf über 3 Mrd. Euro. Allerdings stehe in Deutschland gar kein Kreditvolumen von 2 bis 3 Mrd. Euro zur Verfügung, zumindest nicht "zu den Konditionen, die wir benötigen, um eine vernünftige Eigenkapitalverzinsung darzustellen". Es sei jedoch auch nicht der Sinn der Kapitalmaßnahme gewesen, "das gesamte neue Kapital direkt einzusetzen, um eine Unterverzinsung reinzuholen". Es sei immer gut, einen Puffer über dem regulatorischen Minimum zu haben. Nur so lasse sich sicherstellen, dass die Bank beispielsweise in einem konjunkturellen Abschwung weiter wachsen könne.

Zwar rechnet Hagen nicht mit einer schnellen Zinswende, umgekehrt dürften die Zinsen nach seiner Einschätzung aber auch nicht mehr dramatisch sinken. "Wir haben unsere Risikoposition schon zurückgefahren." Wenngleich höhere Zinsen "ein Segen für die Banken wären", sei die Phase des Zinsanstiegs relativ schwierig. "Es ist die Zeit vor dem Wendepunkt, in der man auf die letzten vier Wochen Zusatzertrag verzichten muss."

Als problematisch sieht der Banker an, dass "die Geldpolitik der EZB systematisch die Strukturbemühungen des Regulators unterminiert". Denn während die Aufsicht bestrebt sei, dass sich die Banken stärker über Kundeneinlagen refinanzierten, stelle die EZB im März noch einmal Geld für vier Jahre zu minus 40 Basispunkten zur Verfügung. "Dieser Widerspruch muss aus meiner Sicht aufgelöst werden", fordert Hagen.

- Interview Seite 4

Börsen-Zeitung, 28.01.2017, Autor Annette Becker, Düsseldorf, Nummer 20, Seite 1, 350 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017020002&titel=HSBC-Trinkaus-stellt-sich-auf-hoehere-Kapitalanforderungen-ein
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