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Redaktion

KOMMENTAR - FRANKREICH
Gebannt verfolgen die Märkte die französischen Präsidentschaftswahlen. Die letzten Tage haben erneut bewiesen, dass in diesem Wahlkampf Überraschungen die Regel und nicht die Ausnahme sind. Denn dem konservativen Kandidaten François Fillon ist es entgegen allen Erwartungen gelungen, sich zu halten. Dies, obwohl am Wochenende zunächst alles darauf hingedeutet hatte, dass die Republikaner den durch eine Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Frau stark unter Druck geratenen Politiker durch einen anderen Kandidaten ersetzen würden. Fillon weigerte sich, den Platz zu räumen. Den Machtkampf hat er gewonnen - zunächst, denn jetzt sind bereits neue Vorwürfe gegen ihn aufgetaucht.

Dass das Politik-Komitee der Republikaner ihm am Montagabend das Vertrauen aussprach, ist nicht weiter verwunderlich. Es handelt sich um einen Ausschuss, den Fillon nach seinem Sieg bei den parteiinternen Vorwahlen selber ins Leben gerufen hat. Es bleibt jedoch fraglich, ob Fillon die Wähler und die gemäßigteren Strömungen innerhalb seiner Partei mit seiner brachialen Methode und seiner zunehmend von Donald Trump inspirierten radikalen Rhetorik überzeugen kann. Die UDI-Zentrumspartei hat ihm bereits die Unterstützung entzogen. Weitere Überraschungen sind nicht ausgeschlossen. Fest steht aber, dass sich der Wahlkampf durch Fillons Verhalten trumpisiert hat. Und dass das Vertrauen in die politischen Institutionen Frankreichs durch ihn neuen Schaden genommen hat. Dadurch steigt die Gefahr, dass viele ohnehin desillusionierte Wähler nicht zur Urne gehen. Diejenige, die davon am meisten profitieren wird, ist Front-National-Chefin Marine Le Pen. Ihre Wähler sind diejenigen, die sich ihrer Entscheidung am sichersten sind, während laut Umfragen insgesamt 40 % der Wähler ihre Meinung bis zum ersten Wahlgang am 23. April noch ändern dürften.

Noch sieht alles nach einem Sieg des parteiunabhängigen Ex-Wirtschaftsministers Emmanuel Macron aus. Für Europa und die Finanzmärkte wäre das eine gute Nachricht, da er von den fünf wichtigsten Kandidaten eindeutig das europafreundlichste Programm hat und Reformen aufgeschlossen gegenübersteht. Doch in den 45 Tagen bis zur Wahl kann noch eine Menge passieren. Weitere Enthüllungen und Schlammschlachten sind nicht ausgeschlossen. Viel wird davon abhängen, wie überzeugend sich die Kandidaten in der Fernsehdebatte am 20. März präsentieren. Dabei sollte man Marine Le Pen keinesfalls unterschätzen.


Börsen-Zeitung, 08.03.2017, Autor Gesche Wüpper, Nummer 47, Seite 1, 335 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017047006&titel=Trumpisiert
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