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Redaktion

Innovative Unternehmen bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft
Dr. Michael H. Wiedmann

Vorsitzender des Vorstands, IKB Deutsche Industriebank

Die großen Mittelstandsunternehmen haben die letzten Jahre genutzt, um ihre Marktstellung in Deutschland und auf den internationalen Märkten weiter auszubauen. Diese innovativen und wachstumsstarken Unternehmen, die auch einen regionalen Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen haben, bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Sie schaffen zahlreiche Arbeitsplätze und haben einen wesentlichen Anteil daran, dass unser Bruttoinlandsprodukt mittlerweile seit über fünf Jahren ein stetiges Wachstum zeigt. Diese Entwicklung setzt sich auch im Jahr 2017 erfreulicherweise fort. Die Herausforderungen für die mittelständische Wirtschaft sind dabei vielfältig. Aus Gesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass die wesentlichen Risiken für deren zukünftige wirtschaftliche Entwicklung insbesondere in geopolitischen Spannungen (Protektionismus, Brexit etc.), Preis-Volatilitäten und -Steigerungen bei Rohstoffen und Energie sowie Währungsschwankungen gesehen werden. Hinzu kommen Themen wie der Fachkräftemangel und - im Zuge der zunehmenden Digitalisierung - verstärkt Fragen der IT-Sicherheit und Industriespionage.

Das Schwerpunktthema der begleitenden Banken, die Finanzierung der Investitionstätigkeit der Unternehmen, werten die meisten Mittelständler heute fast als ihre geringste Sorge ein. Mit Blick auf die Entwicklungen der letzten zehn Jahre, nicht zuletzt am Bankenstandort Düsseldorf, ist dies keine Selbstverständlichkeit. Zunächst haben die Unternehmen selbst einen großen Anteil an dieser positiven Entwicklung, indem sie ihre Eigenkapital-Ausstattung im Laufe der Jahre kontinuierlich steigern konnten. Damit können sie Investitionen einerseits vermehrt direkt mit Eigenmitteln finanzieren; andererseits ermöglicht die gestiegene Eigenkapitalstärke einen leichteren Zugang zu Fremdmitteln von Banken und dem Kapitalmarkt. Dies ist auch insofern wichtig, als Banken heute steigende Anforderungen im Zuge der Kreditvergabe zu erfüllen haben.

Die Leistung der Banken beim derzeit guten Zugang der Unternehmen zu Fremdfinanzierungen sollte nicht unterschätzt werden. Die Banken passen ihre Geschäftsmodelle grundlegend an, um dem Druck auf ihre Profitabilität zu begegnen. Niedrige Zinsen, Umstrukturierungsmaßnahmen sowie regulatorische Anforderungen belasten die Ertragslage, die zusätzlich unter intensivem Wettbewerb und zunehmender Konkurrenz von Anbietern aus dem Ausland leidet. Der Wettbewerb um die deutschen Firmenkunden ist aufgrund der finanziellen Stärke der Unternehmen derzeit besonders intensiv. Während ein immer noch hoher Anteil ausfallgefährdeter Kredite die Banken in einigen EU-Staaten, wie z. B. in Italien und Spanien, beeinträchtigt, weist das Geschäft mit den deutschen Mittelstandsunternehmen derzeit historisch geringe Risiken auf.

Angesichts des grundsätzlich komfortablen Finanzierungsumfelds legen die Unternehmen umso größeren Wert auf individuell zugeschnittene Lösungen, die ihnen größtmögliche Freiheit bei der Gestaltung ihrer Investitionsvorhaben im In- und Ausland geben. Dabei kombinieren mittelgroße Unternehmen Kredit- und Kapitalmarktfinanzierung, um ihre Finanzierungsstrategie zu diversifizieren. Die Digitalisierung der Produktion, der Ausbau der internationalen Präsenz oder die Entwicklung neuer Produkte erfordern einen langfristig angelegten finanziellen Bewegungsspielraum. Diesen Spielraum können zum Beispiel großvolumige Schuldscheinfinanzierungen häufig bieten. Eine ergänzende Rolle spielt Private Debt, das dem Mittelstand über Fondslösungen von Banken und Mittlern bereitgestellt wird; Unternehmen erhalten darüber fremd- und eigenkapitalähnliche Instrumente für unterschiedliche Finanzierungsanlässe.

Die bedeutendste Rolle im Rahmen der Fremdfinanzierung spielt für die mittelständischen Unternehmen unverändert der Kredit - nicht zuletzt weil diese Finanzierungsform ebenfalls für individuelle Investitionsvorhaben maßgeschneidert werden kann und eine dauerhafte und stabile Basis für die Unternehmen bietet. Dies gilt in besonderem Maße auch für langfristige öffentliche Fördermittel.

Die KfW Bankengruppe oder die NRW.Bank adressieren mit ihren Förderprogrammen eine Vielzahl von mittelständischen Investitionsvorhaben im In- und Ausland. Neben der attraktiven Förderung von F&E-Aktivitäten oder Umweltinvestitionen hat die KfW Bankengruppe ihre Innovationsförderung aktuell um die für den Mittelstand zentralen Zukunftsthemen "Industrie 4.0" und "Digitalisierung" erweitert. Das neue Programm öffnet sich zudem der Digitalisierung von Produkten, Produktion und Verfahren und fördert in diesem Zusammenhang auch Maßnahmen zur Ausrichtung der Unternehmensstrategie und -organisation. Öffentliche Fördermittel erfüllen dabei in Zeiten, in denen Fremdmittel für Unternehmen nicht so reichlich verfügbar sind, eine stabilisierende Funktion. Zyklen an den Finanzmärkten werden ausgeglichen und der deutsche Mittelstand kann sich dauerhaft auf eine sichere Finanzierung wichtiger Investitionsvorhaben verlassen. Für die durchleitenden Banken ist das wichtigste Qualitätsmerkmal eine gute Beratung, die dem Unternehmen das geeignete Förderprogramm schnell und ohne großen administrativen Aufwand zur Verfügung stellt.

Für eine erfolgreiche Zukunft brauchen Unternehmer einen kompetenten und verlässlichen Finanzierungspartner: eine Bank, die nicht nur die Finanzierungstechniken beherrscht, sondern auch die Märkte und das Wettbewerbsumfeld kennt und die Prozesse in den Unternehmen versteht. Ein ausgeprägtes Verständnis für Mittelstandsthemen ist dabei von ebenso großer Bedeutung wie langjährige und stabile Kundenbeziehungen.

Dabei können die Banken von ihren Kunden lernen. Mittelständische Tugenden wie Schnelligkeit, Effizienz und Flexibilität erwarten einerseits die Unternehmen von ihrer Bank. Andererseits sind es ebendiese Eigenschaften, die Banken selbst in einem herausfordernden Umfeld mit hoher Regulierungsdichte, Niedrigzins und intensivem Wettbewerb stärken. Dies sind die besten Voraussetzungen für eine Fortsetzung der erfolgreichen Partnerschaft zwischen den Banken und dem deutschen Mittelstand.

Börsen-Zeitung, 28.09.2017, Autor Michael H. Wiedmann, Vorsitzender des Vorstands, IKB Deutsche Industriebank, Nummer 187, Seite B 6, 739 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017187801&titel=Breites-Finanzierungsangebot-fuer-industriellen-Mittelstand
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