Dax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 12.558,00-0,68% TecDax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.039,25+0,75% Euro Stoxx 50 Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.160,00-0,24% US/Dow Jones Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 27.170,00+1,00% Gold: 1.860,000,00% EUR/USD: 1,16340,00%
Redaktion

Runde einigt sich informell auf Output Floor von 72,5 Prozent - VÖB protestiert

bn Frankfurt - Im zähen Streit um den Abschluss globaler Kapitalregeln zeichnet sich eine Einigung ab. Nach Informationen der Börsen-Zeitung hat sich der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht auf seiner Sitzung in der vergangenen Woche informell darauf geeinigt, dass der mit Hilfe interner Modelle berechnete Eigenkapitalbedarf von Banken mindestens 72,5 % des per Standardansatz ermittelten Bedarfs entsprechen muss.

Die Frage der Höhe dieses "Output Floor" verhindert seit rund einem Jahr einen Abschluss des Regelwerks Basel III. Der Baseler Ausschuss unter Vorsitz des schwedischen Notenbankgouverneurs Stefan Ingves will die mit Basel II eingeführten internen Modelle, deren Nutzung eine Eigenkapitalersparnis ermöglicht, dem Standardansatz angleichen. Dies bedeutet Eigenkapitalmehrbedarf vor allem für große Banken in Europa, die teils rege auf die Modelle zurückgreifen. Europas Aufseher wollten deshalb bislang nur einem Floor bis maximal 70 % zustimmen. Die USA, deren Aufsicht den Einsatz interner Modelle vorzeitig unterbunden hatte, machte sich für 75 % stark.

Die deutsche Kreditwirtschaft geht bereits auf die Barrikaden: "Einen Output Floor von 72,5 % lehnen wir als deutlich zu hoch ab", heißt es in einem Schreiben des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) an Thomas Steffen, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, mit Datum vom Montag, das der Börsen-Zeitung vorliegt: "Wir bitten Sie, sich dafür einzusetzen, dass die deutsche Verhandlungsführung weiterhin hart bleibt und einem Kompromiss nicht um des Kompromisses willen zulasten der deutschen Institute zustimmt."

Noch ist der Kompromiss nicht perfekt. Der Verwaltungsrat des Baseler Ausschusses (GHOS) muss ihn gutheißen. In dieser Runde, in der das Prinzip der Einstimmigkeit herrscht, sitzen als deutsche Vertreter Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, sowie Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Finanzkreisen zufolge könnte der GHOS den Kompromiss am Rande der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank am Wochenende öffentlich machen. Baseler Ausschuss, die Bundesbank sowie die BaFin äußerten sich auf Anfrage am Dienstag nicht.

- Bericht Seite 2

Börsen-Zeitung, 11.10.2017, Autor Bernd Neubacher, Frankfurt, Nummer 195, Seite 1, 301 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017195002&titel=Baseler-Bankenaufseher-finden-Kompromiss
BZ Artikel twitternLinkedInXingFacebook



Serien zu Banken & Finanzen
Themendossiers zu Banken & Finanzen


Termine des Tages
Montag, 28.9.2020

Sonstiges
Erstnotiz Siemens Energy












22

0.145839 s