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Redaktion

CFS-Umfrage: Ultralockere Geldpolitik führt zu Exzessen - OECD: EZB sollte Einstieg in Ausstieg einleiten

ms Frankfurt - Unmittelbar vor zentralen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) über den weiteren Kurs wächst der Druck auf die Euro-Hüter, eine geldpolitische Wende einzuleiten - nicht zuletzt mit Blick auf Risiken der ultralockeren Geldpolitik für die Finanzstabilität. Laut einer neuen Umfrage des Center for Financials Studies (CFS) herrscht in der deutschen Finanzbranche nahezu geschlossen Einigkeit darüber, dass die Anleihekäufe und die Nullzinspolitik der EZB zu Blasen auf den europäischen Finanzmärkten geführt haben - oder aber noch führen werden, wenn diese Politik fortgesetzt wird.

Zugleich appellierte die Chefvolkswirtin der Industrieländerorganisation OECD, Catherine Mann, im Gespräch mit der Börsen-Zeitung dafür, dass die Zentralbanken weltweit nun sehr viel stärker die negativen Folgen der ultralockeren Geldpolitik für die Finanzstabilität in den Blick nehmen sollten - und sie riet der EZB, die aktuell gute Konjunkturlage zu nutzen, um den Einstieg in den Ausstieg aus den Anleihekäufen einzuleiten. "Die EZB hat Spielraum, etwas vom geldpolitischen Gaspedal zu gehen", sagte Mann.

Der EZB-Rat tagt nächste Woche Donnerstag und steht vor wichtigen Weichenstellungen für die ultralockere Geldpolitik und speziell die umstrittenen Anleihekäufe (Quantitative Easing, QE) im Jahr 2018. Die Euro-Hüter stecken dabei im Dilemma: Während die Euro-Wirtschaft 2017 auf das stärkste Wachstum seit 2007 zusteuert, kommt die Inflation nicht wie erhofft in Gang und verharrt unterhalb des EZB-Ziels von unter, aber nahe 2 %.

Die Euro-Hüter steuern nun auf eine Strategie des "Lower for longer" zu. Das monatliche Kaufvolumen von aktuell rund 60 Mrd. Euro würde stärker reduziert als lange Zeit von den Märkten erwartet. In Notenbankkreisen wird eine Halbierung auf 30 Mrd. Euro oder gar etwas weniger erwogen. Dafür würde QE länger fortgeführt als zunächst gedacht. Im Gespräch sind neun Monate oder sogar noch mehr (vgl. BZ vom 14. Oktober). Damit wären Zinserhöhungen vor dem Jahr 2019 wohl kein Thema mehr.

Die deutsche Finanzbranche sieht das laut der gestern veröffentlichten CFS-Umfrage extrem kritisch. 92 % der rund 400 befragten Finanzunternehmen sehen bereits Exzesse oder erwarten diese, etwa an den Aktien- oder Immobilienmärkten. "Die Befürchtung einer Blasenbildung in bestimmten Assetklassen sollte die EZB sehr ernst nehmen", sagte CFS-Geschäftsführer Volker Brühl. Wie sehr die EZB-Politik der Realwirtschaft helfe, ist in der Branche umstritten.

OECD-Chefvolkswirtin Mann sagte der Börsen-Zeitung, die wirtschaftlichen Daten im Euroraum seien zuletzt etwas stärker als erwartet ausgefallen. Die OECD habe vorgeschlagen, "dass die Anleihekäufe Anfang 2018 reduziert werden und Ende 2018 beendet sein sollten", sagte sie. Der US-Notenbank Fed legte Mann eine baldige weitere Zinserhöhung nahe - nicht zuletzt mit Blick auf Finanzstabilitätsrisiken: "Eine Zinserhöhung um 25 oder 50 Basispunkte würde aktuell für die Finanzierungsbedingungen der Realwirtschaft keinen großen Unterschied machen. Ein solcher Schritt könnte aber ein wenig Luft aus den Finanzmärkten lassen, vor allem aus den Aktienmärkten. Das wäre keine schlechte Sache."

- Finanzmarktkalender Seite 2

- Im Gespräch Seite 7

Börsen-Zeitung, 20.10.2017, Autor Mark Schrörs, Frankfurt, Nummer 202, Seite 1, 452 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2017202002&titel=Druck-auf-EZB-nimmt-weiter-zu---Finanzbranche-sorgt-sich-wegen-Blasen
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