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Redaktion

Output Floor von 72,5 Prozent - Ende der Nullgewichtung von Länderrisiken nicht konsensfähig

bn Frankfurt - Der Abschluss des Regelpakets Basel III für die Eigenkapitalkalkulation von Banken ist perfekt, verbunden mit langen Übergangsfristen. Der Verwaltungsrat des Baseler Ausschusses (GHOS) hat am Donnerstag über ein ganzes Bündel an Neuerungen informiert. Ziel der Maßnahmen sei es, die Schwankungen bei der Berechnung des Eigenkapitalbedarfs von Banken zu verringern und die Glaubwürdigkeit der Risikogewichtungen zu erhöhen, erklärte Mario Draghi, Chairman des Verwaltungsrats GHOS. Das Paket vollende "die globale Reform des regulatorischen Rahmens, die nach Anfang der Finanzkrise begann".

Konkret beschlossen die Aufseher Änderungen am Standardansatz zur Berechnung von Kreditrisiken, den Einsatz entsprechender Modelle schränkten sie ein. Bei der Kalkulation von Wertminderungen derivativer Instrumente infolge einer steigenden Risikoprämie für die Gegenpartei ist die Verwendung interner Modelle nicht mehr möglich. Zudem erhalten global systemrelevante Banken einen Aufschlag auf ihre ungewichtete Eigenkapitalquote (Leverage Ratio). Überdies legte das Gremium fest, dass der mit internen Modellen kalkulierte Eigenkapitalbedarf einer Bank mindestens 72,5 % des sich per Standardansatz ergebenden Volumens ausmachen muss.

Eine heftige Debatte um das Niveau dieses Output Floor hatte seit rund einem Jahr eine frühere Vereinbarung im Ausschuss verhindert. Zuletzt allerdings ist der politische Druck, sich zu einigen, zu groß geworden, wie es bei mit den Verhandlungen vertrauten Personen hieß.

Auf einer Pressekonferenz machte der Vorsitzende des Baseler Ausschusses, Schwedens Notenbankgouverneur Stefan Ingves, keinen Hehl daraus, dass die Höhe des Output Floor einen Kompromiss darstellt. 72,5 % sei gleichwohl "eine gute Zahl". Trotz einer deutlichen Entschärfung der neuen Regeln im Vergleich zu den Entwürfen müssen einzelne europäische und deutsche Banken infolge der Reform mit einem Anstieg ihrer Risikoaktiva um 10 bis 15 % rechnen, wie PwC-Partner Martin Neisen mitteilt.

Die Reformen, die jeweils noch in nationales Recht umzusetzen sind, erleichtern die Aufseher den Banken durch großzügige Übergangsfristen. Ihr Inkrafttreten ist erst für 2022 geplant, im Falle des Output Floor erstreckt sich die sukzessive Einführung bis 2027. Von 2019 auf 2022 hat der Ausschuss die grundlegende Überarbeitung der Handelsbuchvorschriften (FRTB) verschoben. Nach Einschätzung des Ausschusses seien auch wegen der recht langen Einführungsphase alle Banken in der Lage, sich auf die neuen Regeln einzustellen, sagte Ingves. Im Bankensektor wird befürchtet, dass Anleger wie bei früheren Baseler Reformen Banken eine vorzeitige Erfüllung von Normen abfordern.

Weiter auf sich warten lässt unterdessen eine Risikogewichtung von Staatsanleihen. Der Ausschuss habe entschieden, dazu keine Entscheidung zu treffen, hieß es. Auf die Frage, warum es nicht möglich sei, sich auf Risikogewichte für Länderrisiken zu einigen, erklärte GHOS-Chairman Draghi, die meisten Mitglieder des Ausschusses hätten dies nicht gewollt. Ingves verwies auf das Prinzip des Konsenses, der im Gremium zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich sei.

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Börsen-Zeitung, 08.12.2017, Autor Bernd Neubacher, Frankfurt, Nummer 236, Seite 1, 425 Wörter

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