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Redaktion

HSH NORDBANK
Wunder gibt es immer wieder. Aber der wundersame Verkauf der HSH Nordbank lief bisher doch etwas zu glatt. Manchen Beteiligten gingen vor lauter Begeisterung die Gäule durch angesichts der scheinbar gelingenden Privatisierung der durch die Finanz- und die Schifffahrtskrise leckgeschlagenen Bank. Galten doch die Bemühungen, einen Käufer für das Institut zu finden und gar einen - nach offizieller Rechnung - positiven Kaufpreis zu erzielen, vor nicht allzu langer Zeit als untauglicher Versuch. Mitte April wurde von den berüchtigten informierten Kreisen dann schon suggeriert, die Frage der Haftung sei geklärt.

Es ist höchste Zeit, der Desinformationskampagne entgegenzutreten und alle Interessengruppen - die Politik vor allem in Hamburg und Schleswig-Holstein, die Kaufinteressenten, die Sparkassengruppe, die Bank selbst - auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Der Bankenverband macht sich hier um Transparenz verdient, weil - nicht nur aus seiner Sicht - bis dato viel zu viele verdeckte Karten im Spiel sind. Wenn nicht sogar gezinkte Karten: Dieser Verdacht macht bei den Sparkassen die Runde. Verantwortliche wollen in dem über weite Strecken geschwärzten Vertragswerk eine deutliche Schieflage zugunsten von Cerberus, Flowers & Co. erkannt haben.

Mit einer Doppelmitgliedschaft im öffentlich-rechtlichen und im privaten Sicherungssystem beträten die Beteiligten nicht nur Neuland, sondern vermintes Gelände. Der Bankenverband lehnt das ab und kann für sich reklamieren, hier nicht nur als Interessenvertreter seiner Mitglieder, sondern auch als Anwalt der Sparer zu agieren. Wie sollte das überhaupt im Fall des Falles funktionieren, wenn eine Seite getreu ihrer Sicherungslogik für den Erhalt, die andere nach der ihrigen für die Abwicklung der Bank votierte?

Das Haftungsthema ist längst nicht das einzige Verkaufshindernis, aber ein zentrales. Bevor diese Frage eindeutig geklärt ist, und zwar inklusive klarer und einklagbarer Nachschusspflichten der Käuferseite, ist der Deal seitens der Aufsicht nicht genehmigungsfähig. Ohne umfassenden Einlagenschutz kann sich die HSH Nordbank auf Dauer nicht auskömmlich refinanzieren.

Ein Scheitern des Verkaufs wäre wohl zum Schaden des Finanzplatzes Deutschland. Daran kann niemand interessiert sein. So groß ist das Droh- oder Erpressungspotenzial aber wiederum nicht, dass sich die eine oder andere Seite über den Tisch ziehen lassen muss, damit die dritte ihre Rendite maximieren kann. Solche Wunder dauern etwas länger - für die Käufer.


Börsen-Zeitung, 08.05.2018, Autor Bernd Wittkowski, Nummer 87, Seite 1, 355 Wörter

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