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CFO James von Moltke: Größere Beträge sollten 2019 nicht mehr anfallen

bn Frankfurt - Die Deutsche Bank kündigt für 2019 ein Abflauen der Restrukturierungskosten im Konzern an. "Größere Beträge wie im Zusammenhang mit der Postbank-Integration oder für die Investmentbank sollten 2019 nicht mehr anfallen", sagt Finanzvorstand James von Moltke im Interview der Börsen-Zeitung mit Blick aufs kommende Jahr. Für die Integration der Postbank habe das Haus Ende 2017 bereits 400 Mill. Euro für Restrukturierung und Abfindung im laufenden und im kommenden Jahr verbucht. Im Zuge des Ende April bekannt gegebenen Umbaus der Investmentbank hatte von Moltke die Prognose für die Umbaukosten 2018 um 300 Mill. auf insgesamt 800 Mill. Euro heraufgesetzt.

Analysten, Anleger und Aktionäre beschäftigt derzeit die Frage, ob der Bank eine Neuausrichtung glückt; mancherorts ziehen sie von Moltkes Kostenrechnung in Zweifel. Die Analysten der Citigroup etwa gehen davon aus, dass der zusätzliche Restrukturierungsaufwand 2018 letzten Endes ein Vielfaches von 300 Mill. Euro ausmachen wird. Michael Hünseler, Leiter des Geschäftsbereichs Credit Portfolio Management beim Deutsche-Bank-Aktionär Assenagon, sagte der Börsen-Zeitung, es sei schwer zu sehen, wie die Bank die Sonderbelastungen aus Restrukturierungen, Personalabbau und Modernisierung der IT-Systeme ausgleichen wolle. Ein weiterer und anhaltender Gewinnrückgang könne die Umsetzung der Strategie "erheblich erschweren oder eine erneute Kapitalaufnahme erforderlich machen".

Auf die Frage, ob er sich beim Umbau der Investmentbank durch die Kapitalausstattung der Bank eingeschränkt fühle, sagt von Moltke, die Bank dürfe "mögliche Restrukturierungsaufwendungen und deren Auswirkungen nicht außer Acht lassen". Als Einschränkung würde er dies aber nicht bezeichnen: "Wir streben an, im laufenden Jahr profitabel zu sein." Angesichts drohender Ratingherabstufungen sagt er: "Wir müssen uns vornehmen, wieder näher an unsere Wettbewerber heranzurücken." Die Agenturen schauten vor allem auf die Profitabilität der Bank. Sie ziele darauf ab, "wieder profitabler zu werden". 2017 verbuchte die Bank den dritten Nettoverlust in Folge. Im Startquartal lag die Eigenkapitalrendite bei 0,8 %, die Aufwandsquote bei 93 %.

- Interview Seite 3

- Personen Seite 12

Börsen-Zeitung, 19.05.2018, Autor Bernd Neubacher, Frankfurt, Nummer 95, Seite 1, 307 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2018095013&titel=Deutsche-Bank-daempft-Sorgen-ueber-Umbaukosten
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