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Redaktion

Vertriebsmanager Bram Schot wird Interimschef - VW-Aktie größter Tagesverlierer im Dax

ste/sck Hamburg/München - Paukenschlag bei Audi: Wegen des Betrugsverdachts im Zusammenhang mit den Dieselabgasmanipulationen ließ die Staatsanwaltschaft München den langjährigen Konzernchef Rupert Stadler festnehmen. Ein Gericht habe eine Untersuchungshaft wegen Verdunkelungsgefahr angeordnet, teilten die Strafverfolger am Montag mit. Damit ist der 55-Jährige der zweite hochkarätige Manager, der aufgrund der Affäre zu Ermittlungszwecken ins Gefängnis muss. Seit neun Monaten sitzt der frühere Entwicklungsvorstand von Audi und Porsche, Wolfgang Hatz, in Haft. Stadlers Verhaftung erfolgt eine Woche nach dessen Hausdurchsuchung (vgl. BZ vom 12. Juni).

Nach einer stundenlangen ordentlichen Sitzung des Aufsichtsrat der Muttergesellschaft Volkswagen, sickerte durch, dass Audi-Vertriebsvorstand Bram Schot die Leitung der Ingolstädter Konzerntochter interimistisch übernimmt. Der 56-jährige Niederländer gehört dem Audi-Vorstand erst seit Anfang September vergangenen Jahres an. Seinerzeit beorderten ihn die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch zusammen mit drei weiteren Spitzenmanagern zur Auto-Premiummarke. Alt-Vorstände und Stadler-Vertraute tauschten sie damit aus. Der CEO durfte aber bleiben. Stadler sollte auf diese Weise einen Neuanfang starten.

Audi musste für die Dieselkrise bislang 2 Mrd. Euro zurücklegen. Die beiden privaten VW-Großaktionäre hielten seinerzeit noch an Stadler fest. Er war enger Vertrauter des früheren Firmenpatriarchen Ferdinand Piëch und des einstigen VW-Chefs Martin Winterkorn, der im September 2015 über den Skandal stolperte. Vor fast drei Jahren kam der Betrug ans Tageslicht.

Die Anleger gingen gestern nach Stadlers Verhaftung auf Distanz. Die VW-Vorzugsaktie büßte zeitweise über 4 % ein. Mit einem Minus von 3,1 % auf 156,06 Euro war das Papier der schwächste Dax-Wert. Investoren befürchten, dass nach Stadler noch weitere Manager aus dem VW-Reich im Zusammenhang mit den Ermittlungsverfahren festgenommen werden könnten. Er wird von der Staatsanwaltschaft seit dem 30. Mai als Beschuldigter geführt. Hinzu kommen 19 weitere Personen. Seiner Inhaftierung gingen mehrere Razzien voraus. Die spektakulärste war im März vergangenen Jahres, als die Strafermittler in der Konzernzentrale in Ingolstadt während der Bilanzpressekonferenz anrückten.

Schot soll nun Audi wieder auf die Erfolgsspur zurückführen und Ruhe in das Unternehmen bringen. Zuletzt drückten die hohen Mehrkosten wegen der Dieselkrise die operative Marge von Audi. Der neue Audi-CEO war zuvor Vertriebschef von VW-Nutzfahrzeuge.

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Börsen-Zeitung, 19.06.2018, Autor ste/sck Hamburg/München, Nummer 114, Seite 1, 345 Wörter

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