Redaktion

DAS CFO-INTERVIEW
Kunststoffkonzern schaut sich nach wetterfesten Aktivitäten um - Bau neuer Großanlage in Planung

ab Leverkusen - Nicht nur mit Blick auf Investitionen will der Kunststoffkonzern Covestro künftig ein größeres Rad drehen. Auch beim Thema Akquisitionen hält mit Thomas Toepfer, der seit April dieses Jahres bei der einstigen Bayer-Tochter das Finanzressort verantwortet, eine neue Sichtweise Einzug. "Beim Thema M & A haben wir in der Vergangenheit sehr wenig getan, das soll sich ändern", kündigt Toepfer im Interview an. "Wir schauen rechts und links, welche Möglichkeiten es gibt, ohne dass wir uns in irgendeiner Weise unter Druck setzen lassen", betont Toepfer, der zuvor bei Kion in gleicher Funktion tätig war.

Ausschau gehalten wird nach Geschäften und Produkten, die das Portfolio gegenüber dem konjunkturellen Auf und Ab weniger anfällig machen. Speziell geht es um das kleinste Segment Coatings, Adhesives, Specialties, kurz CAS, das mit Übernahmen aufgepeppt werden soll. "Das Segment CAS ist insgesamt relativ konjunkturunabhängig und erwirtschaftet eine stabile Ebitda-Marge von 20 % plus", untermauert Toepfer das Vorhaben.

Hatte der kürzlich ausgeschiedene Vorstandschef Patrick Thomas die (zu) hohen Kaufpreise in der Vergangenheit stets als Ausschlusskriterium für M & A-Transaktionen ins Feld geführt, erlaubt sich Toepfer einen differenzierten Blick. Zwar räumt auch er ein, dass eine Akquisition vom Preis abhängt. "Zugleich muss man aber auch schauen, welchen Wert man damit schaffen kann. Dabei geht es einerseits um Synergien und andererseits um die strategische Passgenauigkeit", erläutert der Manager.

Neben anorganischem Wachstum will Covestro künftig aber auch die Investitionen in Sachanlagen ausbauen. "Das jährliche Investitionsvolumen sehen wir künftig in einem Korridor von 700 Mill. bis 1,2 Mrd. Euro für die nächsten drei Jahre", führt Toepfer aus. Darin inbegriffen ist auch der Bau einer neuen Großanlage, über die "in nächster Zeit" entschieden werden soll. Insbesondere im Geschäft mit dem harten Kunststoffschaum MDI macht Covestro Bedarf für eine neue World-Scale-Anlage aus. Doch selbst wenn die Entscheidung in den nächsten Monaten fällt, würde eine neue Anlage erst in drei bis vier Jahren in Betrieb gehen. In welcher Weltregion die neue Anlage angesiedelt werden soll, ist ebenfalls noch offen. "Das müssen wir genau analysieren, denn damit sprechen wir ein Commitment zu einer Region über die nächsten Jahrzehnte aus", erläutert Toepfer.

Angesichts des schwelenden Handelskonflikts ist das alles andere als eine leichte Entscheidung. Zwar fühlt sich Toepfer insoweit gut aufgestellt, als Covestro in allen wichtigen Regionen über eigene Produktionsanlagen verfügt und mithin von Schutzzöllen und anderen Handelsbarrieren weitgehend verschont bliebe. "Aber natürlich wären auch wir betroffen, wenn durch Handelssanktionen das Wachstum der Weltwirtschaft ins Stocken gerät", gibt Toepfer zu bedenken.

- Interview Seite 11

Börsen-Zeitung, 07.07.2018, Autor Annette Becker, Leverkusen, Nummer 128, Seite 1, 408 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2018128001&titel=Neuer-Finanzchef-von-Covestro-auf-der-Suche-nach-Akquisitionen
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