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Redaktion

KOMMENTAR - THYSSENKRUPP
Guido Kerkhoff macht das Beste aus einer eigentlich unhaltbaren Lage. Unbeirrt von einem zeitweise handlungsunfähig erscheinenden Eigentümerkreis geht der Thyssenkrupp-Interimschef weiter auf dem eingeschlagenen Weg. Ohne lange Abstimmung mit dem zerstrittenen Aufsichtsrat hat er den fünf Sparten des Konzerns neue Kostensenkungsprogramme und Margenziele verordnet und diese mit einem konkreten Zeitpunkt verknüpft. Und er orientiert den gesamten Konzern auf die Generierung von Cash-flow: Vom Jahr 2020/21 an sollen die fünf Sparten rund 1 Mrd. Euro Mittelzufluss liefern.

Kerkhoff gibt den Investoren das sehnlichst erwartete Signal, dass auch ohne einen neuen Aufsichtsratschef täglich an der Verbesserung des operativen Geschäfts gearbeitet wird. Das ist auch dringend notwendig. Die Krise im Anlagenbau hat sich verschärft, und der Mittelabfluss ist nicht gestoppt. Eigentlich kann sich Thyssenkrupp das nicht leisten. Mit einer Eigenkapitalquote von nicht einmal 10 % ist der Konzern kaum gewappnet gegen einen Abschwung, der angesichts des globalen Handelskonflikts wahrscheinlicher wird.

Der Interimschef tut das Richtige: Er kümmert sich um das, was er selbst in der Hand hat. Er hält den Laden zusammen und arbeitet. Er beweist damit, dass er trotz des Geredes über alle möglichen potenziellen Nachfolger selbst das Zeug dazu hätte, den Vorstandsvorsitz dauerhaft einzunehmen.

Ein ganz anderes Bild liefern derzeit die Vertreter der beiden Großaktionäre ab - die Krupp-Stiftung und Cevian. Strategische Differenzen sind eine Sache. In einer der größten Krisen der Konzerngeschichte wochenlang in Urlaub zu fahren - wie einige Aufsichtsratsmitglieder -, zeugt jedoch von Desinteresse. Dabei bräuchte das Unternehmen mit fast 160 000 Beschäftigten jetzt das Gegenteil: ein Bewusstsein von der Dringlichkeit, sich auf eine Strategie zu einigen und schnell einen neuen Aufsichtsratschef von außen zu holen. Abstrakte Diskussionen über Gegensätze wie "Finanzholding versus zentral gesteuerter Konzern" oder "Zerschlagung versus Einheit" helfen nicht weiter, da ohnehin keiner der Beteiligten eines der Extreme in Reinform fordert.

Ein Patt in einem Machtkampf zwischen IG Metall und Krupp-Stiftung auf der einen Seite sowie Cevian und dem Hedgefonds Elliott auf der anderen Seite könnte zur gefährlichen Hängepartie führen. Ein Weiter-so kann es angesichts der in allen Sparten des Konzerns nicht zufriedenstellenden Profitabilität und der chronischen Eigenkapitalschwäche nicht geben.


Börsen-Zeitung, 10.08.2018, Autor Christoph Ruhkamp, Nummer 152, Seite 1, 343 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2018152004&titel=Gefaehrliches-Patt
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