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Redaktion

KOMMENTAR - GELDWÄSCHE
ING Groep N.V.
Geldwäsche, Bestechung von Amtsträgern und Steuerhinterziehung sind schon lange kein Kavaliersdelikt mehr, sondern pure Wirtschaftskriminalität. Die ING hätte es wissen müssen. Offenbar erschien ihr der Aufwand für eine lupenreine Überprüfung ihrer Kunden und deren Hintermänner nach dem seit langem nicht nur EU-weit geltenden Prinzip Know your Customer (KYC) zu hoch. Das rächt sich jetzt. 675 Mill. Euro Strafe zur Beilegung eines Verfahrens wegen schlampiger Überprüfung von Kunden, die die Bank für Geldwäsche und Transfers von Bestechungsgeldern in den Jahren 2010 bis 2016 missbrauchten, stehen im Verhältnis zu weiteren 100 Mill. Euro Strafe. Deren Höhe bemisst sich auch an den Ausgaben, die die ING im Untersuchungszeitraum für die saubere Einhaltung von KYC- und Compliance-Vorschriften hätte ausgeben müssen. Die Opportunitätskosten für die Nichtbeachtung von Geldwäschevorschriften sind also enorm, wenn man neben der Strafe noch die Kosten für Anwälte, Ermittler und Restriktionen, bestimmte Geschäfte nicht mehr ausführen zu dürfen, hinzunimmt.

Der ING-Fall ist in mehrerlei Hinsicht signifikant. So handelt es sich um eine der höchsten Strafzahlungen für ein Finanzinstitut im Zuge aufgedeckter Wirtschaftskriminalität. Das bedeutet, dass die Behörden diese Tatbestände nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen und die Tendenz zu höheren Strafen geht. Zudem werden die Untersuchungen immer ausgefeilter dank grenzüberschreitender Zusammenarbeit der Ermittler, die auf das Desaster innerhalb der ING erst durch Fälle, in denen andere Banken involviert waren, aufmerksam wurden. Die Effektivität in Europa, Geldwäsche und andere Wirtschaftskriminalität aufzudecken, ist enorm gestiegen und damit das Risiko für Banken, die ihre KYC- und Compliance-Systeme nicht auf dem neuesten Stand halten. Das Gleiche dürfte für Unternehmen gelten. Kunden, die sich hinter Briefkastenfirmen oder einem Geflecht davon verbergen, müssen in den Banken, aber auch Unternehmen sofort eine rote Warnlampe auslösen. Sonst ist der Regulator gefordert, für Banken mit Briefkastenfirmen als Kunden strengere Regeln zu erlassen.

Die Akribie der Ermittler ist verständlich, denn Geldwäsche, Bestechung von Amtsträgern und Steuerhinterziehung haben gravierende Folgeschäden insbesondere für die Volkswirtschaften, die es Wachstum kostet. Meist fehlt das Geld aber gerade in den Ländern, die es am dringendsten brauchen.


Börsen-Zeitung, 05.09.2018, Autor Karin Böhmert, Nummer 170, Seite 1, 330 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2018170006&titel=Kein-Kavaliersdelikt
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