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Redaktion

Leitzins trotz Drohungen Erdogans auf 24 Prozent erhöht - EZB hält an Plan für QE-Ende fest

jw/ck/ms Frankfurt - Die türkischen Währungshüter haben am Donnerstag dem Druck von Staatschef Recep Tayyip Erdogan standgehalten und die Leitzinsen überraschend um 6,25 Prozentpunkte auf 24 % angehoben. Investoren reagierten erleichtert - sie hatten lediglich mit einer Anhebung auf 22 % gerechnet. Ökonomen begrüßten den Schritt als Zeichen der Unabhängigkeit der Notenbank, argumentierten aber, dass weitere Zinsanhebungen nötig seien, um die Inflation von knapp 18 % zu bekämpfen und den Währungsverfall zu stoppen.

Nur wenige Stunden vor der Zinssitzung hatte Erdogan erneut niedrigere Zinsen gefordert und die türkische Währung bis auf 6,55 Lira pro Dollar fallen lassen. Zinsen seien ein "Werkzeug der Ausbeutung" und die steigenden Preise im Land eine Folge falscher Schritte der Zentralbank, so der türkische Präsident. Um den Währungsverfall zu stoppen, hatte die Regierung am Donnerstag beschlossen, Immobiliengeschäfte künftig nur noch in Lira zu erlauben. Dies gelte nicht nur für neue Kauf- und Mietverträge, sondern auch für alle bereits in einer ausländischen Währung abgeschlossenen Verträge, so eine amtliche Mitteilung. Sie sollen binnen 30 Tagen auf Lira umgeschrieben werden.

Als Reaktion auf die Anhebung des Schlüsselsatzes stieg die Lira bis auf 6 und lag zuletzt mit einem Gewinn von 3,6 % bei 6,09 Lira pro Dollar. Die Anleihen reagierten mit deutlichen Kursgewinnen, was ihre Verzinsungen drückte. So lag die Rendite der im März 2038 fälligen Dollar-Anleihe zuletzt 54 Stellen niedriger bei 8,08 %.

Die Turbulenzen in Schwellenländern wie der Türkei oder Argentinien nahm gestern auch die Europäische Zentralbank (EZB) neu in ihre Liste von Risiken für die Euro-Wirtschaft auf. Zugleich dämpfte EZB-Präsident Mario Draghi aber die Sorgen. Die konjunkturelle Stärke im Währungsraum selbst kompensiere bislang solche Probleme. Der EZB-Rat beschloss denn gestern auch formal, seine umstrittenen Anleihekäufe (Quantitative Easing, QE) ab Oktober auf dann 15 Mrd. Euro monatlich zu halbieren, und stellte erneut in Aussicht, sie Ende 2018 einzustellen. Die Leitzinsen sollen aber bis weit ins Jahr 2019 hinein auf den aktuellen Rekordtiefs bleiben. Der Euro stieg bis auf 1,17 und lag zuletzt mit einem Plus von 0,5 % bei 1,1680 Dollar.

Die Bank of England hielt indes die Füße still. Der Leitzins bleibe unverändert bei 0,75 %, teilte die Notenbank mit - dies war von Volkswirten erwartet worden. Alle neun Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss stimmten für die Entscheidung.

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- Berichte Seiten 7 und 18

Börsen-Zeitung, 14.09.2018, Autor jw/ck/ms Frankfurt, Nummer 177, Seite 1, 375 Wörter

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