Dax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 12.227,50+0,47% TecDax Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 2.869,50-1,34% Euro Stoxx 50 Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 3.373,50+0,33% US/Dow Jones Deutsche-Bank-Realtime-Indikation: 26.432,00+0,60% Gold: 1.203,90+0,37% EUR/USD: 1,1675-0,03%
Redaktion

KOMMENTAR - DEUTSCHE BANK
Die Nummer hatte noch gefehlt im Sommertheater um die deutschen Großbanken: die Holdingidee. Das Stück wird alle paar Jahre gegeben. Mitte der neunziger Jahre hatte die Deutsche Bank und übrigens auch die Commerzbank (jede für sich) das Textbuch im Archivkeller verschwinden lassen. Bei den Blauen wurde es zuweilen wieder hervorgekramt. Vorstandssprecher Rolf Breuer ließ es 2001 einstampfen, schon weil eine unter der Dachgesellschaft aufgehängte Firmenkundenbank das damalige "AA"-Rating der Mutter verloren und sich enorme Refinanzierungsnachteile eingehandelt hätte. Später wurde es neu geschrieben, und bis heute nimmt sich jeder große Regisseur das Stück vor oder bekommt den Text von Beratern, die ja auch leben wollen, vorgelesen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner, Bankchef Christian Sewing und Kollegen sollten sich mal auf ein Tässchen Kaffee mit Wolfgang Kirsch, dem Vormann der DZ Bank, und dessen designierten Co-Nachfolgern verabreden. Spätestens danach könnte ihnen die Lust auf Experimente vergangen sein. Bei den Kreditgenossen wird das Thema in einem seit 2016 und mindestens noch bis 2021 dauernden Prozess "ergebnisoffen" - juristische oder virtuelle Trennung von Bank sowie Steuerungs- und Strategieeinheit - geprüft.

Nebenbei: Die Deutsche Bank selbst war 2017 Holding von 1 161 Gesellschaften. Sie kann längst ein- und ausgliedern, wen oder was sie will. Unter ihrem Dach hängen zum Beispiel die Privat- und Firmenkundenbank und die DWS; die Postbank wird gerade eingegliedert. Was soll es - auch mit Blick auf eine bis zum Exzess diskutierte Fusion mit der Commerzbank - bringen, noch die Unternehmens- und Investmentbank zu separieren?

Bei der DZ Bank, als Spitzeninstitut einer Allfinanzgruppe nicht direkt mit der Deutschen Bank vergleichbar, gibt es gewichtige Argumente für beide Varianten. In einem dürften sich Befürworter und Gegner eines neuen Überbaus aber einig sein: Das Vorhaben ist gesellschaftsrechtlich, steuerlich, regulatorisch und aufsichtlich megakomplex, es wirft brisante Fragen in Sachen Kapitalallokation, Liquiditätssteuerung, Rating oder Neulizenzierung auf.

Bei der Deutschen Bank würde die Umsetzung eines stringenten Holdingmodells zu kostenträchtigen Parallelstrukturen führen, Governance-Konflikte wären programmiert, und der Geldkonzern würde sich weitere Jahre mit sich selbst beschäftigen, statt sich endlich auf die Kunden zu fokussieren. Es ist höchste Zeit, im Bankensommertheater den Vorhang fallen zu lassen.


Börsen-Zeitung, 14.09.2018, Autor Bernd Wittkowski, Nummer 177, Seite 1, 344 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2018177004&titel=Sommertheater
BZ Artikel twitternLinkedInXingFacebook

Unternehmensbereich: Deutsche Bank AG
Übersicht Kurse / Charts Redaktionelle BerichteResearch
Ad-hoc FinanzanzeigenAktionärsstrukturDirectors’ Dealings
Termine Wertpapiersuche Audio / Video


Serien zu Banken & Finanzen
Themendossiers zu Banken & Finanzen


Termine des Tages
Donnerstag, 20.09.2018

Ergebnisse
Banca Arige (ao.)
Carnival: 3. Quartal
IMW Immobilien
Lanxess Analystentreffen
Micron: 4. Quartal
Rocket Internet: 2. Quartal
Schaeffler: Kapitalmarkttag
Securitas: Investor Day

Hauptversammlungen
Diageo
GlaxoSmithKline
Ryanair




























21

0.388164 s