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Redaktion

Wirtschaftspolitik muss kleine und mittlere Unternehmen im Blick haben - Mit dem "Transformationsrat Automobilwirtschaft" Baden-Württemberg stärken

Bei der Mobilität der Zukunft will Baden-Württemberg den Takt vorgeben. Unser klarer Fokus liegt darauf, wie wir Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Land erhalten können. Die Automobilwirtschaft ist für Baden-Württemberg enorm wichtig: Ihre volkswirtschaftliche Bedeutung, ihre direkte und indirekte Beschäftigungswirkung, ihre Forschungs- und Entwicklungsintensität sowie ihr Exportanteil machen sie zu einer der bedeutenden Branchen, die die Struktur des verarbeitenden Gewerbes bestimmen. Der derzeit stattfindende tiefgreifende Strukturwandel wird die Automobilwirtschaft in den nächsten Jahren ganz erheblich verändern.

Bedürfnisse verändern sich

Die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen verändern sich. Es ist notwendig, sich an klima- und umweltpolitische Anforderungen sowie technologische Entwicklungen anzupassen. Digitalisierung, automatisierte Fahrfunktionen bis hin zum autonomen Fahren eröffnen gleichermaßen wie veränderte Mobilitätsanforderungen und Nutzergewohnheiten Chancen für neue datengetriebene Geschäftsmodelle. Content, Daten und Services werden Mehrwertdienste ermöglichen und sind die Grundlage für diese Geschäftsmodelle, für die verschiedene Experten einen Milliardenmarkt prognostizieren. Die Digitalisierung bringt allerdings auch neue Marktteilnehmer mit sich, die die etablierte Industrie und den Handel vor große Herausforderungen stellen.

Neben den Fahrzeugherstellern sind vor allem die über 1 000 baden-württembergischen Zulieferunternehmen von diesen Veränderungen betroffen. Und auch für den Handel, die Werkstätten und die Dienstleistungsanbieter müssen künftig marktpassende Leistungen erbracht werden - von der Fahrzeugreparatur bis zum digitalen Serviceangebot.

Wichtige Rolle für die Politik

Der Wirtschaftspolitik kommt die wichtige Rolle zu, diesen Transformationsprozess vor Ort zu begleiten: Sie ist in engem Austausch mit den vielen kleinen und mittleren Unternehmen in der Automobilwirtschaft, ist zuständig für Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Initiativen und Cluster und ist mit den Kommunen stark verbunden. Dabei müssen die Rahmen- und Standortbedingungen für die kleinen und mittleren Unternehmen in der Zulieferindustrie und im Bereich der Fabrikausrüster im Fokus stehen. Schließlich tragen diese mittelständischen Betriebe mit ihrer Präsenz in der Fläche des Landes erheblich zur Wertschöpfung und Beschäftigung bei.

Damit der Mittelstand die Potenziale des Technologiewandels nutzen kann, müssen traditionelle Geschäftsmodelle reformiert, Technologiekompetenzen gezielt ausgebaut und Strategieprozesse systematisch angepasst werden. Eine geeignete Industriepolitik nimmt deshalb den besonderen Bedarf der mittelständischen Betriebe, etwa im Hinblick auf deren Forschungs- und Entwicklungskompetenzen, in den Blick. Besonders wichtig ist deren Bedarf an qualifizierten Fachkräften und der Austausch sowie die Kooperation mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Denn der Schlüssel zum zukünftigen Erfolg liegt in der Bildung und Qualifizierung auf allen Ebenen.

Als Wirtschafts- und Arbeitsministerin in Baden-Württemberg setze ich mich deshalb dafür ein, gemeinsam mit den betreffenden Clustern, Initiativen und Instituten die traditionellen Zulieferbetriebe und die Fabrikausrüster hinsichtlich des Transformationsprozesses entsprechend zu sensibilisieren. Wir wollen den Austausch und die Kommunikation zwischen kleinen und mittleren Unternehmen, Fabrik- und Erstausrüstern der Branche fördern und ausbauen. Dabei setzt sich die baden-württembergische Landesregierung für das Ziel der Ressourcen- und Energieeffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein. Wir bemühen uns um Materialketten, die ethischen Ansprüchen genügen - von der Rohstoffgewinnung über den Einkauf bis zum Recycling.

Gemeinsame Lösungen

Es ist unser klares Ziel, unsere heutige Systemkompetenz und die zahlreichen Arbeitsplätze auch für die zukünftigen Fahrzeuggenerationen und Mobilitätslösungen zu erhalten. Deshalb wurde im Sommer 2017 der Strategiedialog Automobilwirtschaft ins Leben gerufen. Wir wollen gemeinsam mit allen Beteiligten Lösungsstrategien und Maßnahmen für den Standort Baden-Württemberg erarbeiten. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter des Ministerrats, der Unternehmen sowie der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft sind in diesen Prozess eng eingebunden. Nur wenn Politik und Wirtschaft hierbei Hand in Hand arbeiten, können wir die weitreichenden Herausforderungen des Transformationsprozesses erfolgreich angehen.

Disruptive Technologien, beispielsweise im Kontext der Elektromobilität oder der Digitalisierung, können unsere traditionellen Geschäftsmodelle, die Stärke und die Kompetenz unserer heutigen Unternehmen gefährden. Wir benötigen deshalb eine fundierte und kontinuierliche Analyse der mit den jeweiligen Technologien verbundenen Potenziale und Risiken. Unter meiner Leitung hat sich der Transformationsrat Automobilwirtschaft Baden-Württemberg gegründet, in dem Vertreter der Fahrzeughersteller, Zulieferer, Fabrikausrüster, des Handels, der Werkstätten, von Handwerk und neuen Akteuren der Mobilität, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite, Wirtschaftsförderorganisationen und Wissenschaft eingebunden sind. Der Transformationsrat behandelt die Themenfelder Forschung und Entwicklung, Produktion und Zulieferer sowie Vertrieb und Aftersales des Strategiedialogs Automobilwirtschaft.

Ziel des Transformationsrats ist es, eine Strategie zu entwickeln, um angesichts des Transformationsprozesses der Automobilwirtschaft den Standort Baden-Württemberg zu stärken. Wir wollen Beschäftigung, Wohlstand und Wertschöpfung im Land erhalten. Hierzu soll eine Roadmap erarbeitet werden: Sie soll Handlungsempfehlungen zu Projekten und Rahmenbedingungen insbesondere für Politik und Verwaltung, aber auch für Wirtschaft und Wissenschaft bereitstellen. Damit wollen wir den Entscheidungsträgerinnen und -trägern genau die Informationen und Orientierungen geben, die sie benötigen, um ihnen strategische Entscheidungen zu erleichtern.

Vier Arbeitsgruppen

Die Mitglieder des Transformationsrats engagieren sich in vier Arbeitsgruppen. Hier entwickeln sie Projektideen, definieren Handlungsbedarfe und -empfehlungen und schlagen Maßnahmen vor. Für die konkrete Arbeit der nächsten Jahre wurde in den Arbeitsgruppen und dem Lenkungskreis des Transformationsrats ein Positionspapier erstellt, das ressortübergreifend Herausforderungen benennt. Die bisherigen Beiträge umfassen eine Situationsanalyse, daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmenvorschläge. Im laufenden Dialogprozess werden in den kommenden sechs Jahren weitere Inhalte fokussiert. Als Wirtschaftsministerin will ich den bevorstehenden Wandel gemeinsam mit den Akteuren gestalten, Kräfte bündeln und vor allem die vielen kleinen und mittleren Unternehmen in diesem Veränderungsprozess unterstützen.

Die Transformation unserer Automobilwirtschaft kann nur in einem gemeinsamen Kraftakt von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gelingen. Die baden-württembergischen Unternehmen müssen es schaffen, ihr Wertschöpfungsniveau über die technologische Transformation hinweg mindestens zu erhalten. Hierzu müssen neue Marktfelder erschlossen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zielgerichtet qualifiziert werden, damit sie für die neuen Technologiefelder der Elektrifizierung, Automatisierung und Vernetzung von Fahrzeugen richtig vorbereitet sind.

Beschäftigungsniveau halten

Auch dem Handel und den Werkstätten muss es gelingen, durch die Qualifizierung der Beschäftigten die technologische Transformation zu meistern. Die reduzierten Wertschöpfungsumfänge im konventionellen Antriebsstrang müssen durch innovative Geschäftsmodelle kompensiert und das Beschäftigungsniveau gehalten werden. Nur so bleibt Baden-Württemberg auch weiterhin einer der weltweit bedeutendsten Standorte der Mobilitätswirtschaft.

Nicole Hoffmeister-Kraut, MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg

Börsen-Zeitung, 15.09.2018, Autor Nicole Hoffmeister-Kraut, MdL, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, Nummer 178, Seite B 1, 923 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2018178800&titel=Den-Takt-bei-der-Mobilitaet-der-Zukunft-bestimmen
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