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Redaktion

Währungsfonds ruft Länder zu besserer Vermögensverwaltung auf - Gewinne beträchtlich
Die globale Verschuldung hat 2017 einen Rekordwert von 182 Bill. Dollar erreicht, allein im letzten Jahrzehnt ist sie um 50 % gewachsen. Neben dem Schuldenabbau, sollen die Länder in Zukunft aber vor allem ihre öffentlichen Vermögenswerte erhöhen, fordert der Internationale Währungsfonds in seinem neuen Fiskalbericht.

Von Julia Wacket, Frankfurt

Öffentliche Bilanzen bieten laut IWF ein umfassenderes Bild des fiskalischen Zustands eines Staates, als der bloße Blick auf Schulden und Defizite. Das geht aus dem neuen Fiskalbericht (Fiscal Monitor) des Internationalen Währungsfonds (IWF) hervor. Es zähle nicht nur, wie viele Schulden ein Land habe, sondern auch, was auf der Habenseite der Bilanz stehe, sagte IWF-Direktor Vítor Gaspar, der den Bericht am Mittwoch vorstellte. Regierungen könnten eine riesige neue Einnahmequelle finden, wenn sie ihr Vermögen professioneller verwalten würden.

Der IWF präsentiert in dem Fiskalbericht eine neue Datenbank, die Schätzungen der Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des öffentlichen Sektors für 31 Länder - die 61 % der Weltwirtschaftsleistung ausmachen - beinhaltet. Die Vermögenswerte dieser Länder belaufen sich laut IWF auf rund 101 Bill. Dollar oder das Doppelte ihres Bruttoinlandsprodukts. Hierzu zählen öffentliche Vermögenswerte wie Staatsunternehmen oder Rohstoffe wie Erdöl. Der IWF stellt fest, dass der Vermögenssaldo, die Differenz zwischen Gesamtvermögen und Gesamtverbindlichkeiten, im Durchschnitt positiv ist. Ein Drittel der Stichprobenländer, einschließlich der meisten G7-Länder, läge jedoch im negativen Bereich.

Zwar hätten viele Industrieländer ihre Haushaltsdefizite seit der Finanzkrise reduziert, ihre Vermögenssalden seien aber 11 Bill. Dollar (28 Prozentpunkte des BIP) niedriger als vor der Krise. Der Fonds ruft die Länder in dem Bericht daher zu einer besseren Vermögensverwaltung auf. Diese ermögliche es Ländern, ihre Einnahmen zu erhöhen, Risiken zu reduzieren und bessere fiskalpolitische Entscheidungen zu treffen.

"Eine bessere Vermögensverwaltung könnte Regierungen 3 % der Wirtschaftsleistung an Einnahmen bescheren", so Gaspar. Dieser Betrag sei in etwa so hoch wie die jährlichen Steuereinnahmen in vielen Industrieländern. Zudem habe die Forschung gezeigt, dass "Länder mit stärkeren Bilanzen niedrigere Zinsen für ihre Schulden zahlen" und auch von "kürzeren und flacheren Rezessionen" betroffen seien. Im Gegensatz dazu könnte ein ausschließlicher Fokus auf die Staatsverschuldung zu schlechten Ergebnissen führen, wie zum Beispiel Privatisierungsbestrebungen, um finanzielle Verbindlichkeiten um fast jeden Preis zu reduzieren - was das Nettovermögen eines Landes reduzieren könnte. Vor allem aber müsse Transparenz geschaffen werden, damit die Bürger auch über die tatsächliche Wohlstandslage ihres Landes informiert seien. Das gelte besonders für Länder mit vielen Bodenschätzen wie Russland.

Der Blick auf die Nettovermögen ändert auch das Ranking des "fiskalischen Zustands" vieler Länder. Japan zum Beispiel hat ein Nettovermögen von etwa null und liegt somit im Mittelfeld des Rankings (siehe Grafik). Bei einem Blick auf die Verbindlichkeiten würde das Land eher am unteren Ende der Tabelle stehen. Im Gegensatz dazu schneidet Deutschland im Ranking der Nettovermögenswerte schlechter ab, da es trotz einer niedrigen Verschuldung nur wenige Vermögenswerte hat.

Australien, Neuseeland und Großbritannien werden in dem Bericht als Länder genannt, die positive Maßnahmen ergreifen, um ihre Vermögenswerte besser gegen zukünftige Verbindlichkeiten abzusichern. Deren Beispiel sollten nach Meinung des IWF noch viele Länder folgen. Die Vermögenswerte des öffentlichen Sektors seien seit der Finanzkrise nämlich deutlich wertvoller geworden und hätten in etwa ein Viertel der zusätzlichen Schulden, die von europäischen Ländern seit dem Jahr 2000 begeben wurden, ausgeglichen.

Börsen-Zeitung, 11.10.2018, Autor Julia Wacket, Frankfurt, Nummer 195, Seite 4, 519 Wörter

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