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Redaktion

Fitch hält Abwicklung für reale Möglichkeit

bl Mailand - Die Genueser Sparkasse Carige steht offenbar vor der Pleite. Nachdem die Ratingagentur Fitch die Bank von "B-" auf "CCC+" mit negativem Outlook herabgestuft hat und eine Abwicklung für eine reale Möglichkeit hält, verlor die Aktie bis zum Nachmittag 4,1 % auf 0,47 Cent.

Fitch glaubt nicht, dass sich die Bank auf dem Markt das von der EZB bis zum 30. November angemahnte Kapital zur Aufstockung des Eigenkapitals besorgen kann. Die Ratingagentur nennt als Grund dafür den deutlich erschwerten Marktzugang für italienische Banken infolge des starken Anstiegs des Zinsabstands zwischen deutschen und italienischen Bonds. "Der Markt ist zu", heißt es auch in Bankenkreisen in Mailand. Carige hatte schon 2017 Probleme mit einer Kapitalmaßnahme. Aktuell versucht die Sparkasse, einen nicht gesicherten Bonds über 200 Mill. Euro zu platzieren. Großaktionär Malacalza Investimenti, der 27,5 % der Anteile hält, will sich daran zwar beteiligen, verpflichtet sich aber nicht, gegebenenfalls für die gesamte Summe zu garantieren.

"Die Bank steht am Abgrund", heißt es bei Investoren. Beobachter in Italien halten eine staatliche Rettungsaktion für das in Ligurien zentrale Institut für nicht ausgeschlossen - auch wenn der Widerstand aus Frankfurt bzw. Brüssel wohl massiv wäre. Unterdessen waren Carige-Präsident Pietro Modino und der neue CEO Fabio Innocenzi zu Gesprächen mit der EZB in Frankfurt. Dabei sollen sie über mögliche Allianzen mit anderen Banken gesprochen haben. Es ist allerdings fraglich, ob in der derzeit angespannten Lage irgendein Institut daran interessiert ist, sich bei Carige zu engagieren.

Die Bank ist durch Korruption und Spekulationen massiv in Schieflage geraten und Gegenstand von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft. Drei Führungswechsel innerhalb von zwei Jahren, Streitigkeiten zwischen den Aktionären und drei Restrukturierungspläne sind nach Ansicht von Fitch mit ein Grund für die Misere. Die Bank will ein Portfolio von 400 Mill. Euro von Non-Performing Loans abgeben und plant die Veräußerung weiterer fauler Kredite im Umfang von 1 Mrd. Euro sowie Beteiligungsverkäufe. Beobachter sehen dafür derzeit kaum Chancen. Wenn sich die Aktionäre nicht verpflichten, alle Risiken zu übernehmen, ist die Bank, die erklärt, per Ende Juni mit einer harten Kernkapitalquote (CET1) von 11,8 % alle Verpflichtungen eingehalten zu haben, wohl am Ende.

 
Börsen-Zeitung, 12.10.2018, Autor Gerhard Bläske, Mailand, Nummer 196, Seite 4, 348 Wörter

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