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Redaktion

Damit aus Ideen Innovationen werden, können Unternehmer auf Unterstützung zugreifen - diese geht weit über Darlehen hinaus

Mehr als ein Jahrhundert galt ein birnenförmiger Glaskolben, in dem ein Wolframfaden leuchtet, als Symbol für einen guten Einfall. Doch nun hat eine bessere Idee die Glühlampe verdrängt: Die LED ist kleiner, heller und energiesparender - nur ein prominentes Beispiel dafür, wie Bewährtes plötzlich durch Besseres ersetzt wird. Die Innovationszyklen von Geschäftsmodellen, Produkten und Dienstleistungen werden bekanntermaßen immer kürzer. Hier agil zu reagieren oder vorneweg mitzugestalten, gehört zu den großen Herausforderungen für Unternehmen, Kommunen und Gesellschaft. Schließlich sind es Innovationen, die gesellschaftlichen Wohlstand, wirtschaftliches Wachstum und sichere Arbeitsplätze auch zukünftig garantieren.

Chance und erhöhter Druck

Die Digitalisierung verspricht hier Gewaltiges. Ein Beispiel ist die künstliche Intelligenz (KI), die disruptive Kraft hat. Dafür reicht der Blick auf nur zwei Zahlen. Laut Statistischem Bundesamt erwarten für das laufende Jahr Europas Unternehmen einen Umsatz aus bereits praktizierten KI-Anwendungen von rund 427 Mill. Dollar. Für das Jahr 2025 gehen sie allein für Europa von knapp 7,9 Mrd. Dollar Umsatz aus - Faktor 17 in sieben Jahren. Dabei ist künstliche Intelligenz nur ein Innovationstreiber von vielen. Die digitale Transformation, aber auch immer neue Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung erhöhen die Chance, aber auch den Druck - für sämtliche Unternehmen vom Start-up bis zum globalen Konzern.

Innovationsfähigkeit und eine geeignete Umsetzungskompetenz sind deshalb heute Schlüsselqualifikationen für die Zukunftsgestaltung: Es gilt, gute Ideen zur Marktreife zu bringen und auf dem Markt zu etablieren. Diese Innovationskraft bleibt dabei ein Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum nicht nur von Unternehmen, sondern ganzer Volkswirtschaften. Die Kraft zum Querdenken erhöht die digitale Qualifikation in Unternehmen. Der Innovationsatlas 2017 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt aber, dass diese Erfolge sowohl bundesweit als auch regional noch sehr unterschiedlich verteilt sind.

Noch Potenzial zu heben

Zwar liegt das Land Nordrhein-Westfalen (NRW) bei der Zahl der Patentanmeldungen auf dem dritten Platz hinter Baden-Württemberg und Bayern. Doch bei den Investitionen in Forschung und Entwicklung gilt es in NRW noch Potenzial zu heben, um den ökologischen Umbau der Energieversorgung, die zunehmende Digitalisierung und Globalisierung der Wirtschaft, den Ausbau klimaschonender Mobilitätskonzepte und des sozialen Systems sowie den Wohlstand der Menschen zu sichern.

Auffällig in NRW aus Sicht der Wissenschaftler des IW ist die regional sehr unterschiedliche Verteilung der Freude am Forschen. So gibt es "dominierende Innovationsregionen", beispielsweise der Großraum Wuppertal, Solingen und Remscheid im Bergischen Land. Diese Vorreiterrolle beim technischen Fortschritt ist zwingend notwendig für den massiven und immer schnelleren Struktur-wandel in vielen Industrieregionen.

Damit dies gelingt, brauchen Innovatoren Raum. Sie müssen sich in einem anregenden Umfeld ausprobieren können und jede Unterstützung für die Weiterentwicklung ihrer guten Idee vorfinden - von der Beratung über Netzwerke bis hin zu Investoren. Die Voraussetzungen dafür sind in Nordrhein-Westfalen gut: Ein Binnenmarkt mit knapp 18 Millionen Einwohnern sowie über 800 000 Unternehmen aller Größenordnungen treiben Innovationen in NRW an. Sie sind für hiesige Start-ups potenzielle Kunden von morgen, die Innovationen einsetzen und damit für Nachfrage sorgen.

Nordrhein-Westfalen bietet genügend Raum, um Ideen zu testen und Feedback zu erhalten, nicht zuletzt über Start-up-Wettbewerbe wie den Gründerpreis NRW als "Echokammer". Über alles spannen sich Netzwerke für Innovationen, von denen alle Unternehmen profitieren - angefangen bei den Startercentern NRW bis hin zu Digitalisierungsoffensiven wie "Digital in NRW".

Breites Förderspektrum

Forschung und Entwicklung auf internationalem Niveau und das Anheuern von Spezialisten sind kapitalintensiv. Geld, das auch Gründer und kleinere Mittelständler meist nicht aus eigenen Mitteln aufbringen können. Als Förderbank für das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die NRW.Bank Gründer und Unternehmer darin, wettbewerbsfähige Produkte, Prozesse, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle zu entwickeln, und setzt dabei ein breites Spektrum an Förderinstrumenten ein: Von zinsgünstigen Förderdarlehen über Eigenkapitalfinanzierungen bis hin zu Beratungsangeboten.

Realisiertes Planspiel

Wie bei der "vierfreunde GmbH" aus Köln und ihrem Projekt "Kerbholz". Was nach Lausbubenstreich klingt, ist das Gegenteil. Kerbholz ist das realisierte Planspiel ehemaliger BWL-Studenten. 2012 warben vier Kommilitonen bei Freunden und Familien Startkapital ein und investierten selbst je 5 000 Euro. Ihr Businessplan: Brillengestelle aus Holz entwickeln, bauen und vertreiben. Heute produzieren mehr als 30 Mitarbeiter für sie in einer ehemaligen Schirmfabrik Brillen, Uhren und Accessoires aus Holz, Baumwolle und Schiefer. Das Programm NRW.Bank.Innovative Unternehmen hat die Freunde dabei mit einem zinsgünstigen Darlehen mit 70-prozentiger Haftungsfreistellung für die Hausbank unterstützt.

Die Kölner Studenten profitieren dabei von den Vorteilen einer Förderbank: Denn sie kalkuliert nicht nur auf Basis günstiger Zinskonditionen und kooperiert mit der Hausbank des Kreditnehmers, sondern ihr Einsatz reicht weit darüber hinaus. Die NRW.Bank bietet individuelle Bedarfsanalysen, sucht nach Optimierungspotenzial bei der Finanzstruktur und hilft bei der Vermittlung passender Finanzierungspartner.

Erfolgreiche Kombination

Die NRW.Bank unterstützt beispielsweise technologieorientierte Start-ups schon in einer sehr frühen Phase sowohl mit Eigenkapital als auch Beratung. Eine höchst erfolgreiche Kombination, wie die starke Nachfrage beim neuen NRW.SeedCap Digitale Wirtschaft zeigt. Die Besonderheit: Aus diesem Topf können auch Investitionen von Business Angels in junge Unternehmen kofinanziert werden. Zur Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) legt die NRW.Bank seit September eine weitere attraktive Finanzierungshilfe auf: den Kredit NRW.Bank.Digitalisierung und Innovation. Er richtet sich an Freiberufler und Mittelständler.

Passgenaue Innovationen

Mit ihren Förderprogrammen ist die Bank so gut aufgestellt, dass sie von zwei namhaften Magazinen als "Deutschlands innovativstes Kreditinstitut" ausgezeichnet wurde. Eines ermittelte dabei, wie Kunden von rund 200 Banken im Internet über ihr Kreditinstitut kommunizieren und wie sie deren Produkte bewerten. Die International School of Management (ISM) analysierte dafür von Mai 2017 bis April 2018 insgesamt 350 Millionen Nennungen in öffentlich zugänglichen Online-Quellen - eine Sprachanalyse übrigens mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Im Detail ging es um Aussagen zur Innovationsfähigkeit, zu Investitionen, Forschung und Entwicklung sowie Produktneuheiten und Technologie der Banken. Vor allem mit dem großen Angebot an passgenauen Innovationen setzte die NRW.Bank aus Kundensicht die Benchmark.

Das schnelle Identifizieren neuer Nachfrage und die Entwicklung unterschiedlichster Produkte setzt sich die Förderbank auch weiterhin zum Ziel. Denn der verstorbene US-Nobelpreisträger und Chemiker Linus Pauling hatte recht: "Die beste Methode, auf eine gute Idee zu kommen, besteht darin, viele gute Ideen zu haben."

Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.Bank

Börsen-Zeitung, 12.10.2018, Autor Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.Bank, Nummer 196, Seite B 3, 967 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2018196803&titel=Mit-Kapital-gute-Ideen-zur-Marktreife-bringen
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