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Redaktion

Kapitalmarktchef kritisiert laxe Haushaltspolitik - Sorge um Europas Banken

ms Frankfurt - Im sich zuspitzenden Defizitstreit zwischen Italien und Europa kritisiert der Internationale Währungsfonds (IWF) die Regierung in Rom und ruft sie zu Haushaltsdisziplin auf. "Die aktuelle Politik wirkt sich in jedem Fall negativ auf Italiens Wirtschaft aus", sagt IWF-Kapitalmarktchef Tobias Adrian im Interview der Börsen-Zeitung. Die durch den Konflikt ausgelöste Unsicherheit und die steigenden Risikospreads seien vor allem für die Banken des Landes ein großes Problem, sagt Adrian, oberster Berater von IWF-Chefin Christine Lagarde in Finanz- und geldpolitischen Fragen. Italien habe eine hohe Staatsverschuldung, die die mittelfristige Stabilität der Staatsfinanzen schwäche. "Die jetzt vorgelegte Budgetplanung mit noch höheren Defiziten ist da alles andere als hilfreich", sagt Adrian: "Italien bräuchte eigentlich eine konservative Haushaltsplanung."

Die populistische Regierung in Rom und die EU-Kommission liefern sich einen beispiellosen Streit um Italiens Haushaltspläne. Brüssel hatte Rom Ende Oktober eine Frist von drei Wochen eingeräumt, um erste Haushaltspläne zu ändern, die am Dienstag endet. Rom bleibt bislang hart und hält an der geplanten Neuverschuldung von 2,4 % für 2019 fest. Gestern warf die EU-Kommission Rom vor, mit zu optimistischen Wachstumsprognosen zu hantieren.

Adrian äußert sich in dem Interview auch besorgt über Teile von Europas Bankenmarkt. "Gerade in Europa gibt es viele schwache Banken, die wenig profitabel und mit hohen Risiken behaftet sind. Wenn sich die Wirtschaft negativ entwickelt, können diese Banken zu einem großen Problem werden." Er macht sich für mehr grenzüberschreitende Bankenfusionen stark. "Es gibt zu viel Kapazität im europäischen Bankensektor."

Mit Blick auf die jüngsten Marktturbulenzen appelliert Adrian an die Zentralbanken, am vorsichtigen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik festzuhalten. "Die Finanzierungsbedingungen weltweit sind immer noch vergleichsweise locker und konjunkturstimulierend. Eine vorsichtige Normalisierung der Geldpolitik scheint aktuell angezeigt." Auch ein zu später Ausstieg berge "große Gefahren, nicht zuletzt Finanzmarktrisiken".

- Bericht Seite 6

- Interview Seite 7

Börsen-Zeitung, 09.11.2018, Autor Mark Schrörs, Frankfurt, Nummer 216, Seite 1, 291 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2018216004&titel=IWF-draengt-Italien-zu-raschem-Kurswechsel
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