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Redaktion

KOMMENTAR - KONJUNKTUR
Noch ist die Zahl nicht bekannt, aber es gibt kein Vertun - die deutsche Wirtschaft wird im dritten Quartal die schwächste Performance seit Anfang 2015 hingelegt haben. Das ist zwar nicht schön, aber auch noch kein Weltuntergang. Zwischen Stagnation und einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 % liegen die Prognosen der Experten. Klarheit gibt es am kommenden Mittwoch, wenn das Statistische Bundesamt die Schnellmeldung herausgibt. Und auch wenn die Details erst zehn Tage danach veröffentlicht werden, liefert der Blick auf die jüngsten Konjunkturdaten bereits eine gute Vorstellung von dem, was da kommen wird.

Geht man nach den Stimmungsindikatoren, werden die Konsumenten ihrer angestammten Rolle als Impulsgeber erneut gerecht. Auch die Investitionen in Ausrüstungen und Bauten sollten wieder positive Wachstumsbeiträge liefern. Angesichts des robusten Arbeitsmarktes, höherer Realeinkommen und anhaltenden Finanzierungsrückenwinds durch die Europäische Zentralbank sollte dies kein Problem sein. Vonseiten des verarbeitenden Gewerbes und des Außenhandels ist hingegen nichts Positives zu erwarten.

Die stark exportabhängige Industrie dürfte hauptverantwortlich für den zu erwartenden Rückschlag sein. Kein Wunder, angesichts der zahlreichen lauernden Risiken. Allen voran sind da die von US-Präsident Donald Trump angezettelten Handelsstreitigkeiten - bei einem ohnehin schrumpfenden Welthandel. Auch der zunehmend drohende harte Brexit steigert nicht eben die Investitionslaune der Unternehmen - ebenso wenig wie der Zoff um die italienische Haushaltspolitik. Von dem schrumpfenden Welthandel und den schwächelnden Schwellenländern mal ganz abgesehen.

So weit, so bekannt, so unschön - aber da ist noch etwas: ein Sonderfaktor namens WLTP. Das neue EU-Prüfverfahren für Fahrzeuge hat im dritten Quartal für ziemliche Bremsspuren gesorgt. Zuallererst in der wichtigsten deutschen Industriebranche, aber auch im gesamten verarbeitenden Gewerbe. Umsätze, Produktion, Auftragseingänge - überall steht unterm Strich ein Minus. Und nun sind auch noch die Außenhandelszahlen für September mau ausgefallen.

Wenn auch das dritte Quartal zum Vergessen sein sollte und die bislang postulierte 2-Prozent-Marke für das Gesamtjahr ins Reich der Utopie gerückt ist, wie die teils kräftig heruntergesetzten Prognosen der Bundesregierung, des Sachverständigenrats und der EU-Kommission zeigen, so ist dies noch lange kein Grund, in eine Depression zu verfallen. Ein Wachstum von 1,7 % ist immer noch sehr ordentlich.


Börsen-Zeitung, 09.11.2018, Autor Alexandra Baude, Nummer 216, Seite 1, 339 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2018216006&titel=Vergessen-und-gut
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