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Redaktion

KOMMENTAR - BANKENKONSOLIDIERUNG
Lange nichts gehört von der Bankenkonsolidierung. Na gut, vielleicht eine Woche ist es schon her. Zwischenzeitlich hat nur ein Wirtschaftsprofessor den kaum widerlegbaren Satz gesagt, "es wäre ein wichtiges Signal, wenn sich der Bund endlich zurückziehen würde", nämlich aus der Commerzbank. Diese Aussage macht nichts kaputt, dafür muss man auch kein Wissenschaftler sein. Aber sonst war es ruhig. Danièle Nouy ging als Chefin der EZB-Bankenaufsicht in Rente, ohne dass die großen Institute ihrem Drängen gefolgt sind, sich zusammenzuschließen, möglichst grenzüberschreitend. Und ihr zu Jahresbeginn angetretener Nachfolger Andrea Enria hat sich zu diesem Thema noch nicht positioniert.

Wird 2019 das Jahr der viel beschworenen großen Bankenkonsolidierung? Die Diskussion darüber ist schon insofern abwegig, als die große Konsolidierung seit Jahrzehnten stattfindet und bis heute anhält, und immerhin in dieser Disziplin sind die Deutschen Europameister. Allein von 2007 bis 2017 verschwanden hierzulande durch Fusionen 350 Institute - gut jedes sechste - von der Bildfläche, zumeist Kreditgenossenschaften und Sparkassen. Im längerfristigen Vergleich, sagen wir mal mit den 1950er Jahren, haben wir in Deutschland heute viel weniger als 900 statt damals allein im Westen 12 000 Volks- und Raiffeisenbanken, 385 statt 900 Sparkassen, drei statt acht Großbanken, fünf statt 14 Landesbanken, zwölf statt 44 Realkreditinstitute und ein Oberhaus der Kreditgenossen statt 19 regionale Zentralbanken. Wer also - ob von außen oder von innen - penetrant nach mehr Kräftebündelung ruft, ist beim deutschen Kreditgewerbe an der falschen Adresse.

Unabhängig davon fällt auf, dass ziemlich viele Top-Banker fortwährend über Konsolidierung reden - sie werden ja zum Leidwesen aller Beteiligten auch ständig von Journalisten darauf angesprochen -, aber offenbar dieselben Top-Banker wenig bis überhaupt keine Lust haben, sich in irgendein Fusionsabenteuer zu stürzen. Zumindest nicht, so lange die blanke Ertrags- und/oder Kapitalnot sie nicht zwingt. Für ein intellektuelles Glanzlicht sorgte diesbezüglich jüngst UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber, der in zwei am selben Tag veröffentlichten Interviews gleichermaßen überzeugend erklärte, dass a) Europas Banken konsolidieren müssten und b) eine Fusion für UBS zurzeit nicht in Frage komme. Man wolle lieber aus eigener Kraft wachsen. So sehen es auch die Chefs von Unicredit, BNP Paribas, Crédit Agricole und anderen Häusern. Zu Recht: Fusionen, so Weber, "lähmen Firmen über Jahre".


Börsen-Zeitung, 11.01.2019, Autor Bernd Wittkowski, Nummer 7, Seite 1, 355 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019007007&titel=Fusionseuropameister
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