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Redaktion

KOMMENTAR - PAYDIREKT
Nein, Paydirekt, das Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft für Online-Zahlungen, ist nicht tot, nachdem einzelne Privatbanken ihre Anteile von zusammen 11 % zum Jahresende gekündigt haben - es riecht nur ein wenig streng, ließe sich witzeln. Da Vorstöße zu einer säulenübergreifenden Zusammenarbeit in anderen Bereichen in schöner Regelmäßigkeit schon scheitern, bevor sie zustande gekommen sind, bleibt, wie es scheint, als einziger Verbund, hinter dem sich die Branche überhaupt versammeln mag, neben Girocard bald nur mehr die Deutsche Kreditwirtschaft als sehr lose zusammengesetztes Branchensprachrohr, das indes auch nicht nur Harmonie kennt. Ist das die Formation, in der die deutschen Banken im Zahlungsverkehr der Zukunft gegen Paypal oder die Big Techs bestehen werden?

Theoretisch könnte der Ausstieg der kleineren Paydirekt-Anteilseigner wie ING-DiBa, HypoVereinsbank, Santander & Co es Paydirekt dank einer Begradigung von Entscheidungswegen ja tatsächlich erleichtern zu reüssieren - bislang scheint im Aktionariat klare Verantwortungsdiffusion zu herrschen. Dazu aber bräuchte es eine gescheite Strategie. Das bisherige Vorgehen, sich auf die Treue der Kunden zu ihrer Hausbank und auf das eigene Sicherheitsversprechen zu verlassen, anstatt von Beginn an etwa über eine notfalls kostenlose Anbindung von Händlern möglichst rasch an Gewicht zu gewinnen, ist jedoch fehlgeschlagen: Gut vier Jahre nach seiner Gründung und bereits rund 14 Monate, nachdem etwa der damalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon einen Umbau des Geschäftsmodells von Paydirekt gefordert hat, zählt das Unternehmen gerade einmal 2,3 Millionen Privatkunden. Das ist gut ein Zehntel der Zahl, die Paypal bundesweit zeigt, und weniger als ein Zwanzigstel dessen, was die Geschäftsführung der Paydirekt GmbH einst als Potenzial in den Raum stellte. Und wie das jüngste Weihnachtsgeschäft gelaufen ist, will man als Beobachter vielleicht lieber nicht wissen, wenn Anteilseigner nach Beginn des neuen Jahres umgehend ihren Abschied aus dem Eigentümerkreis öffentlich machen. So sehr also braucht der Markt ein Online-Bezahlsystem, dessen Reichweite im Gegensatz zur Konkurrenz in der Regel nach wie vor an der Landesgrenze endet.

Aktionäre aber, die für geraume Zeit schon mit Blick auf eine Kapitalerhöhung bei Paydirekt nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, dürften Probleme haben, dem Unternehmen mit einer neuen Strategie Dynamik einzuhauchen.


Börsen-Zeitung, 17.01.2019, Autor Bernd Neubacher, Nummer 11, Seite 1, 339 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019011007&titel=Es-riecht-ein-wenig-streng
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