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Redaktion

KOMMENTAR - ING
Schau an, auch für ING Deutschland wachsen die Bäume nicht in den Himmel! Auf Sicht von zwei Jahren hatte der damals neue ING-DiBa-Chef Nick Jue im August 2017 die Marke von 10 Millionen Kunden angepeilt. Noch sind die zwei Jahre nicht vorbei, aber ohne eine größere Übernahme wird diese Zahl 2019 nicht zu schaffen sein. Seit geraumer Zeit bewegt sich der jährliche Nettozuwachs in der Spanne von 200 000 bis 300 000. In den guten alten Zeiten haben die Niederländer solche Zahlen hierzulande gerne pro Quartal verbucht. Am Jahresende umfasste die Kundendatei nun inklusive Österreich 9,3 Millionen Namen.

Das ist freilich auch nicht schlecht, zumal die Zahl der Girokonten - und damit der Hausbankbeziehungen - weit überproportional steigt. Und mehr als nur insgeheim freuen sich Jue und seine Vorstandskollegen schon, dass die aktuelle Größe nach einer Fusion von Deutscher und Commerzbank reichen würde, auf dem hiesigen Markt sogar die Nummer 2 nach Kundenverbindungen zu werden. Unruhe bei der Konkurrenz bringt Kundschaft und Geschäft und ist deswegen willkommen.

Indes wollen sich die ihrerseits von Emporkömmlingen wie N26 herausgeforderten Oranjes nicht darauf verlassen, dass sich blaue, gelbe und sonstige Wettbewerber selbst das Leben schwer machen. Sie zünden vielmehr ein Feuerwerk nicht nur von Produktinnovationen, sondern auch von strategischen Initiativen, das fast vergessen lassen könnte, dass wir es hier mit der größten europäischen Direktbank zu tun haben. Bei einem Haus, dessen DNA von Attributen wie "filiallos" und "beratungsfrei" geprägt ist, mutet manches davon geradezu revolutionär an. Die "Digitalbank" eröffnet, ganz analog, unversehens Regionalbüros, wenn auch (vorerst?) nur für das Unternehmenskundengeschäft. Mit Blick auf die wertpapierinteressierte Klientel steigt sie - neben der etablierten Zusammenarbeit mit dem Robo-Advisor Scalable - zunächst in die digitale, später vielleicht auch in die persönliche Finanzberatung ein. Und den Mittelstand, den sie über einen neuen Bereich "Digital SME" erschließen will, hatte sie in ihren ersten 50 Jahren auch nicht unbedingt auf dem Schirm.

Die einstige "Ein-Produkt-Bank", deren Angebot aus nicht viel mehr bestand als einem attraktiven Tagesgeldkonto, meint es offenbar ernst mit ihrer Ambition, eine der führenden Universalbanken in Deutschland zu werden. Wenn man ein Geschäftsmodell und eine Strategie hat, ist dieses Ziel notfalls auch mit ein paar weniger als 10 Millionen Kunden zu erreichen.


Börsen-Zeitung, 08.02.2019, Autor Bernd Wittkowski, Nummer 27, Seite 1, 363 Wörter

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