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Redaktion

KOMMENTAR - BOEING
Der bekannte Werbeslogan "If it's not Boeing, I'm not going" erweist sich für den amerikanischen Flugzeugbauer nach dem zweiten Absturz einer 737 Max innerhalb weniger Monate als Bumerang. "If it's Boeing, I'm not going", verkünden Passagiere nun auf sozialen Netzwerken. Denn das Misstrauen gegenüber Boeing ist seit dem Absturz in Äthiopien groß. Den US-Konzern trifft der Vertrauensverlust zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt, hatte er doch eigentlich für diesen Mittwoch der Roll-out seines neuesten, mit Klappflügeln ausgestatteten Langstreckenjets 777X geplant. Die Gefahr, dass Passagiere nun auch gegenüber den neuen Technologien des 777X misstrauisch reagieren, ist groß. Boeing muss nun so schnell wie möglich das Vertrauen der Fluggesellschaften zurückgewinnen, um nicht in Zukunft wichtige Aufträge an Konkurrenten wie Airbus oder Comac aus China zu verlieren. Zumindest kurzfristig dürfte der europäische Flugzeugbauer jedoch nicht von den Problemen seines US-Rivalen profitieren. Denn er ist voll damit beschäftigt, die Produktion seines neumotorisierten Konkurrenzmodells A320neo zu erhöhen. Airlines, die nun Bestellungen des 737 Max stornieren und stattdessen den neumotorisierten Mittelstreckenjet von Airbus bestellen wollen, müssen deshalb mit langen Wartezeiten rechnen. Ebenso wenig ist ein Chaos während der Sommerferien zu erwarten. Denn bisher sind nach Angaben der US-Flugaufsichtsbehörde FAA (Federal Aviation Administration) gerade mal 387 Exemplare des 737 Max im Einsatz. Von dem weltweiten Flugverbot, das 2013 für den 787-Dreamliner drei Monate lang galt, hat sich Boeing relativ schnell wieder erholt. Allerdings waren damals nur 50 Exemplare im Einsatz.

Nachdem sich die USA nach anfänglichem Zögern nun doch - wie von Präsident Donald Trump angekündigt - dazu entschieden, ebenfalls ein Flugverbot für den 737 Max zu verhängen, dürfte es für den Flugzeugbauer noch schwerer werden, das Vertrauen der Passagiere zurückzugewinnen. Dass ihre Meinung dank sozialen Netzwerken an Gewicht gewonnen hat, haben die letzten Tage gezeigt. Die Reaktion auf die zwei 737-Max-Abstürze hat auch das Ansehen der amerikanischen Luftfahrtbehörden beschädigt. Wie groß das Misstrauen ihnen gegenüber inzwischen ist, lässt sich auch daran ablesen, dass Äthiopien den Flugdatenschreiber der verunglückten Maschine in Europa und nicht in den USA auswerten lassen will. Die 737-Max-Abstürze drohen auch die Beziehungen der europäischen zu den amerikanischen Luftfahrtbehörden zu belasten, da die Europäer diesmal nicht dem Beispiel der USA gefolgt sind.


Börsen-Zeitung, 14.03.2019, Autor Gesche Wüpper, Nummer 51, Seite 1, 357 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019051003&titel=Vertrauenskrise
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