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Redaktion

KOMMENTAR - RWE
Rolf Martin Schmitz scheint eine Formel dafür gefunden zu haben, wie aus Braunkohle Gold gemacht werden kann. Der RWE-Chef soll nach dem Willen der Kohlekommission und damit die Erderwärmung sich verlangsamt bis 2022 knapp 3 Gigawatt Braunkohlekraftwerkskapazität im Rheinischen Revier abschalten. Rund 1,2 Mrd. bis 1,5 Mrd. Euro Entschädigung je Gigawatt will der Konzern dafür von der Bundesregierung gezahlt bekommen - also insgesamt rund 4 Mrd. Euro. Das wäre fast ein Drittel des gesamten Börsenwerts von RWE, der aktuell bei 12,5 Mrd. Euro liegt.

Die Aktionäre von RWE sollten nun darauf hoffen, dass sich der Verhandlungsführer des Bundeswirtschaftsministeriums - Energiestaatssekretär Andreas Feicht, zuvor Chef der Wuppertaler Stadtwerke - von den Argumenten des Konzerns einlullen lässt. Die vorzeitige Abschaltung der Braunkohlekraftwerke sei mit dem vorzeitigen Ende des Tagebaus verbunden und deshalb besonders teuer.

Tatsächlich wären die Kosten für die Wiederherstellung der zerstörten Landschaften aber ohnehin angefallen. Die Renaturierung beginnt nun nur etwas früher - auch wenn RWE von zeitaufwendigen neuen Planungen und schier unüberschaubar komplexen Schwierigkeiten spricht, die zu lösen wären.

Dass die Forderungen von RWE überhöht sind, lässt sich erahnen. Ein wichtiger Anhaltspunkt für diesen Verdacht ist die Höhe der Ausgleichszahlung für die Braunkohlekraftwerke, die schon ohne Kohlekompromiss in die sogenannte Sicherheitsbereitschaft überführt werden. Für ihre Einmottung zahlt der Staat nur 600 Mill. Euro je Gigawatt als Ausgleich - was Kritikern bereits als überhöht galt.

Ein weiterer Anhaltspunkt dafür, dass die Entschädigungsforderung überzogen ist, sind die geringen zukünftig zu erwartenden Erträge aus den Braunkohlekraftwerken. RWE verfügt über insgesamt 10 Gigawatt Braunkohlekapazität. Alle diese Kraftwerke zusammen - also nicht nur die abzuschaltenden 3 Gigawatt - haben gemeinsam mit den Kernkraftwerken des Konzerns im Jahr 2018 nur 356 Mill. Euro operativen Gewinn zum gesamten operativen Ergebnis des Konzerns "RWE stand-alone" von 1,5 Mrd. Euro beigetragen. Das gilt ohne Berücksichtigung der 680 Mill. Euro Dividende der Stromnetztochter Innogy.

Dass sich Investoren auf milliardenschwere Entschädigungszahlungen für den Kohleausstieg freuen, die bald in den Ausbau der ebenfalls staatlich geförderten Ökostromerzeugung fließen, lässt sich am Aktienkurs ablesen. Der hat sich seit Anfang 2017 beinahe verdoppelt.


Börsen-Zeitung, 15.03.2019, Autor Christoph Ruhkamp, Nummer 52, Seite 1, 335 Wörter

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https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019052007&titel=Aus-Kohle-wird-Gold
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