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Redaktion

GASTBEITRAG

Standardisierte Formate kennzeichnen einen funktionierenden Finanzmarkt. Aus diesem Grund fordern die Durchführungsverordnung der EU-Kommission zur zweiten Aktionärsrechte-Richtlinie und auf nationaler deutscher Ebene der Regierungsentwurf des Gesetzes zur Umsetzung der Aktionärsrechte-Richtlinie (ARUG II) den Markt zur Verwendung gemeinsamer Formate für die Übermittlung von Daten und Mitteilungen auf. Damit soll eine effiziente und zuverlässige Verarbeitung und die Interoperabilität zwischen Intermediären, Emittenten und ihren Aktionären ermöglicht werden. Intermediäre sind in diesem Fall beispielsweise Banken, Sparkassen, Transaktionsbanken, Abwickler, Verwahrstellen, Depotbanken oder Clearing/Settlement Houses.

Neben zwei anderen großen Themenblöcken (Einladung zur Hauptversammlung und Informationen über Unternehmensereignisse) räumt die besagte Aktionärsrechte-Richtlinie "börsennotierten Gesellschaften das Recht ein, ihre Aktionäre zu identifizieren, und verpflichtet Intermediäre, an diesem Identifizierungsverfahren mitzuwirken". Sicherlich nicht uninteressant ist die Tatsache, dass die Emittenten einmal pro Tag beliebig bei einem Intermediär anfragen können und es irrelevant ist, ob die Gesellschaft Namens- oder Inhaberaktien an der Börse gelistet hat. Diese Rechte der Emittenten sollten den Intermediären Verpflichtung sein.

In der Durchführungsverordnung pocht die EU-Kommission auf den Einsatz moderner Technologien für die Kommunikation zwischen den Marktteilnehmern, in maschinenlesbaren und standardisierten Formaten. Selbstverständlich müssen die Markteilnehmer vor dem Hintergrund der allseits bekannten Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) besonders für personenbezogene Daten über Verfahren verfügen, welche die Integrität und Sicherheit dieser Daten gewährleisten.

Für den Antrag auf Offenlegung von Informationen über die Identität von Aktionären sowie die Beantwortung desselben sind im Anhang der Durchführungsverordnung insgesamt 39 Felder vorgesehen.

Die Zeit drängt

Der Antrag des Emittenten muss unverzüglich, spätestens bis zum Ende des Geschäftstages an gegebenenfalls weitere Intermediäre weitergegeben werden, die Aktien der anfragenden Gesellschaft verwahren. Die Antwort muss ebenfalls unverzüglich, spätestens an dem Geschäftstag, nach dem der Intermediär den Antrag erhalten hat, erfolgen.

So weit die Herausforderung - wie kann die Lösung aussehen? In Anbetracht der Tatsache, dass das Ganze marktgetrieben bis zum Inkrafttreten am 3. September 2020 funktionieren muss, ist es ratsam, dass sich die verpflichteten Intermediäre kurzfristig um eine Lösung bemühen.

Aufgrund einer Vielzahl von Gesprächen mit unterschiedlichen Marktteilnehmern ergibt sich der eindeutige Wunsch nach einer Plattform, auf der börsennotierte Unternehmen und betroffene Intermediäre zusammenkommen. Ein wichtiger Grund hierfür liegt sicher auch darin, dass die Anforderungen an die Intermediäre rein regulatorisch getrieben sind. Es besteht keinerlei Differenzierungspotenzial für die betroffenen Häuser. Die herausragende Erfüllung der Pflicht wird kein Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb, keinerlei Effekt auf die Topline haben, sondern alleine in Form von Kosten auf die Bottomline. Auch zeigen im Grundsatz ähnliche regulatorische Verpflichtungen, an denen WM Datenservice mitgewirkt hat, dass eine zentrale Plattform zur Erfüllung dieser Verpflichtungen eine sinnvolle Lösung ist.

Vor diesem Hintergrund hat WM Datenservice dieses Kow-how und die für eine erfolgreiche Umsetzung notwendigen Eckdaten, abseits der technischen Anforderungen, in einer Datenservice-Lösung integriert, nämlich in dem WM Shareholder Rights Directive Hub (WM-SRD-Hub)*.

Automatisiert und günstig

Die vor allem technischen Anforderungen an eine solche Plattform sind schnell umrissen. Es muss ein europäischer Ansatz sein, eine sichere Datenweiterleitung auf Basis modernster Technologien erfolgen, State-of-the-art-KYC-Prozesse müssen implementiert sein, die Verarbeitung hoher Datenmengen möglich sein - und dies alles hochgradig automatisiert zu niedrigen Kosten.

Als einer der führenden Informationsdienstleister sieht sich WM Datenservice - wie die Börsen-Zeitung Teil der WM Gruppe - bestens aufgestellt, diese Plattform zur Verfügung zu stellen und die Finanzindustrie als Partner bei diesem Projekt zu unterstützen. WM liefert seit mehr als 70 Jahren Datenlösungen, integrierte Daten und Informationen entlang der gesamten Prozesskette ihrer Kunden. Die WM-Finanzdatenbank, die mit über 2,5 Millionen aktiven Finanzinstrumenten eine der weltweit größten ist, deckt insbesondere das Spektrum in Deutschland und Europa nahezu lückenlos ab. Somit können bestehende Strukturen genutzt und darauf der WM-SRD-Hub aufgebaut werden.

*) Der erste Prototyp des WM Shareholder Rights Directive Hubs wird am 20. Mai 2019 präsentiert. Nähere Informationen dazu sind auf der speziell eingerichteten Webseite www.WM-SRD-HUB.eu abrufbar.

Torsten Ulrich, Geschäftsführer, WM Datenservice und Axel Schorn, Leiter Business Development, WM Datenservice

Börsen-Zeitung, 15.05.2019, Autor Torsten Ulrich, Geschäftsführer, WM Datenservice und Axel Schorn, Leiter Business Development, WM Datenservice, Nummer 92, Seite 2, 616 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019092017&titel=Recht-der-Emittenten-ist-Verpflichtung-fuer-Intermediaere
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