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Redaktion

Tempo durch Teamwork - Standard-Arbeitsteiligkeit schafft Synergien für die Sparkassen

Zinsen im Keller. Regulierung auf Rekordniveau. Digitalisierung nonstop. Auch wenn die Zinsen wieder steigen und sich die regulatorischen Vorschriften einpendeln, bleibt uns die Digitalisierung erhalten. Noch mehr: Sie wird weitergehen, Bewährtes in Frage stellen und Neues schaffen. Auf diese Marktveränderungen und den Strukturwandel stellt sich auch die traditionsreiche Sparkassen-Finanzgruppe ein. Denn der Druck wächst. Deutlich schlankere Prozesse, zusätzliche Erlösquellen und neue Wege sind gefragt. Mit ihrer Betriebsstrategie der Zukunft macht sich die Gruppe "wetterfest". Arbeitet daran, ihre Position langfristig zu sichern und die Selbständigkeit der Sparkassen zu stärken. Ergebnisse der Projektarbeit liegen nun vor.

Starten statt warten

Getreu dem Motto des diesjährigen Deutschen Sparkassentags "Gemeinsam allem gewachsen" hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) schon 2017 zum übergreifenden Großprojekt gerufen. Und alle wichtigen Akteure kamen: Sparkassen, Landesbanken, Regionalverbände und Dienstleister. Im Fokus: die Sparkasse der Zukunft und ein neu aufgestellter Betrieb. Das Ziel klar gesteckt: den Verwaltungsaufwand mittelfristig um 15 bis 30 % senken. Eigener DNA und Werten treubleibend.

Ein "Weiter-so" ist bei dieser Größenordnung unmöglich. Starten statt warten mit Blick aufs große Ganze war angesagt. So stand die gesamte Wertschöpfungskette auf dem Prüfstand: vom Markt über die Marktfolge bis zu Stabsaufgaben. Ein neuer und zugleich arbeitsintensiver Ansatz in der Sparkassen-Finanzgruppe. Auf der Suche nach Effizienzpotenzial wurde in verschiedenen Themenfeldern gebohrt: unter anderem der Standardisierung, der Automatisierung und der Industrialisierung.

Wichtige Zwischenbilanz des Projekts: Seit April steht Sparkassen ein Online-Tool mit praxisgerechten und messbaren Ergebnissen zur Effizienzsteigerung zur Verfügung. Das einzelne Institut bestimmt seine aktuelle Situation und seinen Standardisierungsgrad, bekommt strategische Handlungsfelder aufgezeigt, Maßnahmen mit hinterlegten Effizienzsteigerungen als Lösungen präsentiert und ein quantitatives Betriebsmodell zum Controllen an die Hand. So macht sich die Sparkassen-Finanzgruppe fit für die Zukunft.

Kein neues Thema. Standards sind vorhanden. Aber nicht tiefgehend, nicht übergreifend, nicht verbindlich genug. Lücken wurden deshalb geschlossen. Standardisierung umfassender definiert. Standardisierung heißt Standard-Arbeitsteiligkeit. Standardisierung heißt Produkt- und Vertriebsstandards. Standardisierung heißt Automatisierung. Standardisierung heißt Standard-IT-Infrastruktur. Standardisierung heißt Standard-Steuerung und Unterstützung. 20 Standards sind bereits definiert. Am Ende sollen 30 bis 50 stehen, die Sparkassen umsetzen und damit weitgehend Individualität reduzieren.

Manuell und individuell heißt kostenintensiv, automatisiert hingegen effizienzsteigernd. So folgt auf die Standardisierung von Prozessen auf Basis von ProzessPlus für Sparkassen ihre automatisierte und industrielle Bearbeitung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Beschleunigung von Prozessen, Reduzierung von Fehlerquoten, weniger Routinetätigkeiten und mehr Freiraum für Weiterentwicklung. Möglich macht das die zunehmende Digitalisierung, zum Beispiel durch den Einsatz von Serviceaufträgen, und eine verstärkte (Teil-)Automatisierung durch den Einsatz von OSPlus inklusive der Interaktiven Serviceplattform (ISP) und Robotic Process Automation (RPA). Stellhebel für eine deutlich günstigere Produktion.

Gemeinschaft lohnt sich

Nicht aber bei einer individuellen Einzellösung für jede Sparkasse. Auch hier zahlt sich Gemeinschaft aus. Denn die mit der Entwicklung und dem Betrieb einer Automatisierungssoftware verbundenen Investitionen rentieren sich für eine einzelne Sparkasse aufgrund ihrer bearbeiteten Menge nicht. Ein Dienstleister, der Mengen bündelt, kann die Software, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche einsatzbereit ist, optimal einsetzen und Kostenvorteile realisieren.

Praxistest bestanden

Erfahrungen in der Entwicklung von Automatisierungslösungen gibt es im Verbund. Neben der Finanz Informatik hat der S-Servicepartner bereits Lösungen für die Pfändungsbearbeitung, Darlehensvalutierung, den Online-Abruf von Grundbuchauszügen sowie die private Baufinanzierung (Bestand) erfolgreich mit Sparkassen pilotiert beziehungsweise in der Praxis-Validierung. Ihre Kenntnisse haben beide im Projekt zur Betriebsstrategie der Zukunft eingebracht. Gemeinsam haben die Dienstleister eine institutsübergreifende automatisierte Lösung für den elektronischen Handelsregisterauszug auf die Straße gebracht. Fünf Sparkassen haben sie mitentwickelt und pilotiert. Praxistest: bestanden! Die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Verbund treibt diese Innovationen dynamischer voran.

Der Dienstleister macht's

Was das heißt? Vernetzungsgrad steigt. Zusammenarbeit neu definiert. Denn die Betriebsstrategie der Zukunft legt ihr Augenmerk verstärkt auch auf die Standard-Arbeitsteiligkeit in der Sparkassen-Finanzgruppe. 22 Auslagerungspakete samt Auslagerungsumfang und erforderlicher Maßnahmen sind in einem Sourcingplan definiert - von der Marktfolge Aktiv und Passiv über den IT-Betrieb und das Meldewesen bis zur Personalverwaltung. Das soll Outsourcing leichter und attraktiver machen. Denn nutzen Sparkassen das Angebot von Verbundpartnern optimal und sind die Angebote weitgehend entsprechend der PPS-Prozesslandkarte standardisiert und automatisiert, lassen sich deutliche Effizienzvorteile erzielen.

Spezialisierte Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe gestalteten die Ergebnisse mit ihrem Knowhow und ihrer Erfahrung mit, unter anderem:

S-Servicepartner als Prozessgestalter für die industrialisierte Marktfolge

Deutsche Servicegesellschaft für Finanzdienstleister als Marktfolge-Dienstleister (DSGF)

Proservice als Experte für Sparkassen-Logistik, S-BargeldService und Zentrale Dienste

Sparkassen-Consulting als Beratungsgesellschaft

Zukunft gemeinsam angehen

Dass es bei den strategischen Herausforderungen in Zukunft nur gemeinsam geht, leben die vier Dienstleister bereits seit 2017. Sie gründeten das erste Dienstleister-Netzwerk für Sparkassen. "Gemeinsam allem gewachsen" ist für sie gelebte Praxis.

Das Netzwerk ist integraler Bestandteil der Sparkassen-Finanz-gruppe. Im Sinne einer institutionalisierten Arbeitsteiligkeit bündeln S- Servicepartner, DSGF, Proservice und Sparkassen-Consulting ihre Erfahrungen und ihre Kenntnisse. Auch wenn sich die Kompetenzpfeiler der Unternehmen unterscheiden, laufen sie als Impulsgeber für Standardprozesse unter dem Dach des Netzwerks zusammen. Eine institutionalisierte Zusammenarbeit und sich ergänzende Angebote zahlen sich so für Sparkassen aus:

Effizientere Vernetzung und Bündelung von Know-how

Integrierte Lösungen

Prozessstandards und Automatisierungslösungen

Skaleneffekte im Mengengeschäft

Damit verbessert das Netzwerk die Produktivität der Sparkassen, stärkt ihre Vertriebsausrichtung und schafft Synergien. Mit Vollgas in den Betrieb der Zukunft.

Boxenstopp in Hamburg

Wer sich von den Vorteilen des Netzwerks und dem Angebot der Dienstleister überzeugen will, macht einen Boxenstopp beim Deutschen Sparkassentag in den Hamburger Messehallen. Ein Stand. Vier Dienstleister.

Rainer Remke, Stellvertretender Sprecher der Geschäftsführung der S-Servicepartner Deutschland GmbH und Vorstandsmitglied S-Dienstleister Netzwerk e.V.

Börsen-Zeitung, 16.05.2019, Autor Rainer Remke, Stellvertretender Sprecher der Geschäftsführung der S-Servicepartner Deutschland GmbH und Vorstandsmitglied S-Dienstleister Netzwerk e.V., Nummer 93, Seite B 4, 869 Wörter

URL zum Artikel:
https://www.boersen-zeitung.de/index.php?li=1&artid=2019093803&titel=Kooperieren-statt-konkurrieren
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